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Auslandspraktika am Paul-Spiegel-Berufskolleg

Schwierige Reise, aber tolle Erfahrung

Warendorf

Es waren zwar komplizierte Reisebedingungen, doch als die Schülerinnen und Schüler vom Paul-Spiegel-Berufskolleg erst einmal an den Orten für ihre Auslandspraktika angekommen waren, da waren die Strapazen schnell vergessen. Und alle machten im Rahmen ihrer Praktika tolle Erfahrungen.

Michelle Sendker (l.) verstärkte das Team einer Feinkostkonditorei in Sevilla Foto: Paul-Spiegel-Berfuskolleg

Die Reisebedingungen waren schwierig, aber dafür waren die Erfahrungen einfach toll: Schülerinnen und Schüler des Paul-Spiegel-Berufskollegs sind zurück aus Sevilla, Dublin und Wien und ziehen Bilanz.

Anfang Oktober ging es los für die 48 vom Europateam der Schule ausgewählten Bewerberinnen und Bewerber für die Auslandspraktika. Für vier Wochen ging es nach Wien, Dublin oder Sevilla. Dort arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in Unternehmen, die ihrer Ausbildung und ihren Wünschen entsprachen. Sie lebten in Gastfamilien oder in Selbstversorgerappartements, besuchten nach der Arbeit einen Sprachkurs und tauchten in das Leben der Metropolen ein. Gefördert wurde das Praktikum durch „Erasmus+“.

Das Paul-Spiegel-Berufskolleg wurde erneut akkreditiert. Mit dieser Auszeichnung genießt es viele Vorzüge im Förderprogramm „Erasmus+“, das für 2021 auch höhere Fördersätze vorsieht.

Das Europateam des Paul-Spiegel-Berufskollegs hatte zunächst noch gezögert, ob es die vielen Ausreisen nun schon in diesem Jahr wieder anbieten sollte. „Schließlich ging es ja nicht nur um die Lage in Deutschland, sondern auch um die in Österreich, Spanien und Irland“, so Studiendirektorin Maren Ohde, die das Europateam am Paul-Spiegel-Berufskolleg leitet. Das Reisen war ein bisschen schwieriger: Einreiseformalitäten erledigen, Impfzertifikate hochladen, QR-Codes anfordern, teilweise auch noch für Zwischenstopps in weiteren Ländern sorgen. „Dennoch: Das Europateam ist froh, den Schritt gewagt zu haben. Alles ist gut gegangen“, so Maren Ohde.

Einreiseformalitäten erledigen

Michelle Sendker wünschte sich in ihrer Bewerbung, in einer Küche in Sevilla arbeiten zu dürfen. Dieser Wunsch wurde ihr erfüllt. In der Feinkostkonditorei „gollerías‘“ (übersetzt Leckereien) bekam sie einen Praktikumsplatz. An der Seite ihrer Chefin Reyes Moreno konnte sie zusammen mit drei weiteren Mitarbeiterinnen leckere Süßigkeiten herstellen. Die Backstube ist durch eine große Glaswand von dem Verkaufsbereich getrennt, so dass die Kunden den Mitarbeiterinnen beim Backen zusehen können. Die Konditorei erinnert ein bisschen an eine Weihnachtsbäckerei, mit sehr viel Liebe zum Detail. Man betritt den Raum und fühlt sich wohl. Auch Michelle fühlte sich sehr wohl an ihrem Praktikumsplatz. Nach Feierabend ging Michelle „nach Hause“ zu ihrer Gastmutter. Dort erwarteten sie ein leckeres Essen und ihre beiden Mitschülerinnen Antonia Lindemann und Lena Heidebrecht, die ihr Praktikum in dem Museum „Museo de las Ilusiones“ und der Pension „La Vergara“ machten. Am Abend gingen die drei zusammen zum Sprachkurs, wo sie mit allen anderen der Warendorfer Gruppe Spanisch lernten. Auch das Spanischsprechen klappte immer besser. „Am Anfang habe ich kein Wort verstanden“, so Lena Heidebrecht. Die Spanier sprechen extrem schnell, zusätzlich spricht man in Sevilla noch Andalusisch.

Reyes Moreno gehört mit ihrer Konditorei „gollerías“ zu den Glücklichen in Sevilla, die auch während des langen harten Lockdowns geöffnet haben durften. Die meisten Unternehmen mussten monatelang schließen, überall wachte das Militär. „Ich musste nie schließen“, sagte Michelles Chefin Reyes Moreno. So ging es leider nicht allen Unternehmern in Sevilla.

Die Partneragentur besucht

Maren Ohde reiste selbst für ein paar Tage nach Sevilla, um die Partneragentur und einige Schülerinnen und Schüler an ihren Praktikumsplätzen zu besuchen: „Auch wenn die Sevillaner weitestgehend zu ihrer Normalität zurückgekehrt sind, ist es anders als vor Corona.“

Auch die Partneragentur in Sevilla hat unter der Pandemie sehr gelitten. Nicht ein einziger Praktikant aus dem Ausland kam 2020 nach Sevilla. Die Firmen in Sevilla sind froh über das zurückgekehrte Leben und den Austausch mit ausländischen Praktikanten. Auch Reyes Moreno war sehr froh, dass Michelle für vier Wochen ihr Team verstärken durfte. „Meine Chefin war total nett zu mir“, sagt Michelle. „An einem Abend lud sie mich sogar mit zwei anderen Mitarbeiterinnen zum Essen in das Restaurant ihres Mannes ein.“

Das Fazit: Alle sind dankbar, dass Erasmus+-Praktika nun wieder möglich sind. „Es ist eine tolle Erfahrung, die wir nicht missen möchten.“ Da sind sich alle einig.

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