1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Warendorf
  6. >
  7. Potenziale im Handwerk heben

  8. >

Vortrag bei Ahmerkamp

Potenziale im Handwerk heben

WareNdorf

Viele Handwerksbetriebe klagen über extremen Nachwuchsmangel. Das Handwerk, das früher den berühmten goldenen Boden hatte, ist wenig attraktiv für Schulabsolventen. Wie sich das ändern ließe, erklärte Jörg Mosler jetzt in seinem eindrucksvollen Vortrag bei Ahmerkamp.

Marion Bulla

Motivator Jörg Mosler (gr. Bild) war der Einladung von Hans-Jörg Ahmerkamp zum Handwerkertag gefolgt. Foto: Marion Bulla

„Viele unserer großen Kunden im Sektor Holz- und Zimmereibetriebe haben sich personell verkleinert. Es fehlen einfach die Fachkräfte. Wie können wir es schaffen, junge Leute für unser Handwerk zu begeistern und auch zu halten?“, sagte WHG-Geschäftsführer Hans-Jörg Ahmerkamp am Samstagnachmittag im Rahmen des Handwerkertages in seinem Haus und sprach damit das Problem an, das die Branche derzeit beschäftigt.

Viele Handwerksbetriebe klagen über extremen Nachwuchsmangel. Das Handwerk, das früher den berühmten goldenen Boden hatte, ist wenig attraktiv für Schulabsolventen. Doch das kann man ändern, weiß Jörg Mosler. Wie, das erklärte der Referent in seinem eindrucksvollen Vortrag „Die Fachkräfteformel – Mitarbeitergewinnung im Zeitalter der Digitalisierung“.

„Wir tun Dinge aus zwei Impulsen. Zum einen, um Spaß zu haben und zweitens, um Schmerzen zu vermeiden“, so der Referent. Zwischen jeder Handlung stecke eine Emotion. Man müsse lernen, Menschen zu verstehen und diese große Chance nutzen, um Mitarbeiter zu gewinnen. Nämlich mit positiven Emotionen und ganz viel Leidenschaft. Die seien immer da und das müsse man leben und nach Außen tragen, betonte Mosler und ergänzte, das Geniale daran sei, dass diese Gefühle sich sekundenschnell von Mensch zu Mensch übertragen. „Fachkräfte und Talente, da haben wir im Handwerk ein Riesenpotenzial, das wir noch nicht einmal annähernd ausschöpfen. Es gibt einen Knoten, der gelöst werden muss“, sagte der Experte. Es gehe auch darum, die Perspektive zu wechseln. Ein Papierflieger könne auch eine zusammengeknüllte Kugel sein und müsse nicht einem Flugzeug ähneln – denn der Ball fliege auch, und das auch meistens noch weiter. „Wir haben gewisse Vorstellungen in uns, die man ändern kann“, so Mosler.

Der Motivator stellte den Zuhörern, vornehmlich Unternehmer, drei Fragen: Was macht ihr, wie macht ihr das und warum? Letzteres hatte bei den meisten einen finanziellen Aspekt. Geld verdienen sei natürlich wichtig und auch in Ordnung, doch sollte nicht ausschlaggebend sein. Und da ist sie wieder – die Leidenschaft. Wenn Betriebe sich so zeigten, wie sie sind, ihr „Warum“ auch auf der Homepage verbreiteten und die Mitarbeiter als Alltagshelden feierten, dann werde sich das über die Medien verbreiten, dann möchte man in eben dem Betrieb in die Lehre gehen. „Ich möchte, dass Menschen, die Möglichkeit bekommen, an den Platz zu kommen, wo sie wertvoll sind. Dass etwa ein Arztsohn auch ohne Probleme seitens der Gesellschaft Maurer werden kann“, machte Jörg Mosler Mut, sich zu entfalten.

Er kennt sich aus im Handwerk. 16 Jahre lang war er Dachdecker, zehn Jahre als Geschäftsführer im elterlichen Betrieb. Doch seine persönliche Bestimmung liegt woanders, das hat er erkannt: Und zwar darin, andere Menschen zu inspirieren. „Ich möchte anderen Menschen Impulse geben und ihnen zeigen, welche Chancen sich für sie im Handwerk auftun“, sagte Mosler.

„Ich habe so viel mitgenommen und gemerkt, es gibt noch viel recht viel Luft nach Oben“, sagte Hanns-Jörg Ahmerkamp zum Abschluss und bedankte sich für die zahlreichen Anregungen.

Startseite
ANZEIGE