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Heinrich-Friedrich-Museum zeigt Sonderausstellung

Narben, die sprechen

Warendorf

Künstlerin Marion Sonnenberg zeigt in der Sonderausstellung zum Thema Narben, übrigens ihre erste in einer Galerie, neun Exponate und auch die Geschichte hinter den Narben.

Von und

Das Heinrich Friedrich Museum zeigt aktuell in der Sonderausstellung Marion Sonnenbergs Fotografien Foto: Rebecca Lek

Auch Narben können ästhetisch sein, findet Künstlerin Marion Sonnenberg. Im Rahmen eines langen Projektes widmet sie sich im Rahmen der Fotografie genau den Körperstellen, auf denen Narben zu finden sind.

Angefangen hat es im privaten Rahmen: am heimischen Küchentisch. „Ich habe gemerkt, dass ich kaum etwas über die Narben von meiner Familie wusste“, erzählte Sonnenberg bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag im Heinrich-Friedrich-Museum. Zu Beginn fotografierte die 26-Jährige ausschließlich Familienmitglieder und Freunde, dann entwickelte sich eine Eigendynamik. „Dann waren es Freunde von Freunden, Arbeitskollegen und irgendwann wirklich Fremde“, erinnerte sich die Künstlerin. Männlich, weiblich, jung und alt. Das Projekt umfasst mittlerweile viele Porträts. Zu sehen sind ausschließlich die Körperregionen, auf denen auch die Narbe zu sehen ist. Ausgestellt werden die Bilder in schwarz-weiß und werden als Low-Key-Fotografie bezeichnet. „Das bedeutet, dass die dunklen Bildanteile überwiegen. Aufgrund der Thematik sind die Porträtierten ganz nackt. So hatten sie die Möglichkeit mit zu entscheiden, wie viel man sieht“, beschrieb Sonnenberg das Vorgehen. Für sie ist jedes entstandene Foto ein gemeinsames Werk, da es zusammen entstanden ist.

Die Strombergerin zeigt in der Sonderausstellung, übrigens ihre erste in einer Galerie, neun Exponate und auch die Geschichte hinter den Narben. „Jede Narbe hat eine Geschichte. Eine Geburt, Brustkrebs, Wachstumsstreifen oder ein Unfall“, betonte Sonnenberg. Mit ihren Bildern möchte sie das Thema insbesondere enttabuisieren.

„Narben sind wie kleine Kunstwerke auf der Haut. Denn der Körper hat es geschafft, Wunden zu heilen“, sagt Sonnenberg. Sie selber habe natürlich auch Narben – mit diversen Geschichten, insbesondere aus der Kindheit. Ein Ziel sei es, auch diese für ihre Ausstellung mit der Kamera einzufangen.

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