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Schluss mit Bekenntnisschule

„Nichtstun reicht nicht“

Warendorf

Bei teils stürmischem Wetter warben Vertreter der Elterninitiative am Freitagnachmittag auf dem Schulhof an der Dr.-Leve-Straße für eine Umwandlung der Laurentius-Bekenntnisschule in eine konfessionsfreie Gemeinschaftsschule. Immer wieder suchten sie das Gespräch mit Eltern.

Von Joachim Edler

Bei teils stürmischem Wetter warben Vertreter der Elterninitiative auf dem Schulhof an der Dr.-Leve-Straße für eine Umwandlung der Laurentius-Bekenntnisschule in eine konfessionsfreie Gemeinschaftsschule. Immer wieder suchten sie das Gespräch mit Eltern. Foto: Joachim Edler

Infostand, Infofilm, Infocafé – eine Elterninitiative, die sich „gemeinsam.laurentius“, nennt, wirbt für die Umwandlung der katholischen Laurentius-Bekenntnisschule zum Schuljahr 2022 / 23 in eine konfessionsfreie Gemeinschaftsschule. Ob es dazu kommt, hängt jetzt allein am Willen der Eltern, deren Kinder die Grundschule besuchen.

Freitagnachmittag, direkt nach Schulschluss, auf dem Schulhof an der Dr.-Leve-Straße: Die Initiative, die mittlerweile aus 20 engagierten Eltern besteht, hat einen Infostand aufgebaut, verteilt Flyer an die Eltern und Buttons an die Kinder. Auftakt einer Informationsreihe. Bei teils stürmischem Wetter informieren sie noch unwissende Eltern, suchen immer wieder das Gespräch – auch mit Eltern, die der deutschen Sprache nicht so mächtig sind – und laden zum ersten internationalen Elterntreffen am Mittwoch, 23. Februar ein. Direkt im Anschluss an die OGS sind internationale Eltern von 16 bis 17.30 Uhr in den Klassenraum der 3a in der Laurentiusschule eingeladen. Übersetzt wird in Türkisch, Albanisch, Arabisch, Spanisch, Englisch und Französisch. Für die Teilnahme am Elterntreffen ist ein Corona-Nachweis von 2G plus erforderlich.

Gesellschaft hat sich verändert. Bekenntnisschulen entsprechen nicht mehr der Lebensrealität, weil immer weniger Kinder einer Religion angehören, Migranten ausgegrenzt werden und es schwierig ist, geeignetes Lehrpersonal mit der passenden Konfession zu finden, untermauert die Elterninitiative noch einmal, warum sie für eine Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule ist.

Per Infostände an den Standorten Dr.-Leve-Straße und Klosterstraße wollen die Eltern immer freitags mit anderen Eltern ins Gespräch kommen. Denn jede Stimme zählt. Ähnlich wie bei einer Kommunalwahl, haben einzig und allein die Eltern der Laurentiusschule vom 7. bis 21. März die Möglichkeit, über die Umwandlung von einer Bekenntnisschule in eine Gemeinschaftsschule abzustimmen. Und zwar ausschließlich per Briefwahl.

Wahlberechtigt sind nicht die Eltern, die ihre Kinder bereits zum neuen Schuljahr angemeldet haben, sondern die, deren Kinder gerade an der besagten Schule unterrichtet werden. Stichtag war der 10. Januar. Eltern, deren Kinder bis zu diesem Stichtag, aktiv am Schulunterricht teilgenommen haben, dürfen wählen. Eine Stimme pro Kind. Besuchen zwei Kinder die Laurentiusgrundschule, dürfen beide Elternteile wählen. Das trifft auch für getrennt lebende Elternteile zu. 163 Kinder besuchten zum Stichtag 10. Januar die Laurentiusschule. Deren Eltern werden jetzt vom Schulträger, der Stadt, angeschrieben und über den Wahlvorgang informiert worden. Mindestens 51 Prozent der Ja-Stimmen sind nötig, damit es zu einer Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule kommt. In Zahlen: 82 Eltern müssen mit Ja stimmen.

Die wichtigsten Statements für eine Umwandlung, Zitate, Argumente und ein Erklärvideo pro Gemeinschaftsschule hat die Elterninitiative in den sozialen Netzwerken Instagram und Facebook (gemeinsam.laurentius) veröffentlicht – auch mehrsprachig.

Die Gründe aus der Elternschaft für eine Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule sind unterschiedlich und kommen dort zu Wort. Die Statements werden bis zur Wahl immer wieder aktualisiert. Wichtig sei es jetzt die Eltern zu motivieren, zur Wahl zu gehen, betonen Schulpflegschaftsvorsitzende Chiara Köhne und Tobias Mörth, der auch Vorsitzender des Fördervereins der Schule ist.

Die Elterninitiative setzt bis zur Wahl auf Information, wirbt mit Plakaten, Flyern, um vor allem auch die Eltern zu erreichen, deren Kinder nach den Sommerferien zur weiterführenden Schule wechseln und die Einstellung haben könnten „nach mir die Sintflut“. Aber auch Eltern mit Sprachbarrieren sollen über Elternbriefe oder persönlich angesprochen werden: „Bitte helft uns dabei, indem ihr mit anderen Eltern darüber spricht und die Infos, den Film oder die Flyer und Statements teilt“ werben die Eltern. Denn: Jede Enthaltung wird als Nein-Stimme gewertet. Nichtstun reicht nicht.“

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