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25-Jähriger vor Schöffengericht

Nachbarn mit Fleischerbeil attackiert?

Warendorf

Aus meiner Sicht sitzt hier der Falsche auf der Anklagebank, es müsste genau umgekehrt sein“, machte der Verteidiger des 25-Jährigen gleich zu Beginn der Verhandlung vor dem Schöffengericht in Warendorf deutlich. Der 25-jährige Warendorfer soll im Juli vergangenen Jahres einen Nachbarn mit einem Fleischerbeil gefährlich verletzt haben.

-cirm-

Ein 25-jähriger Warendorfer soll im Juli vergangenen Jahres einen Nachbarn mit einem Fleischerbeil gefährlich verletzt haben. Mit diesem Fall hatte sich am Donnerstag das Schöffengericht in Warendorf zu befassen. „Aus meiner Sicht sitzt hier der Falsche auf der Anklagebank, es müsste genau umgekehrt sein“, machte der Verteidiger des 25-Jährigen gleich zu Beginn der Verhandlung deutlich.

Was genau am Nachmittag des 2. Juli geschah, soll in der kommenden Woche mit weiteren Zeugen, darunter drei Polizeibeamten, geklärt werden. Der 29-jährige Geschädigte, Freund der Nachbarin des Angeklagten, sagte bereits vor Gericht aus. Er habe gehört, wie die Verglasung der Wohnungstür zu Bruch gegangen sei. Im Hausflur sei er dann auf den Angeklagten getroffen, der ein Brecheisen in Händen gehalten habe. Er habe ihn zur Rede stellen wollen und sei daher dem 25-Jährigen in dessen Wohnung gefolgt. Dort habe dieser ihn unvermittelt mit dem Fleischerbeil attackiert. Die Folge war eine drei Zentimeter breite, ein Zentimeter tiefe Risswunde der linken Handfläche. In der Vergangenheit habe es immer mal wieder Streit gegeben. Die 39-jährige Nachbarin sagte aus, vom Klirren des Fensterglases wach geworden zu sein. Mit den Worten „Geh mal gucken, der hat uns gerade die Scheibe eingeschlagen“ habe sie ihren Partner zum Nachbarn geschickt – der wiederum kurze Zeit später mit der Handverletzung zurückgekehrt sei. Daraufhin habe sie Polizei und Rettungsdienst alarmiert. Sie sagte aus, nie Probleme mit dem Angeklagten gehabt zu haben. Sie könne sich die Tat nicht erklären. Aussagen, die den Verteidiger an der Glaubwürdigkeit beider Zeugen zweifeln ließen. Er verwies auf mehrere anderslautende Angaben des Duos in den polizeilichen Berichten und den Umstand, dass der Geschädigte mehrfach zur Vernehmung geladen, jedoch nicht erschienen sei. Nebenan habe ein Kleinkind langanhaltend geschrien, er habe gegen die Wohnungstür getreten, um auf diesen Umstand hinzuweisen, so der Angeklagte. Das Glas sei zu Bruch gegangen, das Duo unmittelbar danach auf ihn zugegangen. „Er hat nicht mit mir gesprochen, sondern sofort zugeschlagen.“ In seiner Wohnung sei er vom Freund der Nachbarin in den „Schwitzkasten“ genommen worden. Da keine Küche aufgebaut gewesen sei, habe er das Waschbecken im Bad für den Abwasch nutzen müssen, so der Angeklagte. Aus Platzmangel hätten viele Gegenstände auf dem Boden gelegen, darunter auch das Tatwerkzeug. Er habe angesichts der Luftnot in schierer Panik nach einem Gegenstand gegriffen, so der Verteidiger.

Die Verhandlung wird am 21. Oktober fortgesetzt.

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