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Schulsozialarbeit in der Pandemie

Kontakt hat sehr gelitten

Sassenberg

WN-Mitarbeiterin Ulrike von Brevern hat bei Christian Evers-Pille, Tanja Feldmann und Lioba Garmann (Team der Schulsozialarbeiter und Schulsozialarbeiterinnen der Sekundarschule Sassenberg) nachgefragt, wie das Schulleben in Zeiten von Corona war.

Schulsozialarbeiterin Feldmann Foto: Sekundarschule

Ein außergewöhnliches Schuljahr geht zu Ende: Lockdown, Distanzlernen und Wechselunterricht hielten die gesamte Schulgemeinde auf Trapp. Für viele Schülerinnen und Schüler wurde das Lernen doppelt schwer, die Lehrkräfte mussten sich auf immer neue Lehrsituationen einstellen. Und die Schulsozialarbeiter – Ansprechpartner für alle am Schulleben Beteiligten, wenn es um Krisen- und Problembewältigung, aber auch das soziale Zusammenleben geht – vor welche Herausforderungen hat sie dieses besondere Jahr gestellt? WN-Mitarbeiterin Ulrike von Brevern hat bei Christian Evers-Pille, Tanja Feldmann und Lioba Garmann (Team der Schulsozialarbeiter und Schulsozialarbeiterinnen der Sekundarschule Sassenberg) nachgefragt.

Wie hat das Corona-Jahr Ihre Arbeit verändert?

Team: Der Kontakt zu und die Beziehungsarbeit mit den Schülern hat unter der Pandemie vehement gelitten. Individuelle Beratung oder Coaching war aufgrund der Hygieneverordnung persönlich zeitweise nicht möglich. Aber auch telefonisch konnte das Angebot nicht gewährleistet werden, weil die Schweigepflicht einzuhalten war. Präventionsangebote und Projektarbeit wie soziales Lernen, Klassenrat, Gewalt- und Suchtprävention, Sexualpädagogische Projekte, Sportangebote und Berufsorientierung waren im schulischen Kontext ebenfalls nicht möglich.

Das Distanzlernen hat manche Familie an den Rand der Verzweiflung gebracht, auf der anderen Seite fehlte vielen Kindern die Struktur, die ein normaler Schultag bietet. Wie haben Sie die Situation in diesem Jahr erlebt und wie konnten Sie unterstützen?

Team: Im Rahmen der Notbetreuung wurde eine Maßnahme geschaffen, in der wir unsere Tätigkeit als Schulsozialarbeiter ausüben konnten. Jedoch profitierten nur einige der Schülerinnen und Schüler von diesem Angebot, so sahen es die Vorgaben der Landesregierung vor. Teilnehmen durften nur Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen tätig sind, die einen Förderbedarf haben oder die in Familien leben, in denen Kindeswohlgefährdung im Raum stand. Daher war eine engmaschige Unterstützung ausschließlich während der Notbetreuung möglich.

...und die übrigen Kinder und Jugendlichen?

Team: Während des Lockdowns hatten wir weiter regen Kontakt zu den Lehrpersonen. Sie zogen uns während des Lockdowns unterstützend zu Beratungen hinzu, wenn Schüler oder Eltern persönliche Anliegen an sie herantrugen. Es bestand auch permanent das Angebot, bei Bedarf direkt Kontakt zu uns aufzunehmen. Dieses Angebot wurde allerdings von der Zielgruppe weniger in Anspruch genommen, als im regulären Schulalltag.

Die Zeit rund um die Zeugnisse gilt gemeinhin als besonders sensibel. Erwarten Sie in diesem Jahr besondere Herausforderungen?

Team: In der Vergangenheit gingen wegen der Zeugnisse kaum Beschwerden bei der Schulsozialarbeit ein, da die Eltern und Schüler sich zumeist direkt an die entsprechenden Lehrer wenden. Diese Entwicklung ist auch in diesem Jahr zu beobachten. Allerdings besteht immer ein Gesprächsangebot seitens der Schulsozialarbeit.

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