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Publikum feiert erste Hengstparaden nach zwei Jahren

La-Ola-Wellen um den Paradeplatz

Warendorf

Tausende begeisterte Zuschauer genossen die Schaubilder bei den Hengstparaden am Samstag und Sonntag – La-Ola-Wellen inklusive.

-tha-

Traditionell eröffnet die Spring-Quadrille, die von Reitern und Hengsten absolute Perfektion erfordert, die Hengstparade im nordrhein-westfälischen Landgestüt.Der sechsjährige Asca-Sohn Aviador präsentiert sich unter Pauline Knorr.Mit Vertrauen des Pferdes zu Menschen gelingen dann auch solche Übungen.Das wohl waghalsigste Schaubild, die ungarische Post, präsentierte Sarah Kemper dem gespannt zusehenden Publikum auf dem Paradeplatz.Gestütsleiter Dr. Felix Austermann und seine Chefin Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen machen bei der La-Ola-Welle mitDas NRW-Landgestüt zeigt nach zwei Jahren Zwangspause wieder Flagge. Foto: Hartwig

„Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht aufgeregt bin. Vor wenigen Jahren war ich noch begeisterter Zuschauer der Hengstparaden in Warendorf und jetzt stehe ich hier in der Verantwortung.“ So offen beantwortete am Samstagmittag Dr. Felix Austermann, seit Frühjahr 2022 neuer Leiter des NRW-Landgestütes in Warendorf, die Frage der WN, wie denn sein Gemütszustand unmittelbar vor dem wichtigsten Event des Jahres für das Landgestüt sei.

Dabei hatte Austermann durchaus Grund aufgeregt zu sein. Denn coronabedingt fielen die Paraden 2020 und 2021 aus. Damit war die Warendorfer Hengstparade 2022 nicht nur für ihn, sondern auch für zahlreiche Mitarbeiter, Auszubildende und Junghengste eine Premiere. Zudem hatten etliche der Warendorf Landbeschäler seit zwei Jahren kein großes Publikum gesehen.

Gestütsleiter Dr. Felix Austermann

Unter diesen Bedingungen vor einem ausverkauften Haus sowie unter den Augen seiner Chefin, der NRW-Landwirtschafts- und Umweltministerin Silke Gorißen, sowie ihrer Kollegin, der NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur, antreten zu müssen, durfte den 38-jährigen promovierten Agrarwissenschaftler schon etwas nervös machen.

Doch sowohl seine Mitarbeiter als auch die Hengste des Landgestütes enttäuschten ihn nicht. In einem mehr als dreistündigen Programm mit 20 verschiedenen Schaubildern wussten sie zu begeistern. Gelten die Westfalen hinsichtlich Stimmung und Euphorie oft als etwas zurückhaltend, zeigte sich das Publikum von den Darbietungen sichtlich begeistert. Da kam es auch schon mal für Westfalen ehr ungewohnt zu La-Ola-Wellen nach gelungenen Schaubildern. Für die gute Stimmung sorgten auch die Kommentare von Fernseh-Moderator Casten Sostmeier sowie gekonnte Musik-Auswahl des Warendorfers Markus Hinzke, der bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften im Pferdesport für die musikalische Untermalung verantwortlich zeichnet.

Ministerin Silke Gorißen

Tief beeindruckt zeigte sich am Ende auch Ministerin Gorißen: „Ich bin heute erstmals bei einer Hengstparade des Landgestütes gewesen, aber ich freue mich schon auf das nächste Jahr. Das Landgestüt ist ein Kleinod Nordrhein-Westfalens und zugleich eines der vitalsten. Neben seiner züchterischen Bedeutung ist es ein Kulturerbe, dass es auch über seinen 200. Geburtstag im Jahr 2026 weiterzuführen gilt.“

Die seit fast 100 Jahren existierenden Hengstparaden des Landgestütes haben im Laufe der Jahrzehnte zwar ihre Bedeutung verändert, aber nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Ursprünglich wurden sie eingeführt, um im Frühherbst den Pferdezüchtern die Hengste des Landgestütes zu präsentieren. Dabei lag ein Schwerpunkt auf der Vorstellung der Junghengste. So konnten sich die Züchter ein Bild von den Vererbern machen und bis zum nächsten Frühjahr Überlegungen anstellen, welcher Hengst wohl am besten zu ihren Stuten passen könnte.

In den heutigen Zeiten, in denen sich die Züchter permanent und umfassend über für sie interessante Hengste informieren können, hat sich die Bedeutung der Hengstparaden stark gewandelt. Der Erlebnis- und Event-Charakter steht nun im Mittelpunkt.

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