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Rohstoffkrise wirkt sich auch auf Hochfest aus

Marienbögen dieses Jahr ohne Gasbetrieb

Warendorf

Drei der neun Bögen werden durch Gasflammen erleuchtet. Normalerweise. Dieses Jahr ist es in Warendorf an Mariä Himmelfahrt anders.

Der Bogen in der Münsterstraße steht bereits. Er würde mit Gasflammen illuminiert. Doch wegen der aktuellen Lage auf dem Energiemarkt fällt das dieses Jahr aus. Foto: Jörg Pastoor

Seit fast 270 Jahren wird das Hochfest Mariä Himmelfahrt zu Ehren der Gottesmutter Maria in Warendorf mit Konzerten und feierlichen Gottesdiensten gefeiert. Einen Höhepunkt bildet die Illumination der Innenstadt durch die insgesamt neun Marienbögen, von denen bis zuletzt noch drei traditionell mit Gas betrieben wurden. Nun werden auch diese drei Bogen nicht mehr mit dem fossilen Energieträger versorgt. Grund ist die aktuelle Lage der Energieversorgung in Deutschland und der allgemeine Appell an die Bevölkerung Gas einzusparen. Die Entscheidung haben die Stadtwerke Warendorf und die betroffenen Bogengemeinschaften nach einem Gespräch vor zwei Wochen gemeinsam getroffen.

„Uns Bogenvätern war natürlich bewusst, dass die Beleuchtung in diesem Jahr wohl nicht mit Gas umgesetzt werden kann, weshalb wir bereits überlegt haben, durch eine verkürzte Betriebsdauer der Bögen Gas einzusparen. Bis zuletzt hatten wir gehofft, dass sich die globale Energiekrise entspannt. Doch die Realität ist eine andere. Nun auf den Gasbetrieb zu verzichten, ist daher die einzig richtige Entscheidung“, erklärt Thomas Döhring, Vorsitzender der Bogengemeinschaft Münsterstraße, den Entschluss.

Thomas Döhring, Vorsitzender der Bogengemeinschaft Münsterstraße

Den Stadtwerken Warendorf war die Unterstützung der Bogengemeinschaft stets ein wichtiges Anliegen, weshalb sie seit fast 20 Jahren das Gas für die Beleuchtung der Marienbögen spendeten. Die Bögen nun nicht mehr mit Gas zu betreiben, hält Björn Güldenarm, Geschäftsführer der Stadtwerke Warendorf vor dem Hintergrund der Energiekrise dennoch für unumgänglich. „Mariä Himmelfahrt ist ein wichtiges Fest für uns Warendorfer, natürlich möchten wir als lokales Unternehmen unseren Teil dazu beitragen, die Tradition aufrecht zu erhalten und haben deshalb erst im Jahr 2019 die Gasanschlüsse erneuert. Dennoch ist in der aktuellen Situation das Einsparen von Energie primäres Ziel und die Entscheidung ein wichtiges Signal, dass wir unsere Verantwortung als Energieversorger sehr ernst nehmen“, so Björn Güldenarm.

Für die Stadt Warendorf ist das Hochfest Mariä Himmelfahrt einer der wichtigsten und traditionsreichsten Termine im Jahreskalender. „In solchen Momenten zeigt sich, was das Miteinander in Warendorf so besonders macht – wenn es darauf ankommt, halten wir zusammen“, freut sich Bürgermeister Horstmann, dass Bogengemeinschaften und Stadtwerke so zügig eine Alternative für die gasbetriebenen Marienbögen abstimmen konnten.

Stadtwerke hatten erst 2019 die Anschlüsse erneuert

Wie die drei Bögen alternativ beleuchtet werden, werden die Stadtwerke Warendorf gemeinsam mit den Mitgliedern der drei Bogengemeinschaften in einem Pressetermin in der kommenden Woche bekannt geben. Dann nämlich sind die drei Bögen aufgebaut. Das Fest Mariä Himmelfahrt beginnt am 20. August und findet seinen Höhepunkt in der großen Stadtprozession aller Gemeinden der Stadt am Sonntagmorgen.

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