Lohwall soll Veranstaltungsort werden

Scala plant tägliches Autokino in Warendorf

Warendorf

Not macht bekanntlich erfinderisch: Johannes Austermann plant mit seinem „Scala Filmtheater“ ein tägliches Autokino auf dem Lohwall. Sollte alles nach Plan laufen, könnte schon in der Woche nach Ostern gestartet werden.

Jonas Wiening

Sieht es so schon bald auf dem Lohwall aus? Wenn Johannes Austermanns Plan aufgeht, wird schon kurz nach Ostern gestartet. Foto: dpa

An innovativen Ideen mangelte es Johannes Austermann noch nie. Der 24-jährige gelernte Bankkaufmann, der zu Beginn des vergangenen Jahres das Warendorfer Kino „Scala“ übernommen hatte und damit – dank frischem Wind und neuen Ideen – bislang überaus erfolgreich war, leidet stark unter der Corona-Krise. „Wir mussten natürlich komplett dicht machen. Wir sind ja nicht systemrelevant“, erklärt Austermann. Einnahmen fallen weg. Miete, zwei feste Mitarbeiter – die Kosten aber bleiben bestehen. Da ist auch die Soforthilfe des Landes, die ihm schon ausgezahlt wurde, nur „ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Lohwall ist idealer Ort

Doch Austermann steckt den Kopf nicht in den Sand. Er will das beste aus der Situation machen. Schon vor Monaten, also vor der Corona-Pandemie, hatte er die Idee, ein Autokino in Warendorf anzubieten. „Der Lohwall ist dafür perfekt geeignet. Es ist genug Platz und man kann von zwei Seiten einfahren“, so der Kinobetreiber. Eigentlich sollte die Idee aber erst 2021 umgesetzt werden, wie unsere Zeitung erfuhr. Doch aufgrund der aktuellen Situation will Austermann das Projekt so schnell wie möglich umsetzen.

Johannes Austermann Foto: privat

Die Zeit hat er ja, außerdem könnte er so wenigstens ein paar Einnahmen generieren. „Vor einigen Tagen ist sogar die Firma Gräffker Elektronik aus Warendorf auf mich zugekommen und hat eine Kooperation vorgeschlagen“, freut sich der Kino-Betreiber, der so auch die passenden Leinwände und die Technik zur Verfügung hätte. Die Leinwände, die das Theater am Wall sonst für ihr Open-Air-Kino „Emsflimmern“ verwendet hat, seien nämlich für ein Autokino zu klein.

Konzept und Idee stehen also. Auf dem Lohwall sei Platz für bis zu 500 Autos. „Wir würden aber erstmal, aufgrund der kurzfristigen Planung mit 100 bis 150 Autos starten.“ Um alle Kosten zu decken und noch ein wenig Einnahmen zu generieren, würde der Eintritt um die 17 bis 18 Euro kosten. „In einem Auto können ja aber zwei Personen sitzen und den Film gucken.“ Ein Risiko in Zeiten der Corona-Pandemie würde nicht bestehen. Tickets sowie Snacks und Getränke könnten vorher online bestellt werden und kontaktlos an die Besucher übergeben werden. „Neue Filme gibt es im Kino momentan zwar nicht, trotzdem würden die aktuellsten Blockbuster gezeigt“, so Austermann, der sich vorstellen könnte, bis zu zwei Filme täglich zu zeigen und schon in der Woche nach Ostern zu starten.

Bürgermeister setzt sich ein

Austermann sieht sich nur noch einer – bürokratischen – Hürde gegenüber. Eine Genehmigung der Stadt steht noch aus. Bürgermeister Axel Linke, den der Kino-Betreiber direkt kontaktierte, sei zunächst skeptisch gewesen, ob die aktuelle Verfügung des Landes NRW eine solche Veranstaltung rechtlich zulasse.

Da inzwischen aber auch in anderen NRW-Städten wie Düsseldorf, Köln oder Marl ein Autokino genehmigt wurde, ist Johannes Austermann optimistisch, dass es klappt: „Unser Bürgermeister hat sich schon mit dem Land in Verbindung gesetzt und steht voll hinter unserer Idee und setzt sich ein.“ Auch in Sachen Lärmbelästigung könne es keine Bedenken geben, so der junge Kino-Betreiber. Schließlich würde der Ton aus dem Autoradio kommen, eine Frequenz könne bei der Bundesnetzagentur angefragt werden.

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