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Kirche der Zukunft

Pastoralteam statt Pfarreirat

Freckenhorst/Hoetmar

Die Gemeinde soll in einem Pfarrkonvent am 27. September über die Neuerungen informiert werden. Vorab informierten Mitglieder des Pfarreirates und des Kirchenvorstandes sowie Pfarrdechant Manfred Krampe jetzt in einem Pressegespräch, wie sie sich Kirche und Gemeindearbeit in Zukunft vorstellen. Eine entscheidende Änderung: Im November wird kein Pfarreirat gewählt. Stattdessen gilt es ein Pastoralteam zu wählen.

Von Joke Brocker

Stellten das künftige Kirchenbild am Montagabend in Hoetmar vor (v. l.) Timo Brunsmann, Sebastian Bause, Susanne Drees, Stefan Friehe und Pfarrdechant Manfred Krampe. Foto: Joke Brocker

Weil man die Strukturen im Großen nicht verändern könne, müsse man sehen, wie man sich im Kleinen aufstellt, um auch künftig vor Ort Kirche sein zu können, bemerkte Susanne Drees, Vorstandsmitglied des Pfarreirates der Kirchengemeinde St. Bonifatius & St. Lambertus am Montagabend zum Auftakt eines Pressegespräches. Ihr Vorstandskollege Timo Brunsmann, Pastoralreferent Sebastian Bause, Stefan Friehe als stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, und last but not least Pfarrdechant Manfred Krampe erläuterten darin ihre Vision des künftigen Kirchenbildes.

Dass im kommenden November, wenn im Bistum Münster Wahlen zum Kirchenvorstand und zum Pfarreirat stattfinden, in St. Bonifatius und St. Lambertus kein Pfarreirat gewählt werden wird, ist ein Ergebnis eines mehrjährigen Strategie-Prozesses. In den waren Kirchenvorstand und Pfarreirat gleichermaßen eingebunden, und in ihm sollte eine pastorale Strategie entwickelt werden, die sich am Bedarf vor Ort orientiert.

Am 6. und 7. November werde nur die Hälfte des Kirchenvorstandes gewählt, kündigte Timo Brunsmann an. Anstelle des Pfarreirates würden allerdings die ehrenamtlichen Mitglieder eines Pastoralteams gewählt. Zusammen mit den vier hauptamtlichen Mitgliedern – Pfarrdechant, Pastoralreferent, ein Vertreter der Diakone und der neu eingestellte Jugendreferent – bilden sie das Pastoralteam, das die Pfarrei künftig leiten wird.

Theoretisch wäre ein solches Pastoralteam in der Lage, die Pfarrei irgendwann ohne leitenden Pfarrer zu führen, sich um Pastoral und Verwaltung zu kümmern, stellten Timo Brunsmann und Pfarrdechant Manfred Krampe – auch mit Blick auf den Priestermangel – klar.

Das Pastoralteam ist eine Art Lenkungsausschuss mit koordinierender und steuernder Funktion, dem Pfarreiratsmitglieder angehören, die strategisch-visionär denken. Natürlich brauche es für das Funktionieren einer Gemeinde aber auch weiterhin Pragmatiker, betonen Brunsmann, Krampe, Bause und Friehe. So sollen die bestehenden Sach- und Fachausschüsse zu bestimmten Themen erhalten bleiben und mit „sehr hoher Eigenverantwortung“ das Leben der Pfarrei gestalten. „Eine Veränderung der Haltung ist das Wesentliche“, findet Sebastian Bause. Wer das Christsein in Freckenhorst und Hoetmar weiterhin leben wolle, müsse auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen.

Eine wichtige Rolle spiele künftig der Pfarrkonvent. In ihm sollen grundsätzliche Fragen, die das Leben der Pfarrei betreffen, diskutiert und abgestimmt werden. Das neue Kirchenbild, das unter anderem Wert auf partizipatives und authentisches Handeln der Freckenhorster und Hoetmarer Christen legt, hat der Konvent bei einer Gegenstimme bereits beschlossen. Was die Gemeinde St. Bonifatius & St. Lambertus von diesem Modellversuch hält, der in der Diözese bislang beispiellos ist, kann sie während eines Pfarrkonvents am 27. September, 19 Uhr, im Hoetmarer Pfarrheim kundtun.

„Uns ist bewusst, dass es sich um einen Versuch handelt, unsere Ideen in ein tragfähiges Pfarreileitungsmodell umzusetzen“, sagt Timo Brunsmann und kündigt an, dass die Erfahrungen fortlaufend reflektiert würden. Nach Ansicht Manfred Krampes ist das Pastoralteam Garant dafür, dass die drei Säulen des Christseins – Liturgie, Caritas und Katechese – lebendig und erhalten bleiben: „Das ist der richtige Schritt, um von einer Kleriker-Kirche wegzukommen, hin zu einer Kirche der Christen, gebildet durch die Gemeinde.“

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