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Risikobereich Bahnübergang

Neue Warntafeln sollen im Kreis Warendorf für mehr Sicherheit sorgen

Warendorf

Im Kreis Warendorf gibt es ein neues Warnschild. Und zwar nur hier. Entworfen wurde es nach wiederholten schweren Unfällen auf ungesicherten Bahnübergängen entlang der B 64. Fünf davon werden jetzt mit den neuen Tafeln gesichert.

Jörg Pastoor

Manfred Ransmann mit einem kleinen Exemplar der neuen Warntafel, Landrat Dr. Olaf Gericke neben ihm und dem Großformat. Diese Schilder gibt es nirgends sonst. Rechts Polizeidirektor Peter Vaupel von der Bundespolizei, links neben ihm DB-Netz-Leiter West Guido Göldner Foto: Jörg Pastoor

Ob „unbeschrankt“ oder „nicht technisch gesichert“: Solche Bahnübergänge sind immer wieder Orte schwerer Unfälle. Da meist kurze Momente von Unaufmerksamkeit dazu führen, haben sich Kreis und Straßen.NRW mit Bahn und Bundespolizei nach dem letzten Zwischenfall auf Anregung von Landrat Olaf Gericke zusammengesetzt.

Ergebnis: Warnschilder, die es so nur entlang der Bahnlinie zwischen Münster und Beelen gibt. Fünf unbeschrankte Übergänge sollen, solange es sie noch gibt, dadurch deutlicher als bisher ins Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer treten. Sie zeigen die Piktogramme eines gerade mit einem Zug zusammenstoßenden Autos und den Schriftzug „Unfallgefahr“.

So sieht ein Kleinwagen nach dem Zusammenstoß mit einem Zug aus. Das Wrack dient als Anschauungsobjekt. Foto: Jörg Pastoor
Polizeidirektor Peter Vaupel beim Blick auf das Wrack eines Autos nach Kollision mit einem Zug

Bis zum Jahr 2025 wird es dauern, bis alle Problem-Übergänge geschlossen oder ersetzt sind. „Wir hatten hier im Kreis seit 2013 zehn solcher Unfälle mit 13 Verletzten und einem Toten“, sagte Dr. Gericke am Freitag bei einem Behördentermin am Bahnhaltepunkt Einen-Müssingen im Beisein der Bürgermeister von Telgte, Everswinkel und Beelen.

Mit der Schilder-Initiative nehme man diese Risiko in den Blick – er dankte an allen Beteiligten; besonders Straßen-NRW-Regionalniederlassungs-Leiter Manfred Ransmann, dessen Behörde die neuen Schilder bezahlt hatte.

Seit 2013 zehn Unfälle mit 13 Verletzten und einem Toten im Kreis

Polizeidirektor Peter Vaupel, Leiter der Bundespolizeiinspektion Münster, wies auf die Anstrengungen hin, die seine Kollegen „draußen“ in Schulen und Kitas unternehmen, um möglichst viele Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren.

Ein Andreaskreuz reicht offenbar oft nicht. Es ist bisher Standard an unbeschrankten Übergängen, die im Bahndeutsch „nicht technisch gesichert“ heißen. Foto: Jörg Pastoor

Beim Blick auf einen zu Demonstrationszwecken mitgebrachten, bei einem Bahnunfall zu Schrott gewordenen Kleinwagen machte er das Gefahrenpotenzial klar: „Man kann sich vorstellen, dass das tödlich ausgehen kann.“

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