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„Treffpunkt Wärmestube“ hilft Menschen in Not

Kochen für die Ärmsten der Stadt

Warendorf.

Der „Treffpunkt Wärmestube“ kümmert sich um bedürftige Menschen. Täglich (außer Sonntag) gibt es ein schmackhaftes Frühstück und ein leckeres frisch gekochtes Mittagessen.

Von Marion Bulla

Kochen ist ihre Leidenschaft: Die beiden 79-jährigen Freundinnen Hildegard Helmer (l.) und Margret Laukötter stehen einmal im Monat immer montagsMonika Dufton leitet seit 2019 die Einrichtung. Eine ihrer Aufgaben ist auch die Erstellung des Speiseplans. Foto: Marion Bulla

„Bei uns gibt es immer ein leckeres Frühstück und mittags frisch zubereitete Hausmannskost“, sagt Monika Dufton und rührt in einem großen Topf. Heute gibt es einen bunten Eintopf, und der riecht köstlich. Die Gäste würden dieses deftige Gericht lieben, erzählt die Leiterin vom „Treffpunkt Wärmestube“ weiter.

Gekocht haben diese schmackhafte Speise Hildegard Helmer und Margret Laukötter. Seit mehr als 20 Jahren stehen die beiden Freundinnen einmal im Monat immer montags am Herd der Wärmestube an der Gartenstraße. „Nachdem wir in Rente gingen, wollten wir uns ehrenamtlich engagieren und etwas Sinnvolles machen“, erklärt Hildegard Helmer. Die beiden fitten Seniorinnen kennen sich seit der Schulzeit und werden in diesem Jahr 80 Jahre alt.

Hildegard Helmer

Auch Andreas Engelbrecht ist eine wichtige Stütze der Wärmestube. Seit mehr als zwei Jahrzehnten kommt der heute 65-Jährige hierher. Zunächst als Besucher, dann hatte er einen Ein-Euro-Job und seit drei Jahren ist er als „Mann für alle Fälle“ fest im Team. Engelbrecht ist immer da, wenn Hilfe gebraucht wird. Sei es beim Wechseln von Glühbirnen oder anderer kleinerer Reparaturen, Andreas Engelbrecht legt überall da Hand an, wo er gebraucht wird. „Ich mache das sehr gerne. Es macht mir Spaß“, sagt der sympathische Senior.

Seit dem 20. November 1994 gibt es die Einrichtung in Warendorf, die in Trägerschaft des katholischen Verbandes für soziale Dienste (SKM) ist. Zunächst war sie im ehemaligen Kloster beheimatet. Nach der Auflösung zog die Wärmestube schließlich 2009 an die Gartenstraße 25. Im Durchschnitt kommen 15 Bedürftige hierher, um sich mit dem leckeren Essen zu stärken. Vor allem Ältere, deren Rente nicht ausreicht, sind unter den Gästen, aber auch Alkohol- und Drogenabhängige. Viele sind Stammgäste und kommen seit Jahren. Aktuell sind hier 20 Ehrenamtliche aktiv.

Neben dem Essensangebot können die Besucher und Besucherinnen zudem duschen und ihre Wäsche waschen sowie trocknen. „Das nehmen jedoch in erster Linie Wohnungslose in Anspruch. Die gibt es derzeit in Warendorf aber nicht“, weiß Monika Dufton zu berichten.

Der „Treffpunkt Wärmestube“ wird sehr gut angenommen

Sie ist froh, dass die Wärmestube so gut wahrgenommen wird. „Wir haben einen guten Ruf, sind sehr gut aufgestellt und bekommen jede Menge Lebensmittelspenden. Sowohl von Discountern und Supermärkten als auch von Privatpersonen“, erzählt Dufton und fügt an, an den Feiertagen zu Weihnachten hätten sie viele Süßigkeiten für ihre Gäste bekommen. An Heiligabend kommt stets etwas Besonderes auf den Tisch. Diesmal gab es Rinderbraten mit Klößen und Apfelrotkohl. Dazu verschenkte das Team eine Tüte mit Süßigkeiten.

Corona verkürzt die Aufenthaltsdauer der Gäste

Monika Dufton kümmert sich um den Ablauf, koordiniert und stellt den Speiseplan zusammen. Das Team würde die Situationen der Gäste nie werten. Auch einen Hartz-IV-Nachweis müsse keiner vorlegen. Jeder könne kommen, der möchte, versichert Monika Dufton. Die Wärmestube ist als Treffpunkt für bedürftige Menschen eingerichtet worden. „Das geht seit Corona nicht mehr. Die Pandemie hat viel kaputt gemacht“, bedauert die Leiterin.

Wer sich auch in der Wärmestube aktiv engagieren möchte, kann sich bei Monika Dufton gerne unter

  0 25 81/63 33 47 melden. Geöffnet ist der „Treffpunkt Wärmestube“ von Montag bis Samstag von 9 bis 13 Uhr.

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