1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Warendorf
  6. >
  7. Radsportler fürchten Verlust der Fördermittel

  8. >

„Bikepark“ noch immer in der Schwebe

Radsportler fürchten Verlust der Fördermittel

Freckenhorst

Die Radsportgemeinschaft Warendorf-Freckenhorst möchte in Freckenhorst einen Bikepark errichten und hat auch die Zusage über Fördermittel des Landes. Doch das Verfahren zieht sich in die Länge und die Zeit drängt, das die Fördermittel in diesem Jahr verbraucht werden müssen.

Von Ulrich Lieber

Stellten ihr Konzept eines Bikeparks am Feidiek im Sommer 2020 vor (v.l.): Benedikt Schulte, Fachwart Einrad und Schriftführer der RSG, Raimund Volkmer, Fachwart MTB, die RSG-Vorsitzende Elisabeth Richter und ihr Stellvertreter Dirk Jürgens. Foto: Joke Brocker

Das hatte sich die Radsportgemeinschaft Warendorf-Freckenhorst alles viel leichter und vor allem schneller vorgestellt. Als sie im Jahr 2019 den Antrag auf einen Bikepark in Freckenhorst stellten, hofften sie auf baldige Umsetzung. „Ich dachte, dass wir dann 2020 bauen könnten“, erinnert sich Schriftführer Benedikt Schulte. Doch nun ist noch nicht einmal sicher, ob der Bikepark im Jahr 2022 wirklich realisiert werden kann.

Stadtplanerin Doris Krause

Im Bezirksausschuss wurde das Thema am Donnerstagabend aufgegriffen, denn es geht um die Änderung des Flächennutzungsplanes, um auf dem Gelände am Feidiek die baurechtlichen Voraussetzungen zu schaffen. Stadtplanerin Doris Krause berichtete, dass es zwei Themenkreise gegeben habe, die sich als sehr komplex herausgestellt und für die teilweise langen Bearbeitungszeiten gesorgt hätten. Der Landesbetrieb „Wald und Holz“ habe zunächst erhebliche Bedenken geäußert, da es sich um eine Waldfläche handelt. Darum sei ein Waldausgleich gefordert worden. Der Abstimmungsprozess mit dem Landesbetrieb sei sehr langwierig gewesen, doch mittlerweile sei eine Lösung gefunden worden. „Wir haben uns geeinigt, dass der Waldausgleich auf einer städtischen Fläche erfolgen kann.“ Dieser soll im Ortsteil Milte vorgenommen werden.

Auch Emissionsschutz ist Thema

Das zweite Thema sei der Emissionsschutz gewesen. Dabei ging es um die grundsätzliche Verträglichkeit der Sportanlagen nebeneinander, aber auch mit dem angrenzenden Wohngebiet. Die Bikeparknutzung selbst sei als unkritisch eingestuft worden, in der Gesamtbetrachtung sei das neu erstellte Emissionsgutachten zu dem Ergebnis gekommen, dass ein verträgliches Nebeneinander durchaus möglich sei. „Lediglich an einem einzigen Emissionsort gab es eine Überschreitung der Richtwerte um ein Dezibel“, erklärte Doris Krause. Das passiere aber nur, wenn die erste Fußballmannschaft auf Kunstrasen spiele, und das sei sehr selten. Daher werde das als „seltenes Ereignis“ gewertet und insofern im Ergebnis als unkritisch.

Benedikt Schulte, der das Projekt Bikepark für die RSG begleitet, dankte der Stadt Warendorf für die Unterstützung. „Ich habe dabei festgestellt, dass das Verfahren wohl nicht ganz so trivial ist, wie ich mir das vorgestellt hatte.“ Er wünsche sich natürlich ein schnelleres Verfahren und das hat auch mit der finanziellen Situation zu tun. „Wir sind als kleiner Verein auf ganz wesentliche Mittel des Landes NRW angewiesen.“ Die RSG hat aus dem Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ eine Zusage über 24 000 Euro erhalten. „Das bedeutet, dass bis Ende des Jahres 2022 die Mittel verwendet werden müssen. Wenn die Mittel verfallen, ist das Projekt für uns gestorben“, wies Schulte auf die Dringlichkeit hin und fragte nach dem Zeitplan.

Benedikt Schulte, Vorstand der RSG

„Das kann ich durchaus nachvollziehen“, versicherte Doris Krause, die mit der Situation auch unzufrieden ist. Darum sei der Sitzungskalender auf das Projekt Bikepark ausgerichtet worden. Der Plan könne im Februar in die Offenlage gehen, und der Rat könnte Anfang April grünes Licht geben. „Heißt das, dass nach dem Verfahrensende unser Bauantrag genehmigt werden und wir mit dem Bau anfangen können?“, fragte Benedikt Schulte konkret nach, erhielt aber keine konkrete Antwort. „Lassen Sie uns das mal bitte bilateral klären“, entgegnete Doris Krause.

Der Beschluss zur Flächenplannutzungsänderung erfolgte schließlich einstimmig, und auch der parallel tagende Stadtentwicklungsausschuss stimmte zu.

Beteiligte hatten auf schnelleres Ergebnis gehofft

„Es war von Anfang an so, dass es von allen Parteien unterstützt worden ist. Darum dachte ich, dass es schneller geht“, erklärt Benedikt Schulte auf WN-Nachfrage. Die Finanzierung sei auf die Fördermittel aufgebaut und zusätzlich werden noch Eigenmittel benötigt. „Die Gesamtkosten liegen zwischen 35 und 40.000 Euro“, sagt Schulte. Es gebe aber schon einige Spendenzusagen, aber weitere Spenden seien wünschenswert.

Dass Doris Krause der Frage ausgewichen sei, macht auch Benedikt Schulte ein wenig stutzig. „Aber ich gebe so schnell nicht auf. Wir müssen jetzt aufs Gaspedal drücken“, erklärt er. Der Bauantrag sei gestellt, und es habe auch schon Gespräche mit Lieferanten und Herstellern gegeben. Viele brächten eine Vorlaufzeit von einem halben Jahr, da sie ausgelastet seien. „Im April ist hoffentlich Beschlussfassung, und dann hoffe ich, dass auch über den Bauantrag entschieden wird. Bis dahin könne die RSG den Lieferanten nur Absichtserklärungen geben.

Startseite
ANZEIGE