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Austausch zwischen Bürgermeister Horstmann und Historiker Ester

Lehren der Geschichte im Jetzt verankern

Warendorf

Gerade die Verlegung von Stolpersteinen veranschaulicht die Teilhabe vieler Bürgerinnen und Bürger an einer aktiven Auseinandersetzung mit den Schicksalen der Opfer des Nationalsozialismus vor Ort. Jetzt trafen sich Bürgermeister Peter Horstmann und der Historiker Matthias M. Ester zu einem Austausch am Geschichtsort der Villa ten Hompel in Münster.

Zu einem persönlichen Austausch trafen sich kürzlich Bürgermeister Peter Horstmann und der Historiker Matthias M. Ester, Sprecher des Arbeitskreises „Jüdisches Leben in Warendorf“ der Altstadtfreunde Warendorf und der Stolperstein-Initiative Warendorf. Foto: Stefan Querl

Zu einem persönlichen Austausch trafen sich kürzlich Bürgermeister Peter Horstmann und der Historiker Matthias M. Ester, Sprecher des Arbeitskreises „Jüdisches Leben in Warendorf“ der Altstadtfreunde Warendorf und der Stolperstein-Initiative Warendorf.

Auf Einladung des stellvertretenden Leiters, Stefan Querl, fand das Treffen im Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster statt. Der Besuch bot Bürgermeister Horstmann auch Gelegenheit, den neuen Leiter der Villa ten Hompel, Dr. Axel Doßmann, zu seiner neuen Funktion zu beglückwünschen.

In der Villa ten Hompel organisierte die Ordnungspolizei 1941 die Deportation der münsterländischen Juden am 13. Dezember 1941 nach Riga. Unter ihnen befanden sich auch zehn jüdische Frauen und Männer aus Freckenhorst und Warendorf. Die Villa als Tatort und Gedenkort bot somit den eindrücklichen Rahmen, sich über die gegenwärtige und zukünftige Erinnerungsarbeit in Warendorf auszutauschen.

Verlegung von Stolpersteinen

Gerade die Verlegung von Stolpersteinen veranschaulicht die Teilhabe vieler Bürgerinnen und Bürger an einer aktiven Auseinandersetzung mit den Schicksalen der Opfer des Nationalsozialismus vor Ort. Durch biografische Zugänge in der Erinnerungsarbeit und das Verorten der Lebensräume der Opfer im Stadtraum eröffnen sich zudem Kooperationsmöglichkeiten mit den Warendorfer Schulen und der Volkshochschule bei der Aufarbeitung nationalsozialistischer Gräueltaten. So lenken die 42 bisher verlegten Stolpersteine in Warendorf, Freckenhorst und Hoetmar den Blick auch auf lange Zeit unbeachtete Opfergruppen wie die ermordeten Kranken im Rahmen der NS-Euthanasie-Programme oder die verfolgten Zeugen Jehovas. Gerade für junge Generationen ist der Besuch authentischer Orte ein wichtiges Momentum im Rahmen ihrer Auseinandersetzung mit den Menschheitsverbrechen des NS-Regimes.

Dauerhafte Erinnerungsarbeit

Bürgermeister Horstmann und Matthias M. Ester waren sich daher einig, dass zu einer dauerhaften und sinnstiftenden Erinnerungsarbeit auch der kritische Blick auf die Gegenwart gehört. Gerade die zunehmende und offen ausgetragene Gewalt gegenüber jüdischen Mitbürgern und anderen Minderheiten mache deutlich, dass Staat und Zivilgesellschaft in der Pflicht stehen, die Lehren aus der Geschichte in der Gegenwart zu verankern.

Die fortschreitende Zeit dürfe kein Argument sein, die Erinnerung an das Unrecht verblassen zu lassen und mahne zugleich an, das Gedenken an das kulturelle jüdische Leben in Deutschland und Warendorf wach zu halten. Dazu soll auch künftig ein steter Austausch zur Erinnerungsarbeit und zu möglichen Kooperationen zwischen dem Arbeitskreis „Jüdisches Leben in Warendorf“, der Stolperstein-Initiative Warendorf und der Stadt Warendorf einen wichtigen Beitrag leisten.

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