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Staatssekretär Kaiser zu Gast in der VHS

Land zahlt Zuschüsse in voller Höhe

Warendorf

Der Shutdown hat auch das Leben an der Volkshochschule massiv beeinflusst. Umso wichtiger daher, dass das Land frühzeitig signalisiert hatte, dass die Landeszuschüsse in voller Höhe fließen.

Joke Brocker

Trafen sich am Freitag zu einem Arbeitsgespräch, in dem es um die Situation der Weiterbildungseinrichtungen zu Corona-Zeiten und den Neubeginn ging (v. l.) VHS-Zweckverbandsvorsteher Josef Uphoff, Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, sowie VHS-Direktor Rolf Zurbrüggen. Foto: Joke Brocker

Das Herbstprogramm hatte Rolf Zurbrüggen, Direktor der Volkshochschule (VHS) gerade in trockenen Tüchern, als Covid-19 das Leben lahm legte. Schon bald nach dem coronabedingten Shutdown hatte das Land den Volkshochschulen signalisiert, dass sie auch in diesem Jahr mit Landeszuschüssen in voller Höhe rechnen können, unabhängig von der Anzahl der tatsächlich durchgeführten Unterrichtsstunden.

Das bekräftigte am Freitagnachmittag in einem Arbeitsgespräch mit VHS-Direktor Rolf Zurbrüggen und VHS-Zweckverbandsvorsteher Josef Uphof ausdrücklich Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW. Ein wichtiges Signal, das den Volkshochschulen einige Zukunftsängste nehmen und beim Neubeginn gewiss hilfreich sein dürfte. Auch die sechs Kämmerer der zum Zweckverband gehörenden Kommunen hörten solch positive Nachrichten angesichts einer in diesem Jahr extrem schwierigen Haushaltslage gerne, bemerkte der Sassenberger Bürgermeister Josef Uphoff.

Die Weiterbildungsarbeit im Zeichen des coronabedingten Shutdown und des Re-Start hatte das etwa einstündige Gespräch im Alten Lehrerseminar beherrscht. Im anschließenden Pressegespräch war Klaus Kaiser voll des Lobes für die Arbeit der Hauptamtlichen während der Krise.

Diese habe auch ihr Gutes gehabt. So sei im Bereich der Digitalisierung Vorbildliches geleistet worden. Die Mitarbeiter der Weiterbildungseinrichtungen hätten kreativ, flexibel und schnell neue digitale Formate erarbeitet, die bislang allerdings nicht förderfähig waren. Mit der geplanten Reformierung des Weiterbildungsgesetzes NRW, an der das Ministerium derzeit arbeitet, soll sich das ändern. Die Volksbildung, die kommunale Pflichtaufgabe bleiben werde, werde allerdings nicht auf digitale Plattformen beschränkt bleiben, stellte Kaiser klar. Soziale Wesen hätten nun einmal das Bedürfnis, miteinander in Kontakt zu treten und sich auszutauschen. Das sieht auch Rolf Zurbrüggen so und kündigte ein Hybridformat aus Digital- und Präsenzangeboten an.

„Das war ein enormer Kraftakt“, beschreibt der VHS-Direktor den Neubeginn nach dem Shutdown. 35 Prozente der Kurse seien fortgesetzt worden. Gesundheits- und Entspannungskurse konnten wegen der geltenden Coronaschutzverordnung nicht angeboten werden, da die Mindestabstände nicht hätten eingehalten werden können. Die Arbeit der Mitarbeiter, die einen Überblick über die Anzahl der Teilnehmer und der verfügbaren Dozenten gewinnen, Kurse aufteilen und sich mit Hygienekonzepten, Laufwegen und Abstandsmaßnahmen auseinandersetzen mussten, habe aber weiterhin bei 100 Prozent gelegen. Trotz Corona habe man natürlich auch weiter verwalten, Honorare und Gehälter anpassen oder Beiträge erstatten müssen.

Unter den gegebenen Umständen möchte Zurbrüggen „ganz normal“ ins Herbstsemester starten. Man werde „auf Sicht“ fahren, ist er sich mit Klaus Kaiser einig, der den auch von Ministerpräsident Armin Laschet eingeschlagenen Kurs, situationsbezogen zu reagieren, begrüßt. Um möglichst aktuell sein und flexibel reagieren zu können, wird die Volkshochschule erstmals kein Print-Programm vorlegen. Alle Kursangebote werden nur im Internet zu finden sein. Eine Beratung werde es aber selbstverständlich sowohl telefonisch wie auch vor Ort geben, versichert Rolf Zurbrüggen.

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