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Weihnachtsoratorium in Warendorfer Laurentiuskirche

Premiere begeistert das Publikum restlos

Warendorf

Zahlreiche Sängerinnen und Sänger, darunter auch viele Kinder, und ein eigens zusammengestelltes Orchester präsentierten am Sonntag in der Laurentiuskirche in Warendorf festliche Töne: Musik aus Bachs „Weihnachtsoratorium“ stand auf dem Programm. Das Publikum war begeistert.  

Von Christoph Schulte im Walde

Im gut gefüllten Kirchenschiff erlebten die Zuhörer am dritten Advent ein herausragend dargebotenes „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach.  Foto: Andreas Poschmann

Es sind zwar noch knapp zwei Wochen Zeit, bis der Geburtstag Jesu im Stall zu Betlehem gefeiert wird, aber festliche Töne darf man durchaus auch schon im Vorfeld anstimmen - gerade wenn sie aus Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ stammen. Und so wurde am Sonntag beim Konzert in St. Laurentius der kommende Messias glanzvoll mit Pauken und Trompeten empfangen: „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage.“ Kaum hatten diese ersten Töne die vollbesetzte Kirche erfüllt, entwickelte sich eine Atmosphäre zwischen Fröhlichkeit und stiller Betrachtung. Gregor Loers, seit gut einem Jahr Kirchenmusiker der Gemeinde, setzte dabei auf ein mittelgroßes Vokalensemble, ausgezeichnet ergänzt vom Kinderchor St. Laurentius und dem Chor der vierten Klasse der Bodelschwinghschule. Instrumentaler Partner war ein eigens für dieses Projekt zusammengestelltes Orchester - insgesamt eine runde, ausgewogene Mischung, getragen von großer Sing- und Spielfreude.

Das hervorragende Konzerterlebnis würdigten die Zuhörer mit nicht enden wollendem Applaus.  Foto: Andreas Poschmann

Bach wird ja immer wieder gern als „der fünfte Evangelist“ bezeichnet, der nicht so sehr durch gedichtete Verse die Frohe Botschaft vermittelt, sondern durch seine Musik - Klänge, die ganz unmittelbar Emotionen wecken. Selbst 300 Jahre nach ihrer Entstehung. Und in einer zunehmend säkularer werdenden Welt.

Gesungene Weihnachtsbotschaften

Wenn Solo-Altistin Anna-Maria Koßbau mit geradezu tänzerischem Gestus ihr „Bereite dich, Zion“ anstimmte, wurde die Aussage ebenso schnell klar wie jene, die Frederik Schauhoff mit seinem markanten Bass und kraftvoller Trompeten-Begleitung intonierte: „Großer Herr, o starker König!“ Bach hat hier sehr plastische Bilder für die Ohren geschaffen. Stephan Hinssen bat in seiner quirlig bewegten und von zwei virtuosen Violinen umspielten Tenor-Arie „Ich will nur dir zu Ehren leben“ um göttliche Kraft und Mut. Als Evangelist lieferte Hinssen klar deklamierend den biblischen Text aus dem Lukas-Evangelium.

Feinste emotionale Facetten leuchtete der Kölner Bariton Frederik Schauhoff mit seiner klaren und kraftvollen Stimme aus.  Foto: Andreas Poschmann

Dass Geburt und Sterben eng beeinander liegen, daran erinnerte Sopranistin Jutta Potthoff mit ausgesprochen lyrischer Klanggebung in „Flößt, mein Heiland“, um schließlich dem Tod den Schrecken zu nehmen. Auch dies eine existenzielle Weihnachtsbotschaft.

Die gebürtige Warendorfer Sopranistin Jutta Potthoff versilberte mit ihrer glockenklaren Stimme unter anderem die Echo-Arie.  Foto: Andreas Poschmann

Verbindende und betrachtende Elemente zwischen Rezitativen und Arien waren immer wieder die Choräle mit ihren bekannten Melodien, grundsolide geformt vom Vokalensemble und anrührend überstrahlt von den Jungen und Mädchen der Kinderchöre, die Laura Loers prima einstudiert hatte. Das fühlte sich an wie das Leuchten eines Kometenschweifs. Und nährt ganz nebenbei die Hoffnung, dass auch die jüngste Generation unter den Sängerinnen und Sängern bleibenden Spaß am gemeinsamen Musizieren hat und auch bei kommenden Projekten wieder mit dabei sein wird. Die Premiere jedenfalls war ein voller Erfolg - und das Publikum restlos begeistert. Riesenbeifall für alle Beteiligte!

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