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Neue Spielstätte im TaW gefunden

Märchenhafte Tanzbilder

Warendorf

Unter der Choreographie und Leitung von Gertrud Loquay-Gerbaulet zauberten bereits die Jüngsten zur Klavierimprovisation von Marina Dopheide märchenhafte Bilder auf die Bühne, ob das Ausschütteln der Kissen („dann schneit es auf der Welt“), bei einem gemeinsamen Waldspaziergang („Hand in Hand“) von Schneeweißchen und Rosenrot oder wenn Dornröschen sich wie eine Spindel auf der Bühne drehte.

wn

In Märchen und Mythen tauchten die begeisterten Zuschauer jetzt bei „Einfach Tanz“ der Kleinen Schule für Bewegung/ Tanz/Theater im nahezu ausverkauften Theater am Wall in Warendorf ein.

Sowohl die Teilnehmer als auch die Besucher fühlten sich in der neuen Spielstätte willkommen und sichtlich wohl. Nach dreimaliger erfolgreicher Veranstaltung im neuen Theater der Stadt Gütersloh musste nach einer drastischen Erhöhung der Raummieten eine neue Wirkungsstätte gefunden werden, die den Benefizgedanken (in diesem Jahr zu Gunsten der Welthungerhilfe) nicht untergehen lässt. Bei der Stadt Warendorf fand man sofort eine wohlwollende Unterstützung.

Verbunden mit Erzählungen – souverän vorgetragen von Ann-Kathrin Mense und Eva Hahn als Sprecherinnen – wurde das Publikum nicht nur in Märchen, sondern auch in klassische Mythen der Antike eingeführt.

Eindrucksvoll wurde so das Thema „Nur nicht den Faden verlieren“ am Mythos der Ariadne umgesetzt und Gedanken zum eigenen Lebensweg zum Thema gemacht. „Der Weg ist das Ziel – oder gibt es einen Weg ohne Ziel ?“ hieß es zum Abschluss des Stückes.

Wer kennt schon den Mythos des Kugelmenschen ? – die Zuschauer spätestens seit dieser Vorstellung. Die jungen Damen gestalteten und tanzten dieses Sehnsuchtsthema in ausdrucksstarker Weise.

Auch der tiefsinnige Ansatz zum Thema Schönheitswahn wurde beim Programmpunkt „Wer ist die Schönste ?“ zum Mythos des Narziss, der in sein eigenes Spiegelbild verliebt war, dank großer kreativer Improvisationsleistung der Tanzgruppe deutlich erkennbar. Die Inszenierung wurde durch die Verbindung von sieben Spiegeln mit einer geschickten Lichttechnik eindrucksvoll illuminiert und verdeutlichte auch durch Textpassagen in einer rückwärtigen Projektion inhaltlich den Begriff einer übersteigerten Selbstverliebtheit und Eitelkeit.

Mit Live-Streaming (zu Deutsch Echtzeitübertragung) wurden die Tanzszenen des gesamten Programms vom Filmteam Stefan Niehaus/ Christoph Volland-Thurn großflächig auf die Hintergrundleinwand projiziert und boten ein ästhetisches Gesamterlebnis.

Mit dem Stompprojekt kam Rhythmus auf die Bühne – mit Zeitungen, Besen, Mülltonnen und Plastikflaschen zeigten die Tänzerinnen effektvoll, dass in Gegenständen Rhythmus steckt. Dass Stepptanz mit Jazz gut harmoniert demonstrierte die Stepptanzgruppe mit einer Kindergruppe im Einklang.

54 Tänzerinnen gleichzeitig auf der Bühne beim letzten Programmpunkt „Mainstream“ bewiesen eindrucksvoll – fast atemberaubend – dass die Kleine Schule auch in aktuellen Tanzstilen zu Hause ist.

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