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Sessionsauftakt trotz Krieg und Krisen

Narren jubeln: Moritz wieder wach!

Warendorf

Mit dem Wecken des Moritz, dem närrischen Zepter, sind Warendorfs Narren in die Session gestartet.

Von Joachim Edlerund

Mit dem Wecken des „Moritz“ sind die Warendorfer Narren um Prinz Frank Hülsbusch („das Sangesoriginal aus dem Josephs-Hospital“ und Annemarie Bea Hoffmann in die Session gestartet. Bürgermeister Peter Horstmann erhielt im Gegenzug eine „nachhaltige“ Bürgermeisterkappe. Foto: Joachim Edler

Corona, Krieg, Inflation, Zukunft des Kolpinghauses und keine Veranstaltungshalle – Warendorfs Karnevalisten starten nach zwei durch Absagen geprägte Corona-Jahre mit gemischten Gefühlen in die neue Session. Für 2023 hat die Warendorfer Karnevalsgesellschaft ihre Prinzenproklamation in der Sportschule der Bundeswehr zwar unter Dach und Fach, doch 2024, wenn der 111. Stadtprinz proklamiert wird, stehen die Narren wieder ohne Heimat da. WaKaGe-Präsident Hermann-Josef Schulze Zumloh blickt nach eigenen Angaben in eine „ungewisse Zukunft“. Die Menschen merken die durch Ukraine-Krieg und Energiekrise steigenden Lebenshaltungskosten im Portemonnaie. Und das habe nach Einschätzung des Präsidenten auch Auswirkungen auf den Karneval. Im Rheinland seien die Vorverkaufszahlen für den Sitzungskarneval so schlecht, dass erste Veranstaltungen abgesagt werden, sagte Schulze Zumloh. Den Sessionsauftakt am 11.11. wollten sich die Karnevalisten trotz Krieg und Krisen jedoch nicht vermiesen lassen. Ganz im Gegenteil. „Wir Narren halten der Gesellschaft und uns selbst in dieser Zeit oft genug den Spiegel vor – und zwar in humorvoller und nicht verletzender Art und Weise“, sagte Schulze Zumloh auf dem Marktplatz und stellte die Frage: „Wie will man Konflikte, Krisen und Kriege minimieren, wenn man keine Freundschaft lebt?“ Seine Antwort: „Der Karneval ist unsere Klammer: Ob arm, ob reich, ob jung oder alt, ob gleichgeschlechtlich oder nicht – dem Frohsinn interessiert das nicht.“

Am Aschermittwoch war der „Moritz“, das Narrenzepter, zur Ruhe gebettet worden, wie immer traditionell im Tresor des Historischen Rathauses. Bevor Stadtprinz Frank I. (Hülsbusch), „das Sangesoriginal aus dem Josephs-Hospital“, den „Moritz“ von Bürgermeister Peter Horstmann übernahm, hatte WaKaGe-Präsident Hermann- Josef Schulze Zumloh eine Überraschung für den „Ersten Bürger“ der Stadt: eine WaKaGe-Kappe. Möge diese Bürgermeisterkappe nachhaltiger sein als bei seinem Vorgänger, der nur eine Amtszeit in Warendorf überstand, so der WaKaGe-Präsident. In Warendorfs „Guter Stube“ hatten sich die Karnevalsformationen versammelt. Und sie waren gut gelaunt, was die Stimmung untereinander und das närrische Liedgut an sich anging: „Dreimal Prinz zu sein...“

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