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Hoetmar hat einen neuen Schützenkönig

Martin Bütfering regiert

Hoetmar

Martin Bütfering hat den Vogel abgeschossen und sich damit zum Schützenkönig von Hoetmar befördert. Der 55-jährige Biolandwirt löst Stephan Wiggeringloh ab, der 1092 Tage regierte.

Von Stephan Ohlmeier

Oberst Martin Lilienbecker (l.) und Adjutant Julian Krummacher reiten die Formationen ab. Foto: Stephan Ohlmeier

Martin Bütfering ist neuer Schützenkönig im Bundesgolddorf Hoetmar. Nach 1092 Tagen Wartezeit schoss sich der 55-jährige Biolandwirt am Samstag um 16.50 Uhr zum Nachfolger von Stephan Wiggeringloh. „Der König kommt weiterhin aus Wessenhorst“, freute sich die neue Majestät. Die Bauerschaft Wessenhorst gehört kirchlich zu Hoetmar, geografisch aber zu Enniger.

Zu den ersten Gratulanten des Familienvaters gehörte Ehefrau Karin, die ihr Glück kaum fassen konnte. „Ich hatte heute nicht geplant, auf den Vogel zu schießen“, verriet Martin Bütfering. Nach dem er beim Treffen der „Corona-Könige“ – 2020 wurde Bütfering im Freundeskreis König – am Königstisch Probe gesessen hatte, entschloss er sich aber spontan, zur Vogelstange zu schreiten.

Martin Bütfering, neuer Schützenkönig

In den Hofstaat berief das Mitglied des Kegelclubs „Die Experten“ und Gemeindeausschusses „St. Lambertus“ Norbert und Christiane Eickhoff, Jürgen Lilienbecker und Simone Herweg Lilienbecker, Willi Flaßkamp und Melanie Herweg-Lilienbecker sowie Hubert und Birgit Sickmann.

Mit Jürgen Lilienbecker, Willi Flaßkamp und Norbert Eickhoff hatte es übrigens drei weitere Thronherren auf den Vogel abgesehen. Die Insignien sicherten sich Kai Flaßkamp (Krone), Lena Schössler (Apfel) und Sebastian Tacke (Zepter).

Begonnen hatte das Schützen- und Heimatfest am Samstagmittag mit dem Antreten auf der Dechant-Wessing-Straße. Von dort marschierte die gesamte Kompanie zum Dorfbrunnen, wo Oberst Martin Lilienbecker Mara Dorgeist zur neuen Kommandeurin der Damengarde, Rena Hustert zur Zugführerin und Tim Witte zum Kommandeur der Jungschützen ernannt.

„Wenn der Wind weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“, zitierte der Oberst ein altes Sprichwort. Er sei froh, das Hoetmar im Team Windmühlen spiele und sich auch während der Corona-Pandemie für die Gemeinschaft eingesetzt habe. Martin Lilienbecker fand aber auch deutliche Worte in Richtung Wladimir Putin, der ein „teuflisches Feuer“ gelegt habe und zeige, dass unsere Demokratie zerbrechlich sei. „Unser Schützenfest ist ein friedliches Fest“, sagte der Oberst und dankte allen, die zu einem Wir-Gefühl und friedvollen Miteinander beitragen.

Im Anschluss marschierte die gesamte Kompanie durch das grün-weiß geschmückte Dorf weiter zum Festplatz am Wiebusch, wo Stefan Brinkmann die Proklamation des scheidenden Königs Stephan Wiggeringloh verlas: „Wir sind ein geiler Verein und können stolz darauf sein.“ Besonders dankte Wiggeringloh seiner Königin Christine Overhues sowie dem Hofstaat für drei unvergessliche Jahre.

Danach begann auf dem Festplatz ein buntes Treiben mit Preis- und Pokalschießen, Rollenrutsche für die Kinder und Platzkonzerten der Gebrasa aus Sassenberg, der Fanfaren aus Milte und des Spielmannszuges aus Sendenhorst. An der Theke wurden Freundschaften gepflegt und neue Kontakte geknüpft.

Am frühen Abend wurde am Ehrenmal vor der Lambertus-Kirche der große Zapfenstreich geblasen und aller Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Abends im Festzelt spielte die Band „Splash“ auf und machten die Hoetmarer die Nacht zum Tage. Wer wirklich geglaubt hatte, Corona oder Putin könnten die Verbreitung des grün-weißen Schützenfestvirus stoppen, irrte gewaltig. Am gesamten Wochenende bewiesen die Hoetmarer, dass das Schützen- und Heimatfest das Fest des Jahres im Golddorf ist und bleibt.

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