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„Jazz Live“-Konzert mit dem Haunschild-Rückert-Quartett

Musik serviert mit Comedy

Warendorf

Nicht nur Musik bekam das Publikum beim „Jazz Live“-Konzert am Donnerstagabend im Theater am Wall serviert. Denn zwei der vier Musiker des Haunschild-Rückert-Quartetts verstanden sich auch auf Comedy.

Von Beate Trautner

Das Haunschild-Rückert-Quartett bestritt am Donnerstagabend das jüngste Konzert in der Reihe „Jazz Live“. Foto: Beate Trautner

Musik kann man mit Skalen, Klangfarbe, Tonhöhe oder Dynamik erklären. Aber letztendlich geht es um die Stimmungen und Emotionen, die Musik erzeugt. Eine dicke Portion von alldem sollte es am Donnerstagabend in der Reihe „Jazz Live“ im Theater am Wall geben. Das Haunschild-Rückert-Quartett hatte sich angekündigt.

Frank Haunschild, der Professor an der Jazzgitarre, ist den Liebhabern von „Jazz Live“ ein Begriff. Er war schon etliche Male, aber mit unterschiedlichen Formationen dabei. Und so war das Dachtheater natürlich gut gefüllt. Erwartungsvoll und entspannt warteten die Gäste auf den Beginn.

Konzert coronabedingt nachgeholt

Auch dies war ein coronabedingtes Nachholkonzert. Aber: „Zuerst eine schlechte Nachricht“, sorgte Armin Düpmeier, Organisator der Jazz-Reihe, für einen Schreckmoment. „Es ist das letzte Konzert dieser Spielzeit“, fuhr Düpmeier fort, auf und ein Aufatmen ging durch die Reihen.

Was die Gäste zu hören bekamen, war keine Aneinanderreihung von Tonfolgen in verschiedenen Höhen. Das Haunschild-Rückert-Quartett zauberte eine stimmungsgeladene Atmosphäre, die wie ein Flirren im Raum hing.

Für Henri Geibing am Bass, Jens Dümpel an den Drums, Thomas Rückert am Piano und Frank Haunschild an der Gitarre war es der erste Live-Auftritt in dieser Besetzung.

„First Take“ entstand vor einem Jahr

Eigentlich trafen sich die Musiker vor gut einem Jahr, um ein kurzes Video für Youtube zu drehen. Die Bildaufnahmen misslangen, sie waren unscharf, aber die Tonaufnahme begeisterte sie. So entstand „First Take“ – der erste Versuch, die erste Klappe, die erste Aufnahme, nicht inszeniert und unbearbeitet.

„Wir kamen zusammen und spielten“, erklärte Haunschild. Das heißt: völlig ohne Proben und deshalb unverkrampft. „So sollte es immer sein.“ Verkrampft wirkte das Konzert im Dachtheater aber keineswegs. Im Gegenteil wirkten die Musiker sehr entspannt und „gut drauf“.

Sie hatten viele bekannte Jazz-Standards, etwa von Miles Davis oder John Abercrombie, im Repertoire, von denen sie sich während des Spiel lösten, in eigene Interpretationen übergingen und am Ende des Stücke zurückkehrten.

Die vier Musiker lösten sich immer wieder von den Standards und ließen etwas ganz Eigenes entstehen. Sie standen in direktem Kontakt zueinander, hörten einander zu, ließen sich auf das Spiel und die Instrumente der Kollegen ein, gingen in eine Kommunikation.

Moderatoren mit Comedy-Qualitäten

Aber sie bewiesen in der Moderation zwischen den Stücken auch ihre Comedy-Qualitäten. Besonders Haunschild und Rückert zogen so richtig vom Leder. „Wir sind so eine Art Hobby-Comedy-Duo“, erklärte Haunschild. „Eigentlich sollte jeder ein Mikro bekommen.“ „Ach nee“, konterte Rückert. „Das geht dann durcheinander, wie beim Jazz.“

Durcheinander ging es beim Haunschild-Rückert-Quartett allerdings überhaupt nicht. Aber es war auch keine Feierabendmusik zum Zurücklehnen, dazu passierte einfach zu viel Aufregendes in den „First Takes“ dieses Abends.

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