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Warendorf

Pfarrer Karl Jasbinschek: Er ist dann mal weg

Sebastian Sokolowski

Warendorf - Es war mehr als außergewöhnlicher Abschied in St. Josef: Kein Platz war gestern Morgen in der Josefskirche zu ergattern, als ein Mann unter stehenden Ovationen verabschiedet wurde, der nur zweieinhalb Jahre als Pfarrer im Warendorfer Norden gewirkt hat, und doch so tiefe Spuren hinterlässt, dass die Zahl derer, die Pfarrer Karl Jasbinschek danken und ihm alles Gute wünschen wollten, sowohl in der Pfarrkirche wie auch anschließend im Pfarrheim nicht abreißen wollte. Der Andrang war so groß, dass die Abschiedsreden im Anschluss an die Messe gehalten wurden, da die Gäste den Rahmen des Pfarrheims gesprengt hätten.

Von Emotionen und Wehmut geprägt waren die Festreden: „Sie haben hier in sehr kurzer Zeit sehr tiefe Spuren hinterlassen, die uns weiterhin leiten werden“, erklärte Gabriele Wiedeler vom Pfarrgemeinderat St. Josef, „wir haben gut zusammengearbeitet und bedauern Ihren Fortgang sehr.“ Als eindrucksvolles Zeichen, wie viel Licht der Geistliche im Rahmen der Seelsorgeeinheit nach St. Bartholomäus Einen gebracht habe, überreichte Pfarrer Matthäus Niesmann eine Kerze, auf der Gemeindemitglieder beim Pfarrfest unterschrieben hatten.

Auch Bürgermeister Jochen Walter wies auf die Bedeutung hin, die Jasbinschek während seiner kurzen Zeit in Warendorf erlangt habe. „Wir haben Kraft geschöpft dadurch, dass Sie hier waren. Ich wünsche mir, dass auch sie hier Kraft geschöpft haben“, gab Walter dem Pfarrer mit auf den Weg.

Neben weiteren Vertretern der Pfarrgemeinden fand auch die Ökumene ihren Platz. „Selbst wenn die Zeit kurz war: Deine Fröhliche und positive Art hat die Ökumene sehr bereichert“, betonte der evangelische Pfarrer Dr. Uwe Gryczan, „und die Ökumene ist die Zukunft unser aller Kirchen.“

Der gerührte Jasbinschek selbst schloss die Feierstunde humorvoll: „Man sollte öfters Abschied feiern. Denn so viele Gute Worte gibt es sonst das ganze Jahr nicht.“

Diversen Fahnenabordnungen von Vereinen und Verbänden (Kolping, Pfadfinder, Schützenverein) folgend zog Jasbinschek gestern aus der Josefskirche aus. Die Gemeinde hatte ihn gebührend und spontan mit stehenden Ovationen verabschiedet. Bevor er im November sein neues Amt als Pfarrer in Lengerich (Jasbinschek: „Das ist zu 90 Prozent evangelisch.“) antritt, pilgert er auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Er ist dann mal weg.

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