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Ira Lenz erhält die Dostojewski-Medaille

Prominente Jury überzeugt

Freckenhorst

Die Freckenhorsterin Ira Lenz wird vom russischen Schriftstellerverband mit der Dostojewski-Medaille ausgezeichnet. Eine Jury aus berühmten russischen Leuten hat ihre Gedichte gelesen und war begeistert.

-uli-

Ira Lenz erhält vom russischen Schriftstellerverband die Dostojewski-Medaille. Ob in Gold oder in Silber (Rückseite) weiß sie noch nicht. Das wird erst bei der Preisverleihung bekanntgegeben. Foto: Ulrich Lieber

Ira Lenz kann ihr Glück kaum fassen. Aber ist es wirklich nur Glück? Wohl kaum. Als sie am Montag ihre E-Mails abruft, ist eine ganz besondere dabei: „Wir teilen Ihnen mit, dass das Präsidium des russischen Schriftstellerverbandes beschlossen hat, Ihnen die Dostojewski-Medaille zu verleihen.“ Damit hatte die Freckenhorsterin nun wirklich nicht gerechnet. „Ich bin total glücklich und stolz“, sagt die Autorin, die russische Gedichte schreibt.

Ira Lenz

Der russische Schriftstellerverband, erzählt Ira Lenz, habe diesen Preis ins Leben gerufen, um neue talentierte Autoren zu finden, die einen Beitrag zur russischen Literatur leisten können. Fündig wurde die Jury, das Redaktionskomitee des größten russischen Literaturportals Poetry.ru (stihi.ru), auf einem Poesie-Portal, in dem jeder kostenlos Gedichte veröffentlichen darf. „Ich bin seit 1999 auf diesem Portal. Damals habe ich noch in Moskau gelebt“, berichtet sie. 2006 kam sie dann der Liebe wegen nach Deutschland, aber ihre Leidenschaft zu Schreiben legte sie niemals ab.

Das Online-Portal bietet Autoren die Möglichkeit, auf einer eigenen Seite seine Werke zu veröffentlichen. Die Zahl der Autoren liegt dabei im sechsstelligen Bereich, vermutet Ira Lenz. Mehrere Millionen Besucher kommen pro Jahr zum Portal, und jeder kann dort Kommentare hinterlassen. Auch namhafte Juroren haben sich in den letzten Wochen dort getummelt und Ira Lenz für den nationalen Literaturpreis „Dichter des Jahres“ nominiert. „Meine Seite poppte rot auf“, berichtet sie. Dann durfte sie ihre besten Gedichte einsenden, die in einem Almanach gedruckt und veröffentlicht wurden. Die Jury hat aus dieser Auswahl nun die Preisträger bestimmt. „Das sind in Russland sehr berühmte Leute“, staunt Ira Lenz. Der Preis wurde zum 200. Geburtstag des großen russischen Schriftstellers ins Leben gerufen, und Ira Lenz ist nun zur großen Preisverleihung am „Welttag der Poesie (20. März) nach Moskau eingeladen. Welche Medaille sie erhält, das weiß sie noch nicht, aber bescheiden wie sie ist, rechnet sie mit der silbernen. „Da sind so viele gute Autoren dabei, die viel besser sind als ich“, glaubt sie nicht an einen der Hauptpreise, die in sechs Kategorien verliehen werden.

Doch in die Freude mischt sich ein kleiner Wermutstropfen, denn die Freckenhorsterin kann nicht persönlich zur Preisverleihung erscheinen. „Ich brauche ein Visum, weil ich deutsche Staatsbürgerin bin. Wegen Corona gibt es aber keine Möglichkeiten. Das ist sehr schade“, bedauert sie. Ihr Bruder Dimitri wird stattdessen ihren Preis abholen, allerdings darf auch er nicht zur offiziellen Preisverleihung. „Er holt die Medaille und den Almanach ab.“

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