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Digitaler Musikunterricht zur Überbrückung

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Damit die Musikschüler weiter üben konnten, wurde digitaler Musikunterricht über Skype angeboten. Jetzt können die Schüler aber wieder in den Unterricht, allerdings unter strengen Auflagen.

Rebecca Lek

Simon Eismann (l.) freut sich: Endlich darf er wieder vor Ort üben. Mit entsprechendem Abstand bekommt er direkt von seinem Musiklehrer Ralf Bachmann ein Feedback. Foto: Rebecca Lek

Diana Ross sagte einst, dass die Musik eine Reflexion der Zeit ist, in der sie entsteht. Was würde das wohl für das Jahr 2020 bedeuten? Dass Musik für viele zu ihrem Leben gehört, merkte die Schule für Musik während des Lockdowns. Anfang November durfte kein Präsenzunterricht stattfinden, sodass auf digitale Medien zurückgegriffen werden musste.

„Der Unterricht fand in der Zeit über Skype statt. Wir sind damit gut durchgekommen, aber Digital- kann den Präsenzunterricht einfach nicht ersetzen“, berichtet Musiklehrer Ralf Bachmann. Von seinen rund 40 Schülern nahmen bis auf drei alle das digitale Angebot wahr. „Bei Dreien hat es aufgrund der technischen Gegebenheiten oder Betreuungszeiten nicht geklappt“, meint Bachmann.

Mittlerweile ist der Präsenzunterricht wieder erlaubt und die Musikschüler sind Feuer und Flamme. „Ich bin froh, dass ich wieder spielen darf“, freut sich der 16-jährige Simon Eismann. Seit knapp sechs Jahren trommelt er, was das Zeug hält – derzeit stehen die Orchesterpauken auf dem Programm. Die Tonhöhe wird mit den Pedalen gesteuert. „Das ist ein Instrument, was nicht viele zu Hause haben. Die Musikschule hat einfach die bessere Ausstattung“, beschreibt Bachmann.

Auch Holger Blüder, Leiter der Schule für Musik, ist froh, dass mittlerweile alle Unterrichtsformen wieder stattfinden dürfen – Proben sind jedoch weiterhin untersagt. „Man hat direkt gemerkt, welche Erleichterung herrscht, dass Präsenzunterricht wieder erlaubt ist. Wir sind froh darüber, dass wir während Corona keinen Schüler verloren haben“, beschreibt Blüder. Stand 1. Oktober zählte er 958 Schüler. Das sind sogar vier mehr als im Jahr davor. Der Unterricht an sich habe sich dennoch geändert, so der Leiter: Schüler müssen – außer bei Gesang und Blasinstrumenten – permanent die Maske tragen. Auch in den Gebäuden herrscht eine grundsätzliche Maskenpflicht. Alle 20 Minuten werden die Unterrichtsräume gelüftet. „Man merkt, dass die Hygienekonzepte greifen. Deutschlandweit existiert keine Infektion an einer Musikschule“, freut sich Blüder.

Schwieriger gestaltet sich der Alltag mit den Instrumenten, denn nicht alle Musikschüler bringen eigene mit. Viele nutzen den umfangreichen Pool der Musikschule. Ähnlich wie in Restaurants muss daher permanent desinfiziert werden – nicht nur die Oberflächen, sondern insbesondere auch die Instrumente. Jedes In­strument muss dabei individuell behandelt werden und hat ein bestimmtes Desinfektionsmittel. „Bei Klavieren muss beispielsweise darauf geachtet werden, dass das Desinfektionsmittel die Beschichtung der Tasten nicht löst“, betont Blüder.

Auch wenn der Unterricht wieder stattfinden darf, fehlt den Schülern insbesondere das Spielen vor Publikum, denn alle Veranstaltungen mussten ausfallen. „Die Schüler freuen sich auf Auftritte und fiebern diesen entgegen. Sie proben lange dafür und möchten natürlich auch den Zuhörern eine Freude bereiten“, erklärt Blüder.

Aus diesem Grund gibt es sonntags ab 11 Uhr Online-Konzerte, die über das Online-Portal Youtube verfolgt werden können. Alle Informationen dazu befinden sich Online unter:

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