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Straßen NRW meldet Planänderung

Schmalerer Ausbau für die B 64n

Warendorf.

Für die Gegner wird es eine Sensation sein: Die B 64n soll im Bereich Warendorf nur noch zweistreifig mit Überholzonen gebaut werden. Das gab Straßen NRW Freitagnachmittag bekannt.

Jörg Pastoor

Das war die bisherige und von Gegnern kritisierte Planung: drei Fahrstreifen für die B 64n. Das passt Straßen NRW jetzt an. Foto: Straßen NRW

Der B 64n-Ausbau westlich und östlich Warendorfs wird zwei- und nicht durchgängig dreistreifig gebaut. Diese kurze Nachricht sorgte am Freitagnachmittag in der Stadt für ein riesiges Echo. Die Verwaltungsspitze ist noch am Freitag über die aus Warendorfer Sicht spektakuläre Planänderung informiert worden.

Ausschlaggebend sind für Straßen NRW laut Sprecherin Sandra Beermann die Ergebnisse des jetzt vorliegenden Verkehrsgutachtens. Wie mehrfach berichtet, gab es dazu im Verfahren einen Auftrag an ein Fachbüro, das die vorhandenen Daten aktualisieren sollte. Beermann wollte am Freitag nicht ins Detail gehen, weil die Aussagen der Studie „nicht in drei Sätzen“ zusammen zu fassen seien. Die Zahlen würden gerade aufbereitet und der Öffentlichkeit zeitnah vorgestellt.

Bürgermeister Peter Horstmann

Bürgermeister Peter Horstmann fand die Nachricht aus Münster zunächst einmal „eine spannende Entwicklung“. Näheres wolle er dazu sagen, sobald er einen Blick auf die Rohdaten werfen konnte – kommende Woche gebe es einen Termin mit Straßen.NRW. „Da müssen wir uns alles noch einmal genau anschauen. Aber in meinen Augen ist das auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.“ Dennoch stelle sich selbst dann noch die Frage, ob die geänderten Dimensionen so erforderlich seien.

Die aktuelle Verkehrsuntersuchung, heißt es in der Pressemitteilung der Behörde, habe ergeben, dass der Bau der Ortsumgehungen in Warendorf, Beelen und Herzebrock-Clarholz sowie der Ausbau der B 51 zwischen Münster und Telgte „sinnvoll und notwendig ist“. Danach habe der Lkw-Durchgangsverkehr zugenommen und wird auch weiter zunehmen. Gleiches gelte für den Pkw-Verkehr auf der B 51/B 64. Die Belastung der Anwohner sei auf Dauer nicht zumutbar.

Verkehrsaufkommen niedriger als erwartet

Anders ist die Faktenlage demzufolge bei den Warendorfer Teilen der Umgehung: Hier stelle die in Auftrag gegebene Untersuchung für den westlichen und den östlichen Abschnitt von Warendorf fest, „dass das Verkehrsaufkommen geringer ist als zunächst prognostiziert.“

Deshalb werde in diesen beiden Abschnitten der Ausbau bedarfsgerecht angepasst und kein durchgehender, dritter Fahrstreifen gebaut. Das heißt: Der Abschnitt wird zweispurig gebaut mit dreispurigen Bereichen für sicheres Überholen. Auf anderen Teilstücken gebe es keine Änderungen der Bedarfe, die zu einer Planänderung führen würden. Für die Ortsumgehung Warendorf werden 58 Hektar Fläche gebraucht; 52 davon würden mit hochwertigen Ausgleichsflächen und Ersatzmaßnahmen kompensiert.

Bernhard Kremann, der Sprecher der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW), reagierte überrascht-zurückhaltend. „Es wäre ja trotzdem weiterhin eine Kraftfahrstraße, was den Bau des Ersatzwegenetzes auslösen würde“ – und damit die von der BVW abgelehnten Faktoren wie Flächenzerschneidung und Umwege für viele Anlieger.

Bernhard Kremann (BVW)

Kremann kündigte an, sich jetzt in der Initiative mit der Neuigkeit befassen zu wollen, konnte sich aber einen Seitenhieb nicht verkneifen: „Wir sagen schon seit 1995, dass die Zahlen hier abnehmen – und die kommen damit jetzt um die Ecke.“

Er selbst habe statt der Ausbauänderung eher mit einer Nachricht aus dem Ministerium gerechnet, dass man die Arbeiten ruhen lassen, bis der Bedarf und die Finanzierbarkeit der B 64n geklärt seien.

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