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Westpreußisches Landesmuseum: Ausstellung und Aufruf zur Beteiligung

Kunst – oder Kitsch?

Warendorf

Das Westpreußische Landesmuseum geht ungewöhnliche Wege: Im Rahmen der nächsten, ab dem 10. März geplanten Ausstellung zum Thema „Cadinen. Des Kaisers Kunst und Kitsch“ ruft das Museum im Vorfeld auf, eigene Stücke aus den heimischen Wohnzimmern per Foto und entsprechender Erklärung zum Hintergrund des Gegenstandes einzusenden. Diese Einsendungen werden dann selber zu „Ausstellungsstücken“.

Eines der Ausstellungsstücke: „Liegendes Reh“, 1930er Jahre Entwurf von Arthur Steiner (Gumbinnen, 1885 bis 1960 Lychen), Ton, gebrannt, und mehrfarbig bemalt Foto: Westpreußisches Landesmuseum

„Wie man sich einrichtet, welche Gegenstände und Besitztümer „Eindruck schinden“ und einen guten Stil des Eigentümers oder der Eigentümerin bekunden, darüber gehen die Meinungen bis heute auseinander. Guter Geschmack ist ebenso relativ wie individuell. Was des einen oder der anderen Him-melreich, das mag so gar nicht mit den Vorlieben der Anderen korrespondieren“, so erläutert das Westpreußische Landesmuseum in einer Pressenotiz die Thematik der nächsten anstehenden Ausstellung im eigenen Hause. In der Ausstellung „Cadinen. Des Kaisers Kunst und Kitsch“, die am 10. März im Westpreußischen Landesmuseum eröffnet wird, dreht sich alles um den künstlerischen Geschmack des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. (1859 bis 1941) und dessen Einfluss auf die von ihm gegründete Keramik-Manufaktur Cadinen und deren Produkte.

Das dort ab 1905 produzierte keramische Kunsthandwerk wurde vom Kaiser persönlich bei namhaften Künstlern und Künstlerinnen seiner Zeit in Auftrag gegeben.

Die qualitativ hochwertigen Stücke zeugen vom gutbürgerlichen bis konservativen Geschmack Wilhelms II. Angesichts der um 1900 aufkommenden Moderne und der schlichten Eleganz funktionaler Haushaltsgegenstände wurden die Cadiner Produkte jedoch schon damals von manchen als antiquiert empfunden.

Fragestellung: Kunst oder Kitsch?

Kunst oder Kitsch? Diese Frage lässt sich nicht einfach beantworten. Das Westpreußische Landesmuseum möchte daher alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt und des Landeskreises zur Beteiligung aufrufen. Und zwar unter der Fragestellung:

„Welche (keramischen) kunsthandwerklichen Gegenstände haben Sie selbst zu Hause? Welche „Schwiegermutter-Geschenke“ oder „Hinstellerchen“ mit hohem Erinnerungswert sind wann und wie in Ihren Besitz gelangt? Welche dieser Geschenke treffen oder entsprechen so gar nicht Ihrem Geschmack, nehmen aber trotzdem einen besonderen Platz in der Familiengeschichte ein?“

Ein Foto dieses Gegenstandes und seine Geschichte können per Brief eingereicht werden. Eben diese Einreichungen plant das Westpreußische Landesmuseum dann auch im Rahmen der Ausstellung zu präsentieren und öffentlich zugänglich zu machen. Die Intention dahinter: Die Diskussion der Frage von Kunst oder Kitsch öffnet den Blick für die Bedeutung von Objekten, für die nicht nur der monetäre, sondern auch der emotionale Wert ausschlaggebend ist.

Freier Eintritt als Dankeschön

Als Dankeschön erhalten alle Einreichenden freien Eintritt in die Sonderausstellung für sich und fünf Begleitpersonen.

Einreichungen bitte als postalische Zusendungen bis zum 6. März an: Westpreußisches Landesmuseum, Klosterstraße 21, 48231 Warendorf. Nachfragen sind zu richten an: ruten@westpreussisches-landesmuseum.de,

 0 25 81 / 92 77 70 oder -13

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