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Die „Kirchenmaus“-Reime von Kreisdechant Peter Lenfers erscheinen in Buchform

Pointiert und mit Augenzwinkern

Warendorf

Die Buchpräsentation der „Warendorfer Kirchenmaus“ passe nach jecken elf Jahren perfekt zum 165-jährigen Jubiläum der WaKaGe, meint WaKaGe-Präsident Hermann-Josef Schulze-Zumloh. Die kleine graue Maus hat nun schon so viele Jahre von der Kanzel herab zum Karnevalswochenende das Wort erhoben – „sie ist der Filter, durch den ich mir alles ansehe“, meint Kreisdechant Peter Lenfers dazu als ein Autor, der mit Reimformen umzugehen weiß.

Von Christopher Irmler

Horst Breuer, Peter Lenfers, Manfred Kronenberg, André Auer und Hermann-Josef Schulze-Zumloh (v.l.) freuen sich auf den Verkaufsstart am kommenden Montag. Foto: Christopher Irmler

Das Reimen im Karneval ist für Kreisdechant Peter Lenfers schon lange eine Selbstverständlichkeit. Bereits bei seinen beruflichen Stationen in Wesel und Recklinghausen sei das so gewesen, entsprechend konsequent habe er diese Tradition auch in Warendorf fortgesetzt. Einmal, so erzählt er nun, habe er im Karstadt-Kaufhaus eine Stoffmaus gekauft – die „Kirchenmaus“ war geboren. Seit 2010 legt Lenfers pünktlich zur Hochphase des Karnevals mit der „Warendorfer Kirchenmaus“ den Finger in die Wunde, blickt pointiert und mit einem Augenzwinkern auf jüngere kirchliche und weltliche, lokale und regionale Entwicklungen zurück.

Nun erscheinen die „Kirchenmäuse“ der Jahre 2010 bis 2020 – im vergangenen Jahr habe ihm die Corona-Pandemie schlicht die Lust geraubt – in einem gebundenen Buch. Die Idee hatte Lenfers gemeinsam mit André Auer und Manfred Kronenberg. Letztgenannter bereichert die zunächst auf eine Stückzahl von 500 limitierte Publikation mit seinen Illustrationen. Das Vorwort zum Buch der Warendorfer Kirchenmaus stammt von dem Beelener Dichter Dieter Lohmann.

Manfred Kronenberg steuerte die Illustrationen zu den von Peter Lenfers verfassten "Kirchenmäusen" bei. Foto: Foto: Christopher Irmler

Die „Kirchenmaus“ sei „der Filter, durch den ich mir alles ansehe“, erläutert Lenfers. Das Reimen falle ihm nicht einmal schwer; die eigentliche Arbeit bestehe im Finden eines Motivs. So summiere sich der Aufwand durchaus auf eine reguläre Arbeitswoche. Ärger mit seinem Arbeitgeber habe es übrigens noch nie gegeben. Denn auch bei kirchenkritischen Themen haue er nicht „einfach drauf“: Er tue es, „eben weil mit so viel an Kirche liegt“.

Bodenständige Sicht auf den Alltag

Horst Breuer (Kulturbüro) schätzt Lenfers‘ bodenständige Sicht auf den Alltag und dessen Humor. Lenfers‘ Stil sei nie verletzend, sondern stets freundlich und charmant, der Humor mitunter schwarz. „Das spricht auch für die Person Peter Lenfers.“ Für André Auer zeichnet Lenfers mit seinen Beiträgen die jüngere Stadtgeschichte nach. WaKaGe-Präsident Hermann-Josef Schulze-Zumloh dankt Lenfers schmunzelnd für das perfekte Timing: Eine Buchpräsentation nach jecken elf Jahren passe perfekt zum 165-jährigen Jubiläum der WaKaGe. Die Warendorfer Karnevalisten möchten vom 25. bis 27. Februar in der Stadt unterwegs sein und die Bücher zum Kauf anbieten. „Es darf nicht sein, dass man denkt, es gehe auch ohne Karneval.“

Erhältlich ist das in Eigenregie verlegte Werk ab dem kommenden Montag in der Touristikinformation der Stadt Warendorf (Emsstraße 4), in der Buchhandlung Darpe (Markt 5) sowie in der Buchhandlung Ebbeke (Freckenhorster Straße 44) zu einem Preis von zehn Euro. „Ich will damit nicht einen einzigen Cent verdienen“, macht Lenfers deutlich. Der Benefizgedanke stehe im Vordergrund, weshalb er seinen beiden Mitstreitern für den Verzicht auf Honorar sehr dankbar sei. Illustrator Kronenberg bietet zusätzlich eine limitierte, von ihm und Lenfers signierte Sonderedition – inklusive Original-Zeichnung – zu einem Preis von 60 Euro in seiner Galerie (Oststraße 14a) an. Den Überschuss aus dem regulären Verkauf erhalten zu gleichen Teilen der „Kleine Prinz“ und die Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler. Und was dürfen die Leser in der bald erscheinenden „Kirchenmaus 2022“ erwarten? Lenfers muss sich in Schweigen hüllen: Da die „Kirchenmaus“ stets möglichst aktuell geschrieben werde, habe er gerade erst begonnen.

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