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Ausstellungseröffnung im Westpreußischen Landesmuseum

Protagonisten des frühen Naturschutzes

Warendorf

Wie sah der Naturschutz vor 100 Jahren aus? Dieser Frage geht die neue Ausstellung im Westpreußischen Landesmuseum nach. Sie wird am 23. Juni eröffnet.

Von und

Um Vogelnester fotografieren zu können, kletterte Hermann Reichling häufig mit der Kamera in Bäume. Foto: LWL-Museum für Naturkunde

„Mit Merkbuch, Denkschrift, Kamera: Zwei Pioniere des Naturschutzes in Preußen“ – so lautet der Titel der Sonderausstellung, die das Westpreußische Landesmuseum am Donnerstag (23. Juni) eröffnet. Sie ist bis zum 2. Oktober (Sonntag) zu sehen.

Im Zentrum der neuen Sonderausstellung stehen die Anfänge des Natur- und Umweltschutzes in Deutschland vor 100 Jahren. „In unserer heutigen Zeit gibt es wohl keinen Zweifel darüber, dass der Umweltschutz zu den großen Zukunftsaufgaben unserer Epoche zählt. Doch wie und wann entwickelte sich eigentlich das Bewusstsein, dass Tier- und Pflanzenarten, Ökosysteme und zusammengehörige Naturräume schützenswert sind?“ heißt es in der Presseankündigung des Landesmuseums.

Die Ausstellung richtet den Blick hierzu auf die Verdienste zweier bedeutender Protagonisten des frühen Naturschutzes: Hugo Conwentz und Hermann Reichling. Conwentz veröffentlichte 1904 mit seiner „Denkschrift“ das Manifest der „Naturdenkmalpflege“ als Auftakt der staatlichen Naturschutzbewegung in Preußen. 1906 zum Kommissar der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege ernannt, richtete Conwentz die erste Behörde dieser Art im Deutschen Kaiserreich ein. Conwentz warb als unermüdlicher Netzwerker für die Bewahrung besonders schützenswerter „Naturdenkmäler“ – und fand hierbei auch international als Impulsgeber und Vorreiter der Naturschutzbewegung Anerkennung. So kam er 1908 anlässlich der Gründung des Westfälischen Provinzialkomitees für Naturdenkmalpflege auch nach Münster.

Leiter des Provinzialmuseums für Naturkunde

Ab 1919 wirkte der begeisterte Naturschützer Hermann Reichling als Leiter des Provinzialmuseums für Naturkunde in Münster. Er führte den staatlichen Naturschutzgedanken weiter und hinterließ ein einzigartiges Fotoarchiv von mehr als 10 000 Fotografien.

In Zusammenarbeit mit dem LWL-Museum für Naturkunde zeigt Ausstellungsteil eins „Vogelfänger, Venntüten und Plaggenstecher. Natur und Landschaft vor 100 Jahren“. Der vom Westpreußischen Landesmuseum erarbeitete zweite Teil stellt die theoretische Begründung der Naturdenkmalpflege durch Hugo Conwentz vor und lädt dazu ein, die Gemeinsamkeit des Naturschutzes um 1906 und die Unterschiede zum heutigen Umweltschutz zu erkunden.

Ausstellungsteil eins wurde von Dr. Bernd Tenbergen vom LWL-Museum für Naturkunde zusammen mit dem LWL-Medienzentrum kuratiert. Kuratorinnen für Teil zwei sind Jutta Fethke und Dr. Gisela Parak.

Begleitprogramm

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