Wie geht es nach der Pandemie weiter?

Mit Zuversicht indie Zukunft blicken

Warendorf

Wie geht es nach der Pandemie weiter. Pfarrer Herwig Behring, Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Olaf Arlinghaus, Thomas Pinnekamp als Geschäftsführer der Teutemacher GmbH sowie der ehemalige Bürgermeister und Volkswirt Jochen Walter auf Einladung des Stiftungskreises der Evangelischen Kirchengemeinde Warendorf blicken optimistisch in die Zukunft.

Von Stephan Ohlmeier

Über die Folgen der Corona-Pandemie diskutierten (v. l.): Jochen Walter, Pfarrer Herwig Behring, Thomas Pinnekamp, Mike Atig und (vorne) Prof. Dr. Olaf Arlinghaus, der aus Mallorca zugeschaltet war. Foto:

Gibt es eine positive Zukunft nach der Corona-Pandemie? Diese Fragen haben am Dienstagabend Pfarrer Herwig Behring, Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Olaf Arlinghaus, Thomas Pinnekamp als Geschäftsführer der Teutemacher GmbH sowie der ehemalige Bürgermeister und Volkswirt Jochen Walter auf Einladung des Stiftungskreises der Evangelischen Kirchengemeinde Warendorf diskutiert. Die live ins Internet gestreamte und von Mike Atig moderierte Runde war sich einig: „Wir können mit Zuversicht und Selbstbewusstsein in die Zukunft blicken.“

Mike Atig betonte, dass man nicht die Augen vor den zahlreichen menschlichen Schicksalen verschließe, die die Pandemie ausgelöst hat: „Wir wollen Ihnen heute aber ein wenig Mut machen.“ Den Diskussionseinstieg machte Pfarrer Herwig Behring. Er sah es mit großer Sorge, dass sich zahlreiche Gemeindeglieder aus Furcht vor einer Corona-Infektion nach wie vor kaum vor die eigene Haustür trauen und so viele Jugendliche wie nie zuvor unter Depressionen litten. Insofern hoffe er auf eine baldige Rückkehr zur Normalität: „Einander wertschätzen, einander achten, miteinander unterwegs sein – das brauche wir täglich.“ In diesem Zusammenhang könne die Kirche Menschen Halt geben, ein offenes Ohr schenken und ein Gefühl von Gemeinschaft vermitteln.

Prof. Dr. Olaf Arlinghaus

Derweil versucht Prof. Dr. Olaf Arlinghaus der Angst vor den Folgen der Pandemie etwas Positives entgegenzusetzen: „Corona hat uns dahingehend sehr gutgetan, dass wir uns wieder an die Werte erinnert haben, die im Leben wichtig sind – Liebe, Familie, Mitmenschlichkeit.“ Er hoffe, dass dieses Bewusstsein erhalten bleibe und den verlorenen gegangenen sozialen Kitt ein Stück weit auffange.

Vor allem die junge Generation habe zurzeit keine Möglichkeit, sich zu treffen, zu berühren und zu verlieben und werde mittel- bis langfristig am stärksten von den Folgen der Pandemie betroffen sein. „Die Generation, die jetzt in den Startlöchern steht, ist aber sehr gut vorbereitet“, war Arlinghaus überzeugt: „Wenn wir Deutsche, wir Europäer, die Folgen der Pandemie nicht bewältigen können, wer dann?“ Der Wirtschaftswissenschaftler plädierte unter anderem dafür, auf kluge Köpfe zu setzen, sich den veränderten Rahmenbedingungen auf dem Weltmarkt zu stellen und sich immer wieder zu vergegenwärtigen, dass persönliche Beziehungen wichtiger als jedes Meeting sind: „Wir sollten darüber nachdenken, dass Vieles in Deutschland sehr gut funktioniert, trotz der Corona-Krise.“

Auch Jochen Walter versuchte Aufbruchstimmung zu erzeugen. „Corona ist das, was wir daraus machen.“ Ihm sei bewusst, dass viele Menschen unter den Folgen der Pandemie litten und in den letzten Monaten nicht immer nur richtige Entscheidungen getroffen worden seien: „Vom Grundsatz her muss man aber sagen, dass es eine starke Leistung der Politik war.“

Exemplarisch hierfür stehe, dass die Wirtschaft wieder deutlich real wachse und sich der Arbeitsmarkt stabilisiert habe. Angesichts von Rekordausgaben hoffe er aber, dass der jüngeren Generation genügend Mittel verblieben, die Modernisierung unseres Landes voranzutreiben.

Dass es für die heimische Wirtschaft langsam wieder aufwärts geht, bestätigte auch Thomas Pinnekamp: „Für viele Unternehmen war es ein Jahr zwischen Hoffen und Bangen.“ Er hoffe, dass die Bevölkerung die heimische Wirtschaft auch künftig unterstützen wird und die teilweise zu verzeichnenden Abwanderungen in den Online-Handel zeitnah zurückgedreht werden können. Es mache ihn dankbar und auch ein Stück demütig, dass das eigene Unternehmen insgesamt betrachtet wirtschaftlich bislang gut durch die Krise gekommen sei. Zugleich lobte er den hohen Zusammenhalt innerhalb des Netzwerkes WIWA (Wirtschaft für Warendorf) und kündigte an: „Wir leben dafür, uns endlich wieder treffen und den Menschen etwas zurückgeben zu können.“

Generell zeigte sich in der rund eineinhalbstündigen Diskussion, dass die Kleinteiligkeit und Dynamik der mittelständischen Wirtschaft im Münsterland, Optimismus, Erfindergeist und nicht zuletzt regionales Engagement und das Ehrenamt durchaus Wege aus der Corona-Pandemie aufzeigen. „Es wird nicht einfach, aber es wird uns gelingen“, brachte es Jochen Walter abschließend optimistisch auf den Punkt.

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