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Eltern übergeben Petition für beitragsfreie Kinderbetreuung

Neue Tabelle reicht Initiative nicht aus

Warendorf

Knapp 2500 Eltern fordern in einer Petition die beitragsfreie Kinderbetreuung im Kreis Warendorf. Diese Petition übergaben sie am Montagnachmittag vor dem Kreishaus an Jugenddezernentin Brigitte Klausmeier. Sie hatte Verständnis für die Eltern, wies aber darauf hin, dass erst im Dezember eine neue Tabelle einstimmig beschlossen worden sei.

-uli-

Jugenddezernentin Brigitte Klausmeier (l.) nahm die Petition mit knapp 2500 Unterschriften aus den Händen von Kristin Wingeyer entgegen. Foto: Ulrich Lieber

Ende März formierte sich in Warendorf eine Bewegung, die sich für beitragsfreie Kinderbetreuung im Kreis Warendorf stark macht. Innerhalb von nur fünf Wochen schaffte es die Initiative, knapp 2500 Unterschriften in Form einer Petition zu sammeln. Am Montag übergab die Initiative die Petition vor dem Kreishaus an Jugenddezernentin Brigitte Klausmeier, da Landrat Dr. Olaf Gericke terminlich verhindert war.

Kristin Wingeyer, Sprecherin der Initiative

„Wir sind der Meinung, dass Bildung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist“, sagte Sprecherin Kristin Wingeyer. „Wir wundern uns sehr, dass nichts vom Kreishaus gekommen ist. Wir wünschen uns, dass wirklich nach Lösungen gesucht wird.“

„Ich habe viel Verständnis dafür“, versicherte Brigitte Klausmeier, aber sie wehrte sich dagegen, dass nichts unternommen worden sei. „Ihre Mails sind nicht unbeantwortet geblieben. Vor zwei Wochen hatten Sie auch ein Gespräch mit der Jugendamtsleitung, da ist Ihnen alles im Detail erklärt worden.“

Jugenddezernentin Brigitte Klausmeier

Die Initiative fühlt sich bislang nicht wirklich ernst genommen, denn nach ihrer Aussage reagiert die Politik nicht. Sie habe am 7. Mai 66 politische Vertreter aus dem Kreis Warendorf angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten und darauf nur eine einzige Antwort erhalten. Und die war ein Verweis auf die Tabelle, die ab August 2022 gültig sein wird. „Wir sind gegen diese Tabelle“, sagte Wingeyer.

Dabei ist diese erst im Dezember einstimmig vom Kreistag beschlossen worden. „Die Städte und Gemeinden brauchen die Beiträge, um die Kitaplätze zu finanzieren. Es darf keine Mindereinnahmen geben. Die Tabelle ist sozial gerechter, denn die Besserverdienenden zahlen mehr und die unteren Einkommen werden entlastet“, erklärte die Jugenddezernentin. Insgesamt gehe es dabei um sieben Millionen Euro an Beiträgen. Ohnehin würden für 60 Prozent aller Plätze keine Beiträge gezahlt, sei es aus Einkommensgründen oder wegen der zwei beitragsfreien Kitajahre.

„Seit Dezember haben sich aber die Rahmenbedingungen massiv geändert“, sagte Kristin Wingeyer im Hinblick auf die Inflation. Letztlich sei es wohl eine Frage der Priorität, wofür das Geld ausgegeben werden. Brigitte Klausmeier verwies auf den Landtag, denn gerade sei Wahl gewesen. Dort könne sich die Initiative für drittes beitragsfreies Jahr einsetzen.

Der Kreistag wird die Petition am 10. Juni in seiner Sitzung auf der Tagesordnung haben.

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