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Pyrotechnik-Verkaufsverbot

Privates Feuerwerk erlaubt

Warendorf

Das ist ein herber Schlag für die Hersteller von Silvester-Böllern und Raketen – es wird in diesem Jahr einen sehr ruhigen Jahreswechsel geben.

Rebecca Lek

Auch wenn viele heute Nacht die Sektkorken knallen lassen und aus Freude darüber, dass das Jahr 2020 endlich vorüber ist, Raketen gen Himmel steigen lassen wollen, was im privaten Rahmen sogar erlaubt ist, stellt sich die Frage, ob dieser Jahreswechsel nicht besser ein stiller sein sollte. Foto: Dietmar Jeschke

Silvester wird in diesem Jahr ruhig: Der Verkauf von Silvester-Feuerwerk wurde aufgrund der Corona-Pandemie bundesweit verboten. Ein herber Schlag für die Branche, denn Raketen, Böller und Co. erfreuen sich jedes Jahr immer größerer Beliebtheit. Bei einer YouGov-Umfrage im letzten Jahr zeigte sich, dass jeder zehnte Deutsche durchschnittlich 50 Euro für Silvesterböller ausgibt. Drei Prozent der Bürger lassen sich den Spaß sogar mehr als 100 Euro kosten. Sieben von zehn Bundesbürgern finden die Knallerei zu teuer.

Sollten der Krach und das Licht bei den Germanen in der Vergangenheit vor allem böse Geister vertreiben, begrüßen die Deutschen das neue Jahr lautstark, in der Hoffnung, dass es besser werden möge als das zu Ende gehende Jahr.

Eine Hintertür bleibt den Freunden der Pyrotechnik auch im Corona-Jahr: Der Verkauf von Feuerwerkskörpern ist zwar verboten, nicht aber der Gebrauch im privaten Bereich. „Gemäß Paragraf 10 Abs. 5 Corona-Schutzverordnung sind alle öffentlich veranstalteten Feuerwerke untersagt. Privates Feuerwerk zunächst grundsätzlich nicht“, erklärt Dr. Martin Thormann, erster Beigeordneter der Stadt Warendorf. Davon unberührt bleiben jedoch die Zonen, in denen es strengstens verboten ist, Böller zu zünden. „Zusätzlich gilt, dass das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen verboten ist. Dies gilt wie in den Vorjahren bereits auch für die historische Warendorfer Altstadt mit ihrer alten Bausubstanz und dem historischen Marktplatz“, betont Thormann.

Von einem generellen Verbot von Pryotechnik hält die Stadt jedoch nichts und betrachtet dieses aufgrund der Bestimmungen des Bundes auch nicht als nötig. „Durch das generelle Verkaufsverbot, das die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates am 18. Dezember auf den Weg gebracht hat, ist davon auszugehen, dass es kaum privates Feuerwerk in der Silvesternacht geben wird. Insbesondere wegen des Verkaufsverbots hält die Stadt weitergehende Regelungen formaler Art nicht für nötig“, bestätigt der erste Beigeordnete auf Nachfrage der WN.

Dr. Martin Thormann

Wer gehofft hatte, in den Niederlanden, Feuerwerkskörper erwerben zu können, wird derbe enttäuscht gewesen sein. Im Nachbarland greift der Staat härter durch, denn Raketen und Böller dürfen nicht nur nicht gekauft, sondern auch nicht gezündet werden. Insgesamt wollen die Niederländer auf diese Weise das ohnehin stark beanspruchte Gesundheitssystem entlasten. Knalltrauma, abgesprengte Finger und Brandwunden gehören in Silvesternächten zu den häufigsten Verletzungen. Da dieses Jahr der Nachschub fehlt, hofft die Stadt Warendorf, dass die Masse an Verletzungen ausbleiben wird. „Eventuell könnte es sein, dass es Personen gibt, die noch über Feuerwerk aus dem Vorjahr verfügen. Dies dürfte theoretisch unter Einhaltung der sonstigen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen privat abgebrannt werden“. räumt Thormann ein und appelliert gleichzeitig auch an die Warendorfer, das Krankenhaus so gut es geht zu entlasten.

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