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Bundesweit erster Pilotversuch in Freckenhorst

Nachrüstsatz soll Reinigungsleistung stark erhöhen

Warendorf

Filter für Feinstschadstoffe in Regenklärbecken gibt es schon. Aber nur bei Neubauten. Neu wäre einer zum Nachrüsten.

-jp-

Prof. Dr. Ing. Helmut Grüning von der FH Münster. Foto: Jörg Pastoor

Prof. Dr. Ing. Helmut Grüning stellte den Mitgliedern des Betriebsausschusses eine Schätzfrage: Was denn ihrer Meinung nach ein Kubikmeter Regenklärbecken koste? Weil‘s keiner wusste, verriet der Abwasserfachmann es: „1000 Euro. Wir reden hier also über richtig viel Geld“, schob er nach. Damit war der Wissenschaftler der Fachhochschule Münster mitten im Thema. Denn die möglicherweise deutlich günstigere Variante für die bessere Reinigung des Regenwassers, das von den Straßen in die Klärbecken läuft, könnte ein Filter sein (wie berichtet).

Wegen strengerer Grenzwerte für bestimmte Schadstoffe auf den Straßen von Gewerbegebieten wie an der Eisenbahnstraße in Freckenhorst müssten bestimmte Stoffe entweder viel länger Gelegenheit haben, sich in den Rückhaltebecken abzusetzen. Das würde aber an der Eisenbahnstraße so viel zusätzliches Stauvolumen nötig machen, dass gleich ein zweites, gleich großes Becken gebaut werden müsste.

Also will Helmut Gröning die Erfahrungen aus einem Neubauprojekt in Wuppertal – dort arbeitet ein spezieller mehrlagiger Filter schon in einem jüngst in Betrieb gegangenen Becken – als eine Art Nachrüstsatz an das Becken in Freckenhorst anbauen. Ziel: die Gesamtreinigungsleistung spezieller, sehr kleiner Schadstoffanteile von derzeit etwa 25 Prozent auf bestenfalls 80 Prozent erhöhen.

Gelöste Schadstoffe müssen besser zurückgehalten werden

Das würde nicht nur dazu führen, dass das Abwasserwerk problemlos die Grenzwerte unterschreiten würde und damit die Erlaubnis erhielte, das Becken weiter zu betreiben. Zudem würde es Kosten für die alternativ nötige Vergrößerung der Reinigungsbecken sparen. In anderen, größeren Städten gibt es noch größere, vor allem aber unterirdische Einrichtungen, deren Ausweitung noch aufwendiger wäre.

Weil das Land sich von der Technik viel verspricht, fördert es das jetzt als Forschungsvorhaben betriebene Vorhaben finanziell. Und zwar laut Grüning je höher, desto besser die Reinigungsleistung des Filters ist. Zur Forschung gehört auch die genaue Zusammensetzung des enthaltenen Materials. Grüning: „Wir haben auch schon mit Walnussschalen und Grillkohle experimentiert.“ Die Nussschalen hätten sehr gute Filtereigenschaften. Aber eine Schwäche: Sie schimmeln schnell.

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