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Prozess vor dem Jugendschöffengericht: Handel mit Betäubungsmitteln

Schweigen erfordert neuen Termin

Warendorf

Der Angeklagte schwieg zu den Vorwürfen gegen ihn beharrlich – es ging um Drogenhandel und Waffenbesitz. Deshalb musste der Prozess vor dem Jugendschöffengericht vertagt werden – voraussichtlich im Mai wird es weitergehen, dann werden auch weitere Zeugen geladen.

Von Christopher Irmler

Der Prozess vor dem Jugendschöffengericht in Warendorf musste vertagt werden. Foto: dpa

Mit den Worten „Jeder ist seines Glückes Schmied“, schloss der Vorsitzende Richter am Mittwochmorgen die nur schleppend laufende Verhandlung gegen einen 20-jährigen Warendorfer. Dieser musste sich vor dem Jugendschöffengericht wegen des Vorwurfs des mindestens 188-fachen Handels mit Betäubungsmitteln sowie des Besitzes von Waffen verantworten. Im Jahr 2020 soll er zwei heute 16- und 18-Jährigen jeden zweiten Tag Marihuana verkauft haben; im Januar 2021 sei es zu acht bis neun weiteren Drogenübergaben gekommen. Laut Staatsanwalt habe der Warendorfer den Drogenhandel als laufende Einnahmequelle genutzt und dabei rund 1900 Euro erwirtschaftet. Im Zuge einer Hausdurchsuchung wurden im März 2021 unter anderem knapp 120 Gramm Amphetamine, eine Luftdruckpistole sowie ein Teleskopschlagstock sichergestellt. Bereits im Mai 2020 war er von der Polizei mit knapp 50 Gramm Marihuana aufgegriffen und in einem anderen Verfahren rechtskräftig verurteilt worden.

Zu den neuerlichen Vorwürfen schwieg der Warendorfer, ebenso zu den sichergestellten Waffen. Die als Zeugin geladene 16-Jährige war bereits in einem anderen Verfahren rechtskräftig zu Sozialstunden verurteilt worden und konnte dementsprechend nicht die Aussage verweigern. Vor Gericht machte sie widersprüchliche Angaben und bestritt ihre eigene, im Januar 2021 bei der Polizei gemachten Angaben. „Sind Sie schon so verblödet oder wollen Sie uns verarschen?“ wählte der Vorsitzende Richter nach einer Weile drastische Worte. Im Anschluss verlas er das komplette Protokoll der polizeilichen Vernehmung, woraufhin die Minderjährige teilweise zurückruderte. Die 18-Jährige bestätigte derweil vor Gericht, die Drogen vom Angeklagten erworben zu haben. Zu Menge und Häufigkeit schwieg sie jedoch. Das Gericht werde einen neuen Verhandlungstermin – wahrscheinlich im Mai – ansetzen und dazu weitere Zeugen laden müssen, machte der Richter abschließend deutlich.

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