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„Kita-Revolution“ übergibt Petition

„Politik auf Augenhöhe sieht anders aus!“

Warendorf

Die Warendorferin Kristin Wingeyer wünscht sich beitragsfreie Kitas, Kindertagespflege und OGS. Dafür hat die 39-jährige Mutter im März die Petition „Familien entlasten – beitragsfreie Kinderbetreuung“ auf der Plattform „Openpetition“ gestartet, die inzwischen schon von knapp 2500 Unterstützern unterschrieben wurde. Am Montag wird eine entsprechende Petition an den Kreis Warendorf übergeben.

-ed-

In Warendorf hat sich eine Initiative gegründet, die bereits fast 2500 Unterstützer hat und die sich beitragsfreie Kitas, Kindertagespflege und OGS wünscht. Am Montag soll eine entsprechende Petition an den Kreis Warendorf übergeben werden. Foto: dpa

„Zwei Jahre Pandemie, steigende Inflation, Höchststände bei den Baukosten, steigende Mieten und Wohnnebenkosten, horrende Preisen für Lebensmittel und Benzin – der Kostendruck auf Familien ist enorm“, sagt Kristin Wingeyer. Die Warendorferin fordert: Familien müssen entlastet werden, und zwar jetzt. Sie wünscht sich beitragsfreie Kitas, Kindertagespflege und OGS. Dafür hat die 39-jährige Mutter im März die Petition „Familien entlasten – beitragsfreie Kinderbetreuung“ auf der Plattform „Openpetition“ gestartet, die inzwischen schon von knapp 2500 Unterstützern unterschrieben wurde. Direkt betroffene Familien unterstützen das Vorhaben ebenso wie alleinstehende Bürger oder Eltern, die von dieser Änderung nicht mehr profitieren würden, so Kristin Wingeyer. Doch das Gehör auf politischer Ebene vermisse die Initiatorin nach wie vor. „Ende April haben wir per Mail Anfragen an mehrere Kreistagsfraktionen mit der Frage nach Gesprächsterminen gestellt. Am 7. Mai haben wir über „Openpetition“, der Plattform auf der die Petition veröffentlicht wurde, 66 politische Vertreter aus dem Kreis Warendorf angeschrieben und um eine Stellungnahme zum Thema „Beitragsfreiheit“ gebeten.“ Die Rückmeldung sei enttäuschend gewesen: „Es gab bisher genau eine Antwort, nämlich der Verweis auf die Tabelle, die ab August 2022 gültig sein wird. Eine Stellungnahme ist dies für uns nicht.“ Die erneuerte Gebührentabelle des Kreises hält sie nicht für gerecht. Beispielsweise berücksichtige diese nur das Bruttoeinkommen, nicht aber die Ausgaben. Eltern zahlten bis zu 700 Euro im Monat. In anderen Städten in NRW herrsche dagegen bereits Beitragsfreiheit.

Parallel dazu habe die Initiative „Kita-Revolution-Warendorf“ (Instagram) versucht, mit Landrat Dr. Olaf Gericke ein Gespräch zu führen, was bis dato allerdings nicht erfolgt sei. „Lediglich Bürgermeister Peter Horstmann habe sich am 11. April Zeit genommen. Das Gespräch sei sachlich, offen und konstruktiv gewesen: die Kinderbetreuung liege jedoch nicht in der Zuständigkeit des Bürgermeisters, sondern sei an den Kreis gebunden. Für den Offenen Ganztag sagte er der Initiative jedoch zu, das Anliegen mit zu nehmen. Wingeyer fragt und mahnt gleichzeitig an: „Wieso wird unser Anliegen nicht ernst genommen?“

Natürlich sei der Mutter bewusst, dass nicht von einem auf den anderen Tag alle Gebühren fallen können, dennoch sollte dies ein politisches Ziel werden. Der Kreis würde eine Vorbildfunktion einnehmen, als familienfreundlicher wahrgenommen und entsprechend seine Standortattraktivität steigern.

Die Initiative „Kita-Revolution-Warendorf“ fordert: Kontakt zu den politischen Entscheidungsträgern, konstruktive Beratung ihres Vorschlags und dass die Petition auf die Tagesordnung des Kreistages am 10. Juni kommt. Nachruck verleiht die Initiative, die mittlerweile fast 2500 Unterstützer hat, ihrer Forderung durch die offiziell Übergabe der Petition am Montag, 23. Mai, um 16 Uhr vor dem Kreishaus. Statt des Landrats werde die zuständige Jugenddezernentin, Brigitte Klausmeier, die Petition entgegennehmen, heißt es. Kristin Wingeyer findet: „Gemeinsam möchten wir für einen familienfreundlichen Kreis Warendorf etwas Großes erreichen. Das kann aber nur im Dialog funktionieren, nicht wenn man weder angehört noch ernst genommen wird. Politik auf Augenhöhe sieht anders aus!“

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