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Geistlicher acht Jahre in Warendorf

Pater Joshy geht zurück nach Kerala

Freckenhorst/Hoetmar

Das Flugticket hat er schon: Im September wird Pater Joshy Mathew Mangalath in seine südindische Heimat Kerala zurückkehren. Nach 16 Jahren möchte er dort sein Studium der Theologie fortsetzen und sich um seine Eltern kümmern.

Von Joke Brockerund

Pater Joshy wird die Gemeinde St. Bonifatius & St. Lambertus Ende des Monats verlassen und in seine Heimat zurückkehren. Foto: Joke Brocker

Nach 16 Jahren fern der Heimat zieht es Pater Joshy Mathew Mangalath, der in Freckenhorst und Hoetmar nur Pater Joshy gerufen wird, zurück in den südindischen Bundesstaat Kerala. Er wolle wieder in die Nähe seiner Eltern, die alt und krank seien, begründet der 44-Jährige, der mit Ablauf des 31. Juli von seinen Aufgaben als Pastor in St. Bonifatius und St. Lambertus Warendorf-Freckenhorst entpflichtet wird, seinen Wunsch.

Das Flugticket hat er schon, doch ganz leicht fällt es dem Geistlichen nicht, dem Münsterland den Rücken zu kehren. „Ich würde eigentlich sehr gerne bleiben“, gibt er zu. Der Abschied von den Freckenhorstern und vor allem den Menschen in Hoetmar, mit denen er alle kirchlichen Hochfeste gefeiert habe, werde ihm schwer fallen. Er hoffe aber, dass die hier geknüpften Freundschaften bestehen bleiben. Andererseits freue er sich auf das Wiedersehen mit seinen Eltern, die immer stolz auf ihren im fernen Deutschland als Priester wirkenden Sohn gewesen seien und nun seiner Rückkehr entgegenfiebern. Einmal jährlich hatte Pater Joshy seine Familie besucht, ansonsten über die WhatsApp-Familiengruppe Kontakt zu den Eltern und den fünf Geschwistern gehalten.

Und es gibt noch etwas, worauf der Pater sich freut: „Auf eine Pause von der Gemeindearbeit.“ Zu seinen Aufgaben gehörten in den vergangenen acht Jahren das Feiern von Gottesdiensten in Freckenhorst, Hoetmar und Buddenbaum, Tauffeiern und Beerdigungen. Auch Trauungen habe er vornehmen dürfen, blickt Pater Joshy zurück.

Seine kleine Freckenhorster Wohnung über der Bücherei St. Bonifatius, in der er sich nach eigenem Bekunden sehr wohlgefühlt hat, wird er nun gegen einen Platz in der Ordensgemeinschaft der Missionare des heiligen Franz von Sales (MSFS), eintauschen. Diesem Orden gehöre übrigens auch sein Vorgänger in Freckenhorst, Pater Joy, an, erzählt er.

In Kerala wolle er sein Theologiestudium fortsetzen. „Ich möchte den Master machen“, sagt Pater Joshy, den es nach dem Bachelor-Abschluss vor 16 Jahren in die Welt zog. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 2005 war er zunächst fünf Jahre lang als Missionar im Tschad eingesetzt gewesen. Durch Urlaubsvertretungen in Frankreich habe er damals erste Kontakte nach Europa geknüpft, erzählt der Geistliche.

Nach einem sechsmonatigen Sprachkurs in der Akademie Klausenhof hatte er seine erste Stelle in Deutschland in der Pfarrgemeinde St. Viktor in Damme im südlichen Oldenburger Land angetreten, ehe er im Herbst 2013 nach Freckenhorst kam.

Pater Joshy, der schon als Kind den Wunsch hatte, selbst Priester zu werden und sich als Messdiener engagierte, kehrt zu einer denkbar ungünstigen Zeit in seine Heimat zurück. In Indien wütet das Corona-Virus. Gerade in Kerala sei es besonders schlimm, weiß der 44-Jährige.

Wenn er am 31. Juli um 18.30 Uhr in Buddenbaum, einem Ort, den er besonders schätzt, und am 1. August um 10.30 Uhr in Freckenhorst mit Gottesdiensten und anschließenden Empfängen verabschiedet wird, bittet er daher ausdrücklich um Geldspenden für die Opfer der Pandemie in seiner Heimat anstelle von Abschiedsgeschenken. Die Kirchengemeinde St. Bonifatius & St. Lambertus hat ein Konto eingerichtet, auf das Spenden überwiesen werden können.

Ehe Pater Joshy am 25. August in Frankfurt ins Flugzeug steigt, möchte er noch einen Ordensbruder in Bayern besuchen. Pfarrer Manfred Krampe, den er zurzeit vertritt, hat er angeboten, in Urlaubszeiten gerne als Vertretung nach Freckenhorst zurückzukehren.

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