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Stefan Kurlovic produziert jetzt „Warendorfer Drachenprütt“

Kosterei: Rösten für die Region

Warendorf

Es duftet ganz herrlich nach frischen Kaffee in der Kosterei an der Oststraße in Warendorf, denn Stefan Kurlovich hat den lange gehegten Traum, auch Kaffee als regionales Produkt in seiner Kosterei anbieten zu können, jetzt umgesetzt. Der Weg dorthin war lang und spannend.

Von Rebecca Lek

Kaffeeverkostung in der Kosterei: Der Inhaber Stefan Kurlovic besuchte ein Röstseminar in Stendal, um sein Wissen rund um das Rösten von Kaffee zu erweitern. Foto: Rebecca Lek

Die Kosterei steht für Regionalität. Von Käse über Backwaren bis hin zu Obst und Gemüse: All dies sind Produkte, die man bei Stefan Kurlovich seit rund anderthalb Jahren erwerben kann. Wichtig ist ihm dabei, dass alle Produkte aus der Region stammen. Doch ein Thema reizte ihn zusätzlich: die Produktion von eigenem Kaffee. War es anfangs nur ein Hirngespinst, formierte sich eine deutliche Idee, als Volker Tünte begann, bei ihm im Laden zu arbeiten. Vormals Mitarbeiter bei der Minibar war er der Kaffeeexperte schlechthin.

Rat bei der roestbar geholt

Als Kurlovich den Laden eröffnete, holte er sich Rat bei der roestbar. Über seinen Kontakt erwarb er seine erste Kaffeemaschine und erhielt sein Basiswissen über Kaffee – fürs eigenständige Rösten reichte das aber nicht. „Es handelt sich um keinen Ausbildungsberuf oder etwas, wofür man ein Zertifikat braucht. Eigentlich kann jeder einfach loslegen. Das wollte ich aber nicht“, erklärt der Inhaber der Kosterei. Daher besuchte er ein Röstseminar in Stendal, um sein Wissen weiter aufzubauen. Bevor er dann aber mit der Röstung starten konnte, mussten zwei Dinge geklärt werden: Welche Maschine will ich benutzen und welche Bohnen? Mit einer Giesen Röstmaschine mit knapp sechs Kilogramm Fassungsvermögen wählte Kurlovich eine eher kleine Variante, was jedoch auch dem begrenzten Platz in der Kosterei geschuldet ist. Angrenzend befindet sich direkt das Kaffeelager.

Stefan Kurlovich betreibt jetzt eine Rösterei in der Kosterei. Foto: Rebecca Lek

Auch der Zoll schaut mit drauf

Anfang Januar konnte er dann mit den Röstungen starten und experimentierte rum. Rund 150 Kilogramm Kaffee röstete er bis dato, um zu dem Geschmack zu kommen, der für ihn endgültig verkaufsfertig ist. „Eine Röstung dauert zwischen 15 und 20 Minuten, je nachdem, was für ein Aroma ich erreichen möchte. Hier kommt es manchmal wirklich nur auf Sekunden an, was geschmackliche Nuancen angeht“, beschreibt Kurlovich. Besonders stolz ist er, dass er bis jetzt noch keine Fehlröstung hatte, also noch kein Ergebnis als „nicht trinkbar“ abstempeln musste. Neben dem Rösten an sich, musste der Röst-Frischling jedoch auch bürokratische Dinge lernen, denn der Zoll guckt ganz genau hin. Der Röstschwund, also der Gewichtsverlust aufgrund des Röstprozesses, darf nicht mehr als 16 Prozent betragen. „Ich muss in einem Tagebuch genau dokumentieren, wann ich wie viele Bohnen hineingebe, was an Gewicht wieder herauskommt und was das für einen prozentualen Verlust bedeutet“, erklärt Kurlovich.

Rösterei in der Kosterei: Die Bohnen haben ihren ganz eigenen Duft. Foto: Foto: Rebecca Lek

Kurlovich wollte eine "freche" Verpackung

Nachdem der Geschmack schon stimmte, fehlte noch das passende Outfit für die Kaffeebohnen. Hier fährt der Inhaber der Kosterei zweigleisig. Stefan Kurlovich wollte eine eher klassische und eine freche Verpackung. Die freche Variante lieferten Jana Mersch und Christian Confer von „kluck.kola“. Gemeinsam mit Kurlovich kreierten sie den „Warendorfer Drachenprütt“. Hier wählten sie ein altes aber typisches Symbol für Warendorf, den Drachenkopf – an den alten Giebeln der Stadt hingen oftmals imposante Exemplare und schauten auf das Geschehen der Straßen hinab. Die ausgestreckten Zungen sollten dabei Diebe und Gesindel fernhalten, die weit aufgerissenen Augen die Bürger daran erinnern, dass alles gesehen wird.

Den Kaffee gibt es vorerst in vier Geschmacksrichtungen: Espresso mild, Espresso stark, Guatemala fruchtig und eine Hausmischung. Welche Geschmacksrichtungen noch dazu kommen, ließ sich Kurlovich nicht entlocken. Denn nicht nur die Verpackung wird anders, sondern auch der Name und der Inhalt soll vom Drachenprütt abweichen. Für seine ersten Röstungen hat er zudem schon größere Abnehmer gefunden. In Warendorf möchten das Alte Gasthaus Wiese und das Scala Café den Kaffee ausschenken und Hüftgold aus Beelen hat ebenfalls die ersten Probepackungen abgeholt. Weitere Unternehmen und gastronomische Betriebe haben schon angefragt. Frei nach dem Motto: regional produziert, regional konsumiert.

Kaffeerösterei in der Kosterei: Der „Drachenprütt“ hat ein ansprechendes Design. Foto: Foto: Rebecca Lek
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