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Jugendworkshop mit sichtbaren Resultaten

Legale Graffitikunst am Hallenbad

Warendorf

Die Grundzüge der Streetart kennenlernen und ausprobieren konnten Jugendliche im Rahmen eines Projekts des Vereins für Freizeitservice und Jugendarbeit. Die Resultate sind nun im Stadtbild zu bewundern.

Von Felicia Schirk

Nahmen sich am Sonntag die Verschönerung der Unterführung vor dem Hallenbad vor (v.l.): Jens Micke, Stella, Alex Christiani, Bahast, Remus, Nabil, Marc, Kilian, Leonie, Aljin, Kilian Schmelzer und Timo. Foto: Felicia Schirk

In der Unterführung im Schulviertel herrschte am Sonntagmorgen schon ein reger Betrieb. Während ein Großteil der Warendorfer noch gemütlich frühstückte, verwandelten elf Jugendliche den Tunnel vor dem Hallenbad bei Musik und viel guter Stimmung in ein wahres Graffiti-Kunstwerk. Und das ganz legal: Sie nahmen an einem Projekt des Vereins für Freizeitservice und Jugendarbeit teil, bei dem sie unter Anleitung der beiden Telgter Künstler Alex Christiani und Kilian Schmelzer die Grundzüge der Streetart lernen und selber ausprobieren durften.

Doch bevor es an die Wände ging, beschäftigten die Jugendlichen sich am Samstag im Jugendzentrum Hot zunächst mit der Theorie. „Wir haben in einer Präsentation die Geschichte und Anwendung von Graffiti erklärt“, fasst Kilian Schmelzer zusammen. Anschließend skizzierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Ideen für die Gestaltung der Unterführung auf Papier. „Diese Vorarbeit ist sehr wichtig für das spätere Sprayen“, erklärte Kilian Schmelzer.

Niedliche Geister und politische Aussagen

Ein konkretes Thema war bei dem Workshop nicht vorgegeben, die Bilder und Schriftzüge reichten von niedlichen Geistern bis zu politischen Aussagen. Nur der blaue Hintergrund verband die Werke, den hatten die beiden Künstler bereits am Tag zuvor geschaffen.

Neben seinem Sprayer-Namen will Fritz auch eine politische Aussage zu seinem Graffiti hinzufügen. Foto: Felicia Schirk

„Wir setzen uns für legale Flächen zum Sprayen ein, weil das auch einfach viel besser aussieht“, begründete Alex Christiani sein Engagement für das Projekt und führte weiter aus: „Außerdem können die Jugendlichen jedes Mal, wenn sie durch die Unterführung laufen, ihren Namen an der Wand sehen, sie haben langfristig etwas davon.“

Projekt wird wiederholt

Aljin und Bahast sind durch die Schule auf das Streetart-Projekt aufmerksam geworden. Obwohl sie das Sprayen zunächst ziemlich schwer fanden, sind sie zufrieden mit ihrem Zwischenergebnis. Auch Fritz gab sich große Mühe bei der Erstellung seines Tags. „Mir gefällt es, wenn Graffitis eine politische Message übermitteln. Deswegen möchte ich das auch machen“, erklärte er.

Damit in Zukunft noch weitere Kinder und Jugendliche die Chance bekommen, sich legal mit Graffiti auszudrücken, soll das Projekt wiederholt werden.

Statt der illegalen Tags auf grauem Hintergrund ziert nun ein farbenfrohes Kunstwerk die Wände der Unterführung. Foto: Felicia Schirk

„Nächste Woche darf erst einmal eine andere Gruppe die noch leere Seite der Unterführung bemalen. Danach bekommen wir hoffentlich die Möglichkeit, ein paar mehr von den illegal besprühten Wänden in Warendorf zu verschönern“, erklärte Jens Micke, der als Beauftragter für eigenständige Jugendpolitik das Streetart-Projekt mitbetreut.

Nach und nach könnte sich Warendorf so zu einem richtigen Outdoor-Museum verwandeln.

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