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Behandlungs- und Diagnosemöglichkeiten wachsen

Neue Millioneninvestition ins Hospital

Warendorf

Bisher mussten sich Patienten mit Herzrhythmusstörungen woanders behandeln lassen. Jetzt nicht mehr 

Von Jörg Pastoor

Dr. Jürgen Biermann, Prof. Dr. Dirk Domagk, Doris Wienker, Timo Reimer und Dr. Lukas Clasen im neuen Herzkatheterlabor des Josephs-Hospitals. Auch die Endoskopie ist um neue Räume und Technik erweitert worden. Foto: Jörg Pastoor

Zwei Jahre Planung. Ein Jahr Bauzeit und 5,5 Millionen Euro Kosten. Damit hat das Josephs-Hospital nicht nur eine weitere Modernisierung erhalten. Es kann auch Patienten behandeln, die bisher verlegt werden mussten.

5,5 Millionen Euro Kosten

Für Kuratorin Doris Kaiser war es ein ganz besonderer Anlass, zu dem sie die Presse Donnerstag begrüßte. Mit der Inbetriebnahme des neuen Erweiterungsbaus auf dem OP-Trakt gibt es eine Erweiterung der Edoskopie. Und ein zweites Herzkatheterlabor. Dort können jetzt Menschen mit Herzrhythmusstörungen operiert werden. „Wir haben lange gebaut und sind froh, dass es jetzt so weit ist“, freute sich Doris Kaiser, ihren neuen Stellvertreter Hans-Joachim Hilleke an der Seite. Schließlich bedeute der Auftrag des Stifters die Verpflichtung, mit der medizinischen Weiterentwicklung Schritt zu halten.

Vorstandsvorsitzender Peter Goerdeler sah die Millionen-Investition als „großes Weihnachtsgeschenk“, als weiteren Meilenstein für die Zukunftssicherung von Warendorfs Krankenhaus. Mit dem zweiten Herzlabor biete das Hospital „eine der führenden Kardiologien in der Region“.

Vorstandsvorsitzender Peter Goerdeler

Prof. Dr. Dirk Domagk, der Chefarzt der Medizinischen Klinik I, dankte für die Modernisierung auch in seinem Fachbereich. Das neue Gerät ermöglicht ihm das ERCP-Verfahren, das lang Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie heißt. Unterstützt mit Kontrastmitteln, erlaubt es Bildgebung aus Gallen- und Bauchspeicheldrüsengängen. Unter anderem zur Entfernung von Gallensteinen ist damit das Modernste in Domagks Abteilung, das es gibt. Eine moderne Aufbereitungsanlage für Endoskopiegeräte ist ebenfalls Bestandteil.

Dr. Jürgen Biermann, Kardiologe und Chefarzt der Medizinischen Klinik II, kann zusammen mit dem Departmentleiter Elektrophysiologie, Dr. Lukas Clasen, jetzt aus dem Rhythmus geratene Herzen direkt in Warendorf behandeln. Zehn- bis 15-mal sehe man Patienten, deren Organ  entweder mit Hitze oder Kälte wieder in Takt gebracht werden muss. Das neue Labor erlaubt es dem behandelnden Arzt, durch eine 3D-Grafik des betreffenden Herzareals unterstützt einige oder auch viele solche Vernarbungen zu verursachen, die unter Umständen langjährige Medikation ersetzen. Unterstützt werden die Ärzte dabei von hochspezialisierten Assistenten, die die Darstellung des Herzens jeweils so anpassen können, wie es gerade nötig ist. Doris Wienker und Timo Reimer bilden diese Teams.

Dr. Jürgen Biermann

Meistens liegen hier Patienten zwischen 60 und 80 Jahren, sagt Jürgen Biermann, aber er habe auch schon Menschen mit 17 und 92 gehabt. „Neun von zehn Patienten gehen am nächsten Tag wieder nach Hause, weil wir minimalinvasiv arbeiten“, so Biermann. Dr. Clasen lobte, das Labor sei „wirklich sehr schön und geräumig“. Was nicht schadet angesichts der Zahl der Herzpatienten, die jetzt direkt hier behandelt werden können.

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