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Nach einer Krisen-Spielzeit blickt Verein TaW positiv in die Zukunft

„Lichter gehen nicht aus“

Warendorf

Es wurde in der vergangenen Spielzeit so richtig eng für den Verein Theater am Wall. Die Vorsitzende Maria Rother formulierte es ganz deutlich im Rahmen der Jahresversammlung: „So eine Spielzeit brauchen wir nicht noch einmal.“ Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels. . . 

Von Andreas Poschmann

Der Vorstand des Theater am Wall e.V. mit (v.l.) Raphaela Lagrange, Johannes Austermann, Maria Rother, André Auer, Margret Bergmann, Armin Düpmeier, Monika Mulder und Alfred Kiel blickt Zuversichtlich in die Zukunft. Foto: Andreas Poschmann

Richtig Federn lassen musste der Verein Theater am Wall in der vergangenen Spielzeit. Schwache Zuschauerzahlen (30 bis 60 pro Vorstellung) machten den Verein, den Zahlen des Jahresabschlusses im Juni diesen Jahres zu entnehmen, schließlich sogar handlungsunfähig. „So eine Spielzeit brauchen wir nicht noch einmal“, sagte Maria Rother (Vorsitzende). Ohne den vor der Pandemie stets ausverkauften satirischen Jahresrückblick „Storno – Die Abrechnung“ (die Auslastung lag 2021 allerdings bei nur 80 Prozent) wäre das Ergebnis wohl noch deutlich schlechter gewesen.

Einen weiteren Beitrag leistete die Reihe Jazz live unter Armin Düpmeier, die ebenfalls ein gutes Ergebnis eingespielt hatte. Wie es zum Verlust kommen konnte, erläuterte André Auer während der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend im Dachtheater. „Bei Corona bedingten Absagen mussten wir nur die Eintrittsgelder zurückzahlen, hatten jedoch auch keine Honorarkosten. Trotz geringer Zuschauerzahlen mussten wir jetzt allerdings für die Veranstaltungen das volle Honorar zahlen.“ Für die Planung der neuen Spielzeit habe es keine Ressourcen mehr gegeben. „Wir gehen ja in Vorleistung“, betonte Maria Rother. Ein Weiterbetrieb sei nur möglich, weil die Stadt Warendorf eine finanzielle Unterstützung zugesagt und auch eine Ausfallbürgschaft eingerichtet habe – alles mit einstimmiger Mehrheit des Stadtrates. „Dafür sind wir sehr dankbar und sehen, dass das Theater für Warendorf eine Bedeutung hat“, sagte Rother. Bis zum Ende der Spielzeit 2023/24 sei der Theaterbetrieb demnach gesichert. „Momentan schauen wir in eine positive Zukunft und gehen davon aus, dass hier die Lichter nicht ausgehen“, wagte die Vorsitzende eine Blick in die Zukunft.

Aufwind bei den Zuschauerzahlen

Untermauert wurde das durch den aktuellen Aufwind bei den Zuschauerzahlen. „Wir kommen zwar noch nicht an die Zahlen vor der Pandemie, aber das Kindertheater war zum Beispiel ausverkauft. Wir mussten sogar Besucher nach Hause schicken.“

Auch Kassierer Alfred Kiel entnahm den aktuellen Zahlen einen positiven Trend. „Die Zuschauer haben offenbar wieder Lust auf Theater bekommen und wir können mit breiter Brust in die Zukunft schauen.“

Technisch gesehen ist das Theater am Wall bestens gerüstet – auch hinsichtlich des Klimaschutzes. Während der Coronapandemie wurde mit Hilfe von Fördergeldern in Höhe von 120 000 Euro die gesamte Lichtanlage auf den neuesten Stand gebracht und auf LED-Technik umgerüstet. Durch die neue Technik würde das Theater rund 60 Prozent an Strom einsparen. Dringend überholt werden müssten jedoch die Fenster. „Einscheibenglas ist im Sinne des Umweltschutzes, Denkmal hin oder her, nicht zeitgemäß“, bemerkte Maria Rother.

Entlastung des Vorstandes

Nach einstimmiger Entlastung des Vorstandes wurden die Vorsitzende Maria Rother, die Schriftführerin Margret Bergmann sowie die Beisitzer Raphaela Lagrange und Johannes Austermann wiedergewählt. Turnusmäßig schied Nils Hälker als Kassenprüfer aus, neu gewählt wurde Max Brokbals.

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