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Straßen NRW kündigt Informationskampagne an

Planung wird bis zuletzt angepasst

Warendorf / Münster

Die Änderungen an den westlichen und östlichen Abschnitten hätten es gezeigt: Straßen NRW passt fortlaufend die Planung der B64n an, sagen Projektleiter und Pressesprecherin.

Jörg Pastoor

Bernhard Epmann an den Detailansichten der Warendorfer B 64n-Planungen Foto: Jörg Pastoor

Vier Tage vor der Informationsveranstaltung für Rat und Bürgerinitiativen gegen die B 64n in Warendorf ging Straßen NRW am Montag in die Offensive. „Draußen“, so Behördensprecherin Sandra Beermann nach etlichen Bürgerbegegnungen während der bald endenden Erdbohrungen, „haben wir festgestellt, dass es viele Fragen gibt.“ Das sei auch erklärlich: „Wir haben jetzt einen anderen Sachstand.“ Kollege Bernhard Epmann, der die Projektleitung für die heißdiskutierte Umgehungsstraße hat, bestätigte das im Baubüro in Münster.

Es kommt im Zuge verstärkter Medienpräsenz jetzt ein aktualisierter Flyer, in den die Änderungen bei der Ausbauform im Westen und Osten der Stadt eingearbeitet sind. Beide sahen das als Beleg: Die Straße werde nur auf Basis aktueller Daten gebaut. Sollte also das als nächster Schritt anstehende Planfeststellungsverfahren weitere Veränderungen wie die Verkehrsabnahme an den beiden Teilbereichen klarmachen, werde natürlich die Planung angepasst – genau wie jetzt bei West und Ost, wo der 15,50 Meter breite dreistreifige Ausbau um vier Meter schmaler ausfalle.

Sandra Beermann

Womit Epmann bei einem von vielen Straßengegnern als kaum nennenswert bezeichneten Flächenminus war. Die Abschnitte würden derzeit genauer untersucht um herauszufinden, wie viele der geplanten Überholzonen man brauche. Erst dann – Epmann rechnete um Ostern – könne man sagen, wie oft drei (in Überholbereichen) Fahrbahnen her müssten, wie oft zwei reichen.

Die Verringerung war bekanntlich Ergebnis des Verkehrsgutachtens. Die Zahlen von 2018 hatten die von 2012 in den Korridoren nach unten korrigiert. Das habe teils auch an damals noch anderen Berechnungsverfahren gelegen, teils an an einem höher erwarteten Wirtschaftswachstum. Heute seien die Werte viel genauer.

Deutliche Abweichungen zu letztem Verkehrsgutachten von 2012

Konkret hatte der Prognosewert auf dem Abschnitt zwischen Haus Allendorf und Freckenhorster Straße bei 10 100 gelegen, der aktuelle ergab 8500 Fahrten in 24 Stunden. Im Süden sahen die Gutachter 2012 noch 18 100 Fahrzeuge (jetzt 15 500) und im Osten waren es damals 13 900. Aktueller Wert: 9000.

Folglich habe Straßen NRW als Ausführungsbehörde die Breiten der erwiesen geringeren Belastung angepasst.

Sowohl Sandra Beermann als auch Bernhard Epmann betonten, dass das Gutachten klar die Notwendigkeit der Umgehungsstraße beweise. „Wenn wir rechts und links nichts tun, die Warendorfer also im Stich lassen, haben wir 2030 dann täglich 3500 Fahrzeuge mehr auf der B 64 und 50 Lkw.“ Auf Basis der Prognosen sei die Entlastungsrolle der B 64n ablesbar, so Epmann: „Sie nimmt einen Lkw pro Minute aus der Stadt – eine Entlastung von rund 70 Prozent. Und aus dem Ortskern hält sie 11 500 täglich fern.“

Dass Straßen NRW nicht schon lange viel aktiver die Bürger informiert hat, liege an Corona. Fast jedes Mal hätten Anwohner Fragen an die Mitarbeiter der noch bis Anfang April tätigen Bohrtrupps. Allen sei klar, so Sandra Beermann, „wie viel Wissen da draußen noch nicht angekommen ist.“ Und auch wenn Epmann anfügte, dass man in der Regel nicht mit offenen Armen empfangen werde: „Wir sind jederzeit ansprechbar. Wir beantworten alle Fragen.“ Wer eins der auffälligen Behördenautos sehe, solle ruhig hingehen und seine Fragen adressieren.

Projektleiter Bernhard Epmann

An der Online-Infoveranstaltung Freitag nehmen laut Epmann um die 60 Warendorfer teil – Ratsmitglieder und in den Initiativen Aktive. Die Moderation sei jeweils Sache der Bürgermeister. Ansehen kann sich jeder Bürger das Ganze per Stream; diskutieren können nur geladene Teilnehmer.

Nach der aktuellen Planung rechnet Bernhard Epmann damit, Anfang 2022 die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren der Abschnitte Warendorf und Beelen an die Bezirksregierung schicken zu können. Die Dauer? Könne niemand voraussagen. Manche seien in zwei Jahren beendet, andere nach fünf – wieder andere deutlich später. Auf jeden Fall rechnet er damit, dass das aktuelle Verkehrsgutachten nicht das letzte ist. Allein die Entwicklung nach Corona sei nicht seriös einschätzbar. „Es kann Ihnen kein Mensch sagen: Wie viel Homeoffice bleibt?“

Epmann zu künftigen Prognosen

Wie viele Möglichkeiten es im weiteren Ablauf noch gibt, skizzierte er ebenfalls. Auch wenn Kreuzungen gewisse Mindestabstände haben müssten, würden Abweichungen nicht in Münster beschlossen. Damit spielte Epmann auf eine denkbare Anbindung der Waterstroate an, die ja vielleicht im Feststellungsverfahren als Anregung komme. Fest stehe, dass seine Behörde stets haarscharf die Datenlage abprüfe. Der Bund sehe die Straße viel großräumiger: von der A 1 bis Hildesheim.

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