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Gedenkveranstaltung zum Themenjahr im Westpreußischen Landesmuseum

Schicksal jüdischer Mitbürger im Fokus

Warendorf

Zum Themenjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ lädt das Westpreußische Landesmuseum zu einem Vortrag mit Angelika Sturm ein. Dabei stehen die Deportationen der Münsterländer Juden im Mittelpunkt.

Diese Gedenktafel in Münster erinnert an die jüdischen Opfer im Holocaust. Foto: Westpreußisches Landesmuseum

Das Westpreußische Landesmuseum lädt ein zu einem Vortrag mit Angelika Sturm, der die Deportationen der Münsterländer Juden nach Riga vor 80 Jahren zum Thema hat. Es handelt sich um eine Gedenkveranstaltung anlässlich des Themenjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ am 25. November (Donnerstag), um 18 Uhr im Westpreußisches Landesmuseum. Der Eintritt ist frei, es wird aber um Voranmeldung gebeten. Ebenso gelten die aktuellen Coronaregelungen.

In einer Pressenotiz erläutert das Westpreußische Landesmuseum die Hintergründe der Gedenkveranstaltung: Im November jeden Jahres wird an die unheilvollen Ereignisse erinnert, die Menschen jüdischen Glaubens in Europa während des nationalsozialistischen Terrorregimes erleiden mussten. 2021 jähren sich zum 80. Mal die Deportationen in die von den Nationalsozialisten eingerichteten Ghettos, Arbeits- sowie Vernichtungslager und somit auch der Beginn des damit verbundenen Holocaust.

Die Deportation der Juden aus dem Münsterland ist insbesondere mit einem Ort verbunden, dem heute nicht mehr existierenden Gertrudenhof auf der Warendorfer

Straße, Ecke Kaiser-Wilhelm-Ring in Münster. Zuvor war der Gertrudenhof eine beliebte Lokalität mit einem Biergarten und einem Kino. Am 11. Dezember 1941 von der Gestapo beschlagnahmt, wurde er zum Sammelpunkt für die Deportationen in Richtung Osten. Am 13. Dezember 1941 fuhr der erste verschlossene Personenzug der Deutschen Reichsbahn vom Güterbahnhof mit 390 Menschen und Zwischenhalten in Osnabrück und Bielefeld mit der Aufnahme weiterer 641 Personen.

Menschenverachtende Umstände

Wenige Tage später erreichte der Zug Riga im besetzten Lettland – fortan mussten die Deportierten unter menschenverachtenden Umständen im heruntergekommenen Stadtteil „Moskauer Vorstadt“ leben, in dem die SS das Ghetto errichtet hatte.

Ab Dezember 1941 wurden etwa 25 000 österreichische, tschechische und deutsche Juden in das Ghetto gebracht, tausende von ihnen fanden Anfang 1942 den Tod. Bis zur Liquidierung des Ghettos im November 1943 mussten 12.000 Menschen Zwangsarbeit leisten.

Von den insgesamt 1031 Personen des Transports vom 13. Dezember 1941 aus Westfalen überlebten lediglich 102 Männer und Frauen.

Erzählungen von Reisen und Eindrücken

Angelika Sturm vom Arbeitskreis Jüdisches Leben in Warendorf und freie Führungsmitarbeiterin im Westpreußischen Landesmuseum, wird in ihrem Vortrag die Geschichte der Deportation der Münsterländer Juden nach Riga beleuchten, von ihren Reisen dorthin und ihren Eindrücken bei den Besuchen der Gedenkstätten vor Ort berichten. Abschließend wird sie auf die Lebensgeschichte der in Osnabrück geborenen Jüdin Irmgard Heimbach verheiratete Ohl (1927-2013) eingehen, mit der sie zeitlebens freundschaftlich verbunden war. Ohl überlebte die Geschehnisse in Riga und Stutthof und konnte nach Jahren der Verfolgung in ihre Heimatgemeinde Laer zurückkehren.

Ihre Erinnerungen an diese Zeit hat sie schriftlich festgehalten, die Angelika Sturm in ausgewählten Passagen vorlesen wird

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