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Bernd Stelter präsentiert sein neues Buch

„Lachen ist erlaubt“

Warendorf

Für einen humorigen Abend sorgte Bernd Stelter, der sein Buch „Wer älter wird, braucht Spaß am Leben“ vorstellte. Dazu gab es kulinarische Genüsse.

Von Marion Bulla

Bernd Stelter stellte sein neues Buch vor und nicht nur Monika Heitkämper, Heike Nüssing und Marlies Affhüppe (kl. Bild) genossen den humorigen und kulinarischen Abend. Foto: Marion Bulla

„Wer älter wird, braucht Spaß am Leben“, so lautet der Titel des neusten Werkes von Bernd Stelter. Und das stellte der Autor selbst in Warendorf vor. „Es ist ein wunderbares Buch für jedes Alter“, sagte Reinhard Hesse und dann fügte der Inhaber der Buchhandlung Ebbeke an, drehe man das Buch, dann zeige es von den Farben her die Flagge der Ukraine. Ein literarisches Zeichen gegen den Krieg.

Der Saal im Hotel-Restaurant „Im Engel“ ist am Sonntagabend mit 160 Gästen voll besetzt. Man spürt direkt, wie sehr die Menschen sich freuen, endlich wieder einen kulturellen und humorigen Abend zu genießen. Und da kommt Bernd Stelter gerade recht. Der Kabarettist war schon oft in Warendorf, doch an diesem Abend ist er zum ersten Mal als Buchautor da. Zwischen der Lesung serviert das „Engel-Team“ einen köstlichen Antipasti-Teller.

Acht Termine statt 107

„Ich fühle mich sehr wohl in Warendorf und bin sehr gerne hier. Ja, es ist gerade eine fürchterliche Zeit, aber lachen ist erlaubt. Man kann nicht 24 Stunden lang nur traurig sein“, sagt Bernd Stelter und fügt an, er sei ein Clown und wolle auch nichts anderes sein. Die Leidenschaft dazu stellt er in den kommenden zwei Stunden absolut unter Beweis. Der Kabarettist erzählt, wie sehr er seinen Beruf liebt. Er sei nicht nur auf der Bühne, sondern schreibe auch. Das habe ihm in der Corona-Zeit sehr geholfen. 107 Termine hätte er im vergangenen Jahr absolvieren können, am Ende seien es aber lediglich acht gewesen.

Vor allem sein Alter hat ihn in der Zeit beschäftigt. Nachdem er im vergangenen Jahr, am 19. April, seinen 60. Geburtstag gefeiert hatte, habe er sich ernsthaft Gedanken darüber gemacht. In Folge dessen schrieb der Komiker ein Lied mit dem Titel „Endlich alt“. Sein Verlag war davon aber nicht sehr begeistert. „Wer will schon alt werden“, hatten sie ihn gefragt. „Na ich“, habe er als Karnevalist daraufhin geradezu geschrien. Er habe kein Problem damit. „Mit 30, da war das ein bisschen anders. Twens, ja, die waren geil, aber ich war jetzt zu alt für die Disco und zu jung für die Frauen, die auf Ältere stehen“, erinnert Stelter sich. Als er im Team bei „7 Tage – 7 Köpfe“ gewesen sei, da habe er seinen 40. Geburtstag gefeiert. „Das war entsetzlich. Der Mann hat viel weniger Testosteron und kann plötzlich mit dem Kopf denken – das kennt der nicht“, bemerkt Stelter und hebt sein Glas in Richtung des Publikums, was immer wieder passiert, wenn es um Wein oder Ähnliches geht.

Zwischen Bewegungsarmut und Rente

Jeder, der Bernd Stelter kennt, hat wohl mitbekommen, wie sehr der Entertainer an Gewicht abgenommen hat. 25 Kilogramm sind es etwa. „Das kam, weil meine Kinder mir eine graue Plastikuhr geschenkt haben. Die zählt die Schritte. Brauch ich nicht, dachte ich“, so Stelter. Doch was für ein Irrtum. Erst durch das Equipment erfährt er, wie wenig Bewegung sein Leben bestimmt. Er geht fortan zu Fuß zum Bäcker und bewegt sich um ein Vielfaches mehr.

Die Rente ist ebenso ein Thema des Abends. Allerdings nicht wirklich für Bernd Stelter: „Dieter Hildebrandt hatte kurz vor seinem Tod mit 86 Jahren noch Auftritte. Das ist für mich eine Form von Optimismus.“

Er ist ein großer Genießer. Vor allem beim Wein. Das hat Gerd Lewe bei den Besuchen in Warendorf schnell erkannt. 2018 führte er den prominenten Karnevalisten in seinen gut sortierten Weinkeller. „Das war der Anfang einer wunderbaren Freundschaft“, davon sind beide unisono überzeugt. Nicht nur, dass sie die edlen Tropfen gemeinsam genießen – nein, sie haben sogar eigene Weine, die unter anderem an diesem Abend serviert werden, kreiert. Darunter ist auch der „Kalte Flamingo“, der großen Anklang findet. „Ich habe Bernd Stelter noch nie live gesehen. Ist super. Witziger Abend mit leckerem Essen“, sagt Monika Heitkämper, die mit ihren Freundinnen Heike Nüssing und Marlies Affhüppe den Abend genießt.

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