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Norbert Schulz stellt im Atelier Spitthöver aus

Mehr als nur Kritzeleien

Warendorf

Früher waren es Telefonbücher, die Norbert Schulz in Wartezeiten vollgekritzelt hat. Heute entstehen seine Werke beim Brainstorming mit anderen Künstlern. Einen Querschnitt zeigt er bis zum 19. Juni im Atelier Spitthöver.

Von Beate Trautner

Der Augenblick ist das verbindende Element der Arbeiten von Norbert Schulz. Deswegen steht auch die Ausstellung im Atelier Spitthöver unter diesem Titel. Foto: Beate Trautner

Es gibt viele Möglichkeiten, die Zeit des Wartens zu nutzen. Der Dülmener Künstler Norbert Schulz fängt in solchen Situationen an zu zeichnen. „Ich habe immer schon und überall ,rumgekritzelt‘“, beschreibt er die Anfänge seines kreativen Schaffens. „Und dann, plötzlich, sehe ich etwas in den Kritzeleien und hebe sie hervor“. Hauptsächlich Tusche, Aquarellfarben, Pastellkreiden oder Farbstifte geben seinen surrealen Welten eine Form.

Einen Querschnitt seiner Arbeiten zeigt Norbert Schulz unter dem Titel „Augenblicke“ vom 21. Mai bis zum 19. Juni im Atelier Spitthöver in der Königstraße 10 in Warendorf. „Den Titel ,Augenblicke‘ finde ich gut gewählt“, sagt der ehemalige Berufschullehrer für Bautechnik und Deutsch selbst. Denn begleitend zu seinen „Kritzeleien“ zeigt er in seiner Ausstellung fotografische Momentaufnahmen, die ihn zu Texten und Gedichten inspiriert haben. Zur offiziellen Eröffnung der Ausstellung „Augenblicke“ am Samstag (21. Mai) um 11 Uhr wird Schulz aus seinen Texten und Gedichten lesen.

„Arkadische Skizzen“

Alles beginnt bei Norbert Schulz eher unwillkürlich – in einem Augenblick, mit einem Gedanken, einem Gefühl. Was ohne Ziel beginnt, wird dann in der Folge immer konkreter und bildlicher. Das ist auch heute noch so. Allerdings „kritzelt“ er heute nicht mehr die Telefonbücher voll. Die bizarren Tuschestriche entstehen nun beim regelmäßigen kreativen „Brainstorming“ mit anderen Künstlern. „Wenn man gemeinsam malt, ist man halb am reden und halb am arbeiten“ erklärt er. „Und auch die Gesprächspausen werden angenehm.“

Schulz bezeichnet seine Arbeiten selbst als „arkadische“ Skizzen. Arkadisch bedeutet malerisch, idyllisch, verträumt oder auch romantisch. Allerdings sind seine surrealen Bilderwelten mitunter auch befremdlich oder sogar verstörend. „Beim Draufloszeichnen empfinde ich Freiheit. Sich loslösen von allem und sehen, was passiert“, erklärt Schulz die Faszination seines Tuns.

Ohne Zweifel aber ist der Augenblick das verbindende Element zwischen seinen zeichnerischen und lyrischen Arbeiten. Und auch das Theaterspielen hat ihm geholfen, eine eigene Richtung zu finden.

„Das Leben ist eine Abfolge von Augenblicken, die unser Sein in großem Maße bestimmen“, philosophiert Schulz. Freudvolle und leidvolle menschliche Begegnungen, Gespräche während des Zeichnens und das Erleben der Natur prägen seine Augenblick-Arbeiten der vergangenen Jahre.

Teil des Künstlertrios H2N

Seit nunmehr 20 Jahren ist er das „N“ in dem erfolgreichen Künstlertrio H2N. Das wirkte neben verschiedenen Ausstellungen, Projekten, Video- Installationen und Performances hauptsächlich im Bereich der Land-art in der Hohen Mark bei Haltern und auch bei der „Straße der Kunst“ in Dülmen, die Schulz mit ins Leben rief.

Die Ausstellung „Augenblicke“ ist jeweils samstags von 11 bis 17 Uhr und sonntags und mittwochs von 15 bis 18 Uhr im Atelier Sptitthöver zu erleben.

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