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Anita Stakenkötter verlässt die „erste Reihe“

Meinung vehement vertreten

Freckenhorst

Anita Stakenkötter verabschiedet sich nach 40 Jahren aus der „ersten Reihe“ der FDP. Für ihre politischen Leistungen wurde sie am Freitag geehrt.

Andreas Engbert

Günter Belt (l.) und Hans Günther Schöler (r.) dankten Anita Foto: Andreas Engbert

Unübersehbar befindet sich die Lokalpolitik derzeit im Wahlkampf-Fieber. Für Anita Stakenkötter endet mit Ablauf dieser Wahlperiode nach über 40 Jahren die Arbeit in der „ersten Reihe“ der Parteiarbeit in der FDP und in den politischen Gremien. Am Freitag kamen die Liberalen im eher kleinen Kreis in den Freckenhorster Bürgerstuben zusammen, um Anita Stakenkötter für ihren Jahrzehnte langen Einsatz für die FDP – davon stand sie 22 Jahre an der Spitze des Warendorfer Ortsverbandes – zu danken. „Das ist keine Abschiedsfeier“, stellte ihr Amtsnachfolger im Vorsitzendenamt der Orts-FDP, Heiner Kamp, klar, dass das neben dem Dank auch das 40-jährige Mitgliedschaftsjubiläum Stakenkötters im Mittelpunkt stehen solle und er auch in Zukunft die erfahrene Kommunalpolitikerin um Tipps bitten werde.

An seine ersten Termine in der in der Politik erinnerte sich der Landtagsabgeordnete Markus Diekhoff, gleichzeitig Kreisvorsitzender der Liberalen. Im Rahmen des Bundestagswahlkampfs 2005 erinnerte er an einen Termin zum Thema B64n, an dem er Anita Stakenkötter erstmalig traf: „Ich war baff erstaunt, wie stark du warst.“ Er zeigte sich beeindruckt von der Vehemenz, mit der sie ihre Meinung vertreten habe: „Das hat mich geprägt.“

Als Fraktionsvorsitzende würdigte Beate Janinhoff den Erfahrungsschatz Stakenkötters. Sie sei „ein wandelndes Lexikon der Kommunalpolitik“ und habe all ihre Kraft und ihr Herzblut in die Kommunalpolitik gelegt. Auf die gemeinsame Arbeit im Vorstand blickte Günter Belt zurück: „Es hat Spaß gemacht – und daran bist du Schuld“, stellte ihr ehemaliger Stellvertreter fest. Sie sei die treibende Kraft in der Parteiarbeit gewesen, erinnerte Dr. Hans Günter Schöler an einige herausragende Punkte aus der Arbeit Stakenkötters. So habe sie die Kamingespräche erfunden, die sich zu einer festen Größe etabliert haben. Sogar Christian Linder, damals noch junger Generalsekretär der NRW-FDP, war zu Gast. Ein dickes Buch, das Schöler gemeinsam mit Günter Belt zusammengestellt hat, erinnert mit Fotos, Zeitungsartikeln aus vier Jahrzehnten an die umfangreiche Parteiarbeit.

Und nicht nur aus den Reihen der FDP wurde die Kommunalpolitikerin mit Lob und Dank überholt. Im Namen der Stadt dankte die stellvertretende Bürgermeisterin Doris Kaiser (CDU) für die Zusammenarbeit, bei der man nicht immer einer Meinung aber immer gemeinsam auf der Suche nach einer guten Lösung gewesen sei. Als Vorsitzender des UPV-Ausschusses bescheinigte CDU-Mann Willi Schöning Anita Stakenkötter stets eine äußerst gute Sitzungsvorbereitung und Sach- und Fachkompetenz. Ebenfalls in den letzten 40 Jahren war August Finkenbrink (CDU) in der Kommunalpolitik aktiv und dankte Anita Stakenkötter für eine ebenso lange Zusammenarbeit im Bezirksausschuss.

Anita Stakenkötter nahm die Wünsche gerne entgegen und bekannte mit Wehmut, in diesem Wahlkampf jetzt nur zuzuschauen. Ihr Dank galt ihrem Mann Erich und ihren Kindern; die Familie habe sie stets in der Arbeit unterstützt. Sie erinnerte sich gerne ein einige Kuriositäten zurück, etwa Wahlkampfhilfe der Warendorfer FDP in Hessen oder den Besuch des damaligen Bundesaußenministers Klaus Kinkel in Warendorf. Im Rahen der Diskussionen um das „Hippologikum“ waren ihr von einem Parteifreund auf Bezirksebene zwei Münzen übergeben worden – die damals einzigen um Umlauf befindlichen Münzen mit einem Pferd im Motiv. Diese Münzen reichte sie an ihren Nachfolger Heiner Kamp weiter.

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