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Landtagskandidaten stellten sich Fragen des DGB

Nein zum Bau der B64n

Warendorf

Der Deutsche Gewerkschaftsbund des Kreises Warendorf zum ersten Mal in der Öffentlichkeit ein Interview mit einigen Direktkandidaten aus dem Nordkreis für die Landtagswahl im Mai durch. Der Gewerkschaftsbund hatte sich dabei zum Ziel gesetzt, möglichst bürgernahe Themen anzusprechen.

Von Felicia Schierk

Die Mitglieder des DGB Kreis Warendorf organisierten die Fragerunde mit den Landtagskandidaten zum ersten Mal in der Öffentlichkeit (v.l.): Frank Seeling, Robert Bange, Karin Wamba, Anne Sandner und Hans-Jürgen Lenzer. Foto: Felicia Schirk

Konkrete politische Forderungen und kritische Fragen auf dem Marktplatz: Am Samstag führte der Deutsche Gewerkschaftsbund des Kreises Warendorf zum ersten Mal in der Öffentlichkeit ein Interview mit einigen Direktkandidaten aus dem Nordkreis für die Landtagswahl im Mai durch. Eingeladen waren Hedwig Tarner von Bündnis 90/Die Grünen, Ralf Pomberg von der SPD und Mark Siewert, der für Die Linke kandidiert. Nacheinander sollten die Politiker den Fragen des DGB Rede und Antwort stehen. Der Gewerkschaftsbund hatte sich dabei zum Ziel gesetzt, möglichst bürgernahe Themen zur Landtagswahl anzusprechen.

Diskussion zum Bildungssystem

Zunächst bemängelte Karin Wamba von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissen (GEW) die Defizite im nordrhein-westfälischen Bildungssystem. Unter anderem den Lehrermangel, aber auch den Rückgang der Bildungsqualität nach Corona kennzeichnete sie als deutliche Probleme der Landespolitik.

Alle Kandidaten waren sich einig, dass die generelle Entlohnung im Bildungsbereich steigen sollte und plädierten für eine Verbesserung des Arbeitsumfeldes von Lehrkräften. „Wir sollten nicht an der Stelle sparen, wo Strukturen für die Zukunft geschaffen werden, die unser Land wirklich voran-bringen“, fasste Hedwig Tarner zusammen. Die Grünen-Politikerin betonte auch, dass Bildungspolitik von Fachleuten gemacht werden müsse.

Ralf Pomberg wies auf den Mangel von Schulsozialarbeitern im Bereich der Inklusion hin und forderte, in diesem Bereich über Quereinsteiger nachzudenken. Diese lehnte Mark Siewert von der Linkspartei ausdrücklich ab. Der Schüler eines Warendorfer Gymnasiums wies, gestützt auf eigene Erfahrungen, darauf hin, dass unqualifizierte Fachlehrerinnen und Fachlehrer meist keine ausreichenden pädagogischen Fähigkeiten besäßen. Stattdessen plädierte Siewert für eine Reform des Schulsystems, nach der die Schülerinnen und Schüler nach der vierten Klasse noch nicht auf weiterführende Schulen aufgeteilt werden.

Der nächste von der DGB angesprochene Themenkomplex drehte sich um den Bereich der nachhaltigen Mobilität und des Verkehrs. Hedwig Tarner sprach sich in diesem Zusammenhang für eine Stärkung des Homeoffice-Konzepts aus sowie eine höhere Motivation, mit dem Fahrrad zu fahren, die etwa durch Boni vom Arbeitgeber erreicht werden könnte. Mark Siewert forderte eine kostenlose ÖPNV-Nutzung und eine höhere Taktung an Bussen im ländlichen Raum. Dies will er mit einer Vermögenssteuer finanzieren.

Einig waren sich die Kandidaten bei der Einschätzung, die B64n auf keinen Fall ausbauen zu wollen. „Nachhaltige Mobilität kann man am besten durch das Stoppen sinnloser Projekte wie dem Bau der B64n finanzieren“, erklärt Ralf Pomberg.

Fragen zum Gesundheitssystem

Als letztes Thema stellte Anne Sandner kritische Fragen zur schlechten Situation im Gesundheitswesen. Auch hier stimmten die Kandidaten darin überein, dass sich die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern sollten und willigten dem Tarifvertrag Entlastung zu. Grünen-Politikerin Hedwig Tarner forderte zudem ein strengeres Arbeitszeitengesetz im Gesundheitssektor, während sich Ralf Pomberg auf die weitere Erhöhung des Mindestlohns konzentrierte. „Krankenhäuser sollen nicht für den Profit arbeiten, sondern für die Menschen“, stellte Mark Siewert heraus, der sich deswegen für eine Verbeamtung von Mitarbeitenden in diesem Bereich einsetzen will.

Das Abschlusswort der Veranstaltung hatte der Kreisvorsitzende des DGB, Hans-Jürgen Lenzer. Er appellierte an die Bürger, mit der Teilnahme an der Landtagswahl am 15. Mai ein Zeichen zu setzen.

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