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Flüchtlinge über ihre Ankunft

Neues Leben in Warendorf

Warendorf

Die rund 50 Zuschauer im großen Saal der Scala waren beeindruckt von den Lebensgeschichten und mit welchen Schwierigkeiten die Flüchtlinge teilweise in jungen Jahren schon meistern mussten. Diese wurden im zweiten Film von Beate Trautner und Petra Schürmann thematisiert.

Bei der Premiere von „Noch ein Jahr“ durften natürlich die Mitwirkenden nicht fehlen (v.l.): Beate Trautner, Sima Melkonyn, Petra Schürmann, Manfred Meibeck, Peter Horstmann, Lucia Langner, Asim Hasibullah Hussaini, Natiabullah Tashi, Anna Kaup und Clara-Sophie Schürmann freuen sich .Rund 50 Zuschauer warteten gespannt auf die Geschichten der fünf Flüchtlinge, die jetzt in Warendorf ihre Heimat haben. Foto: Rebecca Lek

Beate Trautner und Petra Schürmann wagten sich jetzt an den zweiten Film über das Leben von Flüchtlingen in Warendorf. Eigentlich ist dieser bereits seit einem Jahr fertig, wartete aber in der Schublade auf die Uraufführung. Durch Corona gar nicht so einfach.

Den Schwerpunkte setzte Trautner im zweiten Film anders als im ersten Werk. Während im vorherigen Film viele Alltagssituationen eingefangen wurden und sie hauptsächlich die Bilder haben sprachen lassen, sollte der zweite Teil deutlich tiefgründiger werden. „Wir konnten nicht einfach so loslegen, sondern mussten ein richtiges Konzept erarbeiten“, berichtet Trautner. Gemeinsam mit den Flüchtlingen wurde dann überlegt, was aus deren Lebensgeschichte interessant ist, was sie selber gerne erzählen möchten und was lieber nicht. „Das war für viele sehr wichtig, so konnten sie auch ein bisschen üben“, beschreibt Trautner. Denn einige der Flüchtlinge waren aufgrund der Sprache sehr unsicher.

Zu Beginn zeigte der Film eine Zugfahrt nach Münster. passend dazu sang Anna Kaup das Lied „Es geht ein Zug nach nirgendwo“ ein, Sehr passend, wie Trautner fand.

3000, 4000 oder 6000 Kilometer weit reisten die Flüchtlinge, um in Deutschland eine neue Heimat zu finden. Insgesamt fünf Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien und Aserbaidschan nutzten die Chance, den Warendorfern ihre Geschichte zu erzählen. Den Anfang machte Asim Hasbullah Hussaini, der als unbegleiteter Jugendlicher in Warendorf landete. Damals sprach der heute 17-Jährige kein Wort Deutsch und musste die Sprache komplett neu lernen. Dass es gar nicht so leicht ist, sich eine Fremdsprache azueignen, zeigte der Film mit Hussainis Klassenlehrer Manfred Meibeck. Denn der Schüler versuchte, ihm die persische Schrift näher zu bringen.

Natiabullah Tashi begleiteten die Zuschauer im Alltag . Sie lernten den jungen Mann als Auszubildenden in der Altenpflege kennen. Im Sommer kann er die Ausbildung beenden und hofft darauf, in diesem Beruf weiter arbeiten zu können.

Die rund 50 Zuschauer im großen Saal der Scala waren beeindruckt von den Lebensgeschichten und mit welchen Schwierigkeiten die Flüchtlinge teilweise in jungen Jahren schon meistern mussten. „Es ist wirklich toll gelungen. Die einzelnen Geschichten wurden herausge- arbeitet und man konnte die Einzelschicksale miterleben. Sehen, wie sich die Flüchtlinge hier neu erfinden mussten“, zeigte sich Bürgermeister Peter Horstmann begeistert.

Nicht zuletzt wegen der guten Resonanz hoffen Trautner und Schürmann darauf, den Film auch bei weiteren Gelegenheiten zeigen zu dürfen. Vielleicht auch in Schulen.

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