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14. Konzert des Symphonieorchesters Warendorf

Klassische Musik gegen den Krieg

Warendorf

Klassische Musik gegen den Krieg haben schon die Musiker des Kiewer Orchesters mit ihrem Spiel auf dem Maidan gezeigt. So erklang in Warendorf beim 14. Konzert des Symphonieorchesters zuerst einmal die ukrainische Nationalhymne als Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen im Kriegsgebiet.

Von Axel Engels

Das Symphonieorchester Warendorf spielte im Theater am Wall ein bewegendes Konzert, das auch im Zeichen des Krieges in der Ukraine stand. Allerdings war der Saal nicht so gut besucht, wie es erwartet worden war. Foto: Axel Engels

Erst in der Petri-Kirche in Vermold, dann im Theater am Wall in Warendorf: Nach zwei Jahren war das 14. Konzert des Symphonieorchesters Warendorf sicherlich ein ganz besonderes Erlebnis für die Liebhaber feinsten Orchesterklangs. Erneut hatten sich die Musiker im Vorfeld zu einem Probenwochenende zusammengefunden, um unter der Leitung von Michael Lempik den ausgewählten Werken den letzten Feinschliff zu geben.

Allerdings war die Resonanz auf das Konzert im Paul-Schallück-Saal wohl nicht so groß wie erwartet. Denn viele Reihen blieben leer, was wahrscheinlich mit der Vorsicht in Zeiten der Pandemie zu erklären ist.

Die deutliche Unterstützung und Hilfsbereitschaft für die Menschen in der Ukraine prägte den Anfang des Konzertes. Klassische Musik gegen den Krieg hatten schon die Musiker des Kiewer Orchesters bei ihrem Konzert auf dem Maidan gespielt. In Warendorf erklang zuerst einmal die ukrainische Nationalhymne als Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen im Kriegsgebiet.

Bewegendes Konzert

Schon das nächste Werk, die „Konzertouvertüre Es-Dur op. 21“ des schwedischen Komponisten Ludvig Norman, einem der wohl beliebtesten schwedischen Symphonikern des 19. Jahrhunderts, zeigte die bis ins kleinste Detail im Vorfeld geleistete Arbeit der Musikerinnen und Musiker. Mit farbenreichem Orchesterklang wurde der romantische Charakter des Werkes gespielt, konnte so seinen ganzen Glanz entfalten. Mit Akribie und Feinsinn führte der Dirigent Michael Lempik das Orchester, wusste so die teils schwierigen Einsätze der einzelnen Instrumentengruppen in eine transparente Interpretation zu integrieren. Mit der Besetzung als reines Streichorchester erklang dann die „Suite for Strings“ von John Rutter, deren Grundlage auf vier britischen Folksongs bei dem Spiel der Streicher klar erkennbar war. Dabei wurden die einzelnen Sätze der Suite in ein jeweils charakteristisches Gewand gekleidet, mit Esprit und Leidenschaft gespielt.

In ganz anderer Besetzung ging es weiter. Als reines Bläserensemble widmeten sich die Instrumentalisten der „Three Brass Cats“ von Chris Hazell. Dieses Werk gehört mittlerweile zum Standardrepertoire bekannter Bläserensembles, und so fand das moderat moderne Werk bei so feinsinniger Interpretation bei diesem Konzert auch ein ganz aufgeschlossenes Publikum.

Mit der „Simphonie á Grand Orchestre“ von Juan Crisótomo de Arriga hatte sich das Symphonieorchester Warendorf ein ganz besonderes Werk ausgesucht. Der Komponist gilt ja aufgrund seiner früh erkannten Begabung als „Spanischer Mozart“, der leider mit 20 Jahren viel zu früh gestorben ist. Er studierte am Pariser Konservatorium und hat dort eine ganz eigene Musiksprache entwickelt. Eleganz und überaus abwechslungsreich wirkte seine einzige Symphonie, deren vier Sätze von warm timbrierter Melodieführung bestimmt waren. Tiefe Melancholie prägte den langsamen Andante-Satz, Grazie das Menuett und Leidenschaftlichkeit den Finalsatz. Mag dieses Werk vielleicht nicht zum „üblichen“ Konzertrepertoire vieler Orchester gehören, so war es in Warendorf ein grandioses Finale eines bewegenden Konzertes.

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