1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Warendorf
  6. >
  7. Mit Vertrauen neue Wege gehen

  8. >

KFD St. Laurentius und St. Marien werden 125 Jahre und fusionieren Anfang 2023

Mit Vertrauen neue Wege gehen

Waerndorf

„Die Ortsvereine sind die Basis von allem, hier schlägt das Herz des Verbandes“, betonte die Vertreterin des Diözesanverbandes Reinhilde Riesenbeck und wies auf Größe der Katholischen Frauengemeinschaft hin. Die KFD sei mit rund 350 000 Mitgliedern und 3600 Ortsgruppen der größte Katholische Frauenverband sowie einer der größten Frauenverbände in Deutschland. Und in Warendorf wurden die KFD St. Laurentius und St. Marien auch noch 125 Jahre alt. Zeit, einen großen Schritt in die Zukunft zu tun – sie fusionieren. Doch zunächst gab es eine gemeinsame Feier.

Von Joe Rieder

Die Messe zur 125-Jahr-Feier der KFD St. Laurentius und St. Marien in St. Laurentius war gut besucht. Foto: Joe Rieder

„Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt.“ – lauten die ersten Zeilen jenes Liedes, das am Donnerstag in St. Laurentius den Beginn der Messe zur gemeinsamen 125-Jahr Feier der KFD St. Laurentius und der KFD St. Marien markierte. Einen passenderen Liedtext hätte sich im Gotteslob kaum finden lassen, denn nicht nur das langjährige Bestehen der beiden Gemeinschaften stand im Fokus des Tages, sondern auch die beschlossene Fusion, die zum 1. Januar 2023 vollzogen werden soll.

Reinhilde Riesenbeck überbrachte Glückwünsche zum langen Bestehen und hoffte auf weiterhin großes Engagement nach der Fusion Foto: Foto: Joe Rieder

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie Monika Lucht und Elisabeth Köster in einem kleinen erzählerischen Schauspiel aufzeigten. Lange habe es eine unsichtbare Grenze und in Fragen wie: „Wer hat die meisten Teilnehmer, die meisten Mitglieder?“ ein Konkurrenzdenken gegeben, das nicht weiterführe. Andererseits habe es auch bereits viele gemeinsame Unternehmungen gegeben, beispielsweise Ausflüge oder das Binden von Kräutersträußen. „Das waren Übungen, jetzt wird’s ernst“, sagte Monika Lucht.

Damit hatte sie nur teilweise recht, denn vor dem Ernst zum Zusammenschluss am Jahresbeginn stand die gemeinsame Feier im Hotel „Im Engel“, mit der unter dem Motto „Tradition bewahren, Zukunft gestalten“ auf das lange Bestehen und das Kommende geblickt wurde. Dort hatten sich viele Gäste eingefunden. Neben Dechant Peter Lenfers, der Vertreterin des Diözesanverbandes Reinhilde Riesenbeck und Bürgermeister Peter Horstmann, auch Vertreterinnen der Katholischen Frauengemeinschaften St. Josef, Freckenhorst, Einen, Müssingen und Milte, sowie der Landfrauen aus dem Ost- und dem Westbezirk.

Irmgard Stuke und Hedwig Wittkamp begrüßten die Anwesenden. 125 Jahre alt zu werden, sei nicht schwer, sagten sie. Man müsse nur warten. Doch das Warten alleine reiche nicht, um die Arbeit der KFD zu leisten – es brauche ebenfalls Frauen, die anpacken.

Monika Lucht (links) und Elisabeth Köster erinnerten an Trennendes und Gemeinsamkeiten Foto: Foto: Joe Rieder

Darauf hob auch Reinhilde Riesenbeck in ihrem Grußwort ab, in welchem sie die Arbeit von Marion Bause heraushob, die den Fusionsprozess seit 2020 unterstützt und tatkräftig zum Gelingen beigetragen habe. „Die Ortsvereine sind die Basis von allem, hier schlägt das Herz des Verbandes“, betonte sie und wies auf dessen Größe hin. Die KFD sei mit rund 350 000 Mitgliedern und 3600 Ortsgruppen der größte Katholische Frauenverband sowie einer der größten Frauenverbände in Deutschland.

Der aktuelle Einsatz gelte der Zukunft der Kinder, Enkel und der Frauen, unterstrich sie und sprach deutliche Worte: „Wir fordern eine Kirche, die Frauen nicht ausschließt, sondern mitwirken lässt!“ Wichtige Schritte seien bereits erreicht, aber „Wir brauchen auch in Zukunft Frauen, die sich einsetzen“, mahnte sie und schloss: „Frauen wie Sie brauchen wir – engagiert, zukunftsorientiert und vielseitig!“

Dick (Petra Kirscht, rechts) und Doof (Waltraud Gräffker) überraschten die Anwesenden mit einem Tänzchen Foto: Foto: Joe Rieder

Nach einem Grußwort von Bürgermeister Peter Horstmann, der in seiner Rede weniger auf das Politische, sondern auf das Erreichte und den mit der gewollten Fusion bewiesenen Mut abstellte, griff Dechant Peter Lenfers die von Reinhilde Riesenbeck angesprochenen Probleme mit klaren Worten auf. „Was wäre das für ein Zeichen, wenn die Kirche sagen würde: Wir treten ein für die Gleichberechtigung der Frauen dieser Welt?“, fragte er und bekam für diese Frage spontan Applaus aus dem Saal. Die von ihm selbst gegebene Antwort lautete: „Das könnte eine unglaubliche politische Bewegung auslösen. Aber vielleicht hat sie davor auch Angst“. Selbstverständlich gratulierte auch er zum langen Bestehen, das fünf Silberhochzeiten entspreche. Er richtete seinen Dank ebenfalls an Marion Bause und das gesamte Team, bevor der Saal zum gemütlichen Teil des Festakts überging.

Startseite
ANZEIGE