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Die vier „Goldenen Reiter“ begeistern im Dachtheater

Parforce-Ritt durch Hits der 80er-Jahre

Warendorf

Das Publikum war textsicher – keine Frage. Die Hits der Neuen Deutschen Welle aus den 80er Jahren rissen die Fans im Dachtheater des Theater am Wall so richtig mit. Dabei hatten die vier „Goldenen Reiter“ so einiges in ihrer „Hit-Schatzkiste“.

Von Axel Engels

Die vier „Goldenen Reiter“ nahmen das textsichere Publikum im Dachtheater des TaW mit auf eine Reise rund um die Welt der Neuen Deutschen Welle. Foto: Axel Engels

Eigentlich sollten die vier „Goldenen Reiter“ ja schon bei sommerlichen Temperaturen auf dem Gelände des Landgestüts ihre umtriebige Reise durch die Welt der „Neuen Deutschen Welle“ antreten. Aber das musste verschoben werden und so machten sich die Fans dieser speziellen Epoche der Musikgeschichte bei Nieselregen und leicht frostigen Temperaturen am Donnerstagabend auf den Weg ins Dachtheater, um ihrer musikalischen Leidenschaft zu frönen.

Was Oyo Steinke, Markus Grieß und Axel Lausch an der Saitenfront und Peter Härtel an der Cajón als antreibender Rhythmusexperte den Besuchern dann boten, war ein Parforce-Ritt durch die Hits der 1980er-Jahre, schaute zum Glück die mittlerweile doch umstrittene Nena nur musikalisch vorbei. Dabei kannte man wohl alle Lieder, die von dem Quartett zu einem bunten Liederstrauß zusammengesucht waren.

Die Schatzkiste der „NDW“

Die Schatzkiste der „NDW“ hält ja viele Köstlichkeiten bereit, die mit vier ausdrucksstarken Stimmen und der versierten Saitenkunst des Quartetts im Dachtheater wie vom Staub der Zeit befreit ihren ganzen Reiz ausüben konnten. „Carbonara“ von Spliff durfte da nicht fehlen und wenn „Hurra, hurra die Schule brennt“ von Extrabreit erklang, fühlte man sich um Jahrzehnte zurückversetzt in längst vergangene wilde Jahre.

Natürlich startete das Quartett mit „Der goldene Reiter“ von Joachim Witt, schließlich hatte man sich nicht umsonst diesen Namen gewählt und als kleines farbliches Zeichen sich sogar goldene Krawatten angebunden. Oyo Steinke, der mit seiner natürlichen Art lässig plaudernd durch den Abend führte, würzte seine Moderationen mit leicht humoristisch eingefärbten Prisen, so lässig können wohl nur eingefleischte Musiker aus dem Kohlenpott agieren.

Nena muss man ja nicht „lieben“, zumal nach ihrem Auftritt auf einer Party von Anhängern der Querdenker-Bewegung und ihrem gespaltenen Verhältnis zu Corona-Regelungen. Aber an ihren Songs von damals wie „99 Luftballons“ und „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ kommt man nicht vorbei, wenn man sich der „neuen Deutschen Welle“ verschrieben hat.

Das Publikum war textsicher

Unter dem Sternenhimmel ließ es sich an diesem Abend bestens träumen, zumal wenn das Licht des Leuchtturms das Dachtheater erfüllte und die Schickeria draußen vor den Türen des Theaters bleiben musste. Oyo Steinke als „Rampensau“ zu bezeichnen, wäre da eher ein liebevolles Kompliment. Er ist auf allen Bühnen der Republik zu Hause und präsentierte an diesem Abend Lieder wie „Die Sennerin vom Königssee“ von Kiz mit aller Energie und Leidenschaft. Markus Grieß kennen viele vielleicht eher von der „Familie Popolski“. Wenn er bei „Major Tom“ von Peter Schilling den passenden Klang zur Reise durchs All lieferte und sich sogar als Meister der einen Seite seines Akkordeons zeigte, war das einfach lebendiger und authentischer als bei so vielen Coverformationen.

Unglaublich textsicher zeigte sich auch das Publikum. An diesem Abend wollte man Spaß haben und ein Lebensgefühl aufleben lassen, das auf den Bühnen nach 1984 wohl verschwand und doch für so manch vergnügliche Stunde gut ist.

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