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Seltener Gottesdienst im Linnenpark

Scootertaufe für drei Kirmeskinder

Warendorf

Eine Kirmestaufe? Ist etwas Besonderes. Beim Warendorfer Linnenpark gab es drei. Auf einmal.

Von Jörg Pastoor

Jordan Rasch (13) bei seiner Taufe durch Schaustellerpastor Volker Drewes. Mittwochnachmittag taufte er auch Jessy (8) und Payten (2) im Linnenpark-AutoscooterGottesdienst statt lärmendem Scooterbetrieb: Die Taufgemeinde am Mittwochnachmittag. Foto: Fotos: Jörg Pastoor

Ein besonderer Moment für die Familie Rasch, selten in der Warendorfer Jahrmarkt-Geschichte: eine Taufe im Autoscooter. Mittwochnachmittag gab es Drehorgelmusik statt wummernder Bässe aus den Boxen, statt Scooter-Hochbetrieb saßen rund 70 Gäste auf der Fahrfläche. Gottesdienst im Linnenpark. Jordan (13), Jessy (8) und die zweijährige Payten erhielten von Schaustellerpastor Volker Drewes die Taufe.

Familie Rasch aus Versmold ist schon seit Generationen im Fahrgeschäft. „Wir kommen wohl schon bald 40 Jahre her“, erzählt Patrick Rasch, Vater von Payten, die seine Frau Charlene gerade auf dem Arm hat, während Pastor Drewes letzte Vorbereitungen trifft. Nur die engste Familie sei dabei, wenn auch die Söhne seines Bruder René getauft werden.

Familie Rasch kommt seit 40 Jahren nach Warendorf

Pastor Drewes spielt zu Beginn auf seiner Drehorgel „Ab in den Süden“ und Nenas „99 Luftballons“, erteilt Jordan den Auftrag zur Verteilung der Liedblätter, während er Jessy zum Obertaufwasserprüfer erhebt. Es darf schließlich nicht zu kalt sein.

Die Taufen bei den „lieben reisenden Familien“, wie Drewes sie anspricht, seien für ihn „die Hoffnungszeichen schlechthin“. Weil die Familien damit aktiv nach vorne blickten, die Taufen Zeugnis des Glaubens seien, der bei den Schaustellern so tief wurzle.

Kurz gab sich der Pastor auch entschlossen Richtung eigener Kirche. Es gibt Bestrebungen, diesen Dienst herunterzufahren“, sagte er, „wir werden darum kämpfen müssen, dass es für uns weitergeht.“

Nach der Spende des Sakraments schenkte Volker Drewes den Täuflingen außer den von ihm selbst hergestellten Kerzen noch ein Schatzkästchen mit einem Engel und einem Olivenholz-Kreuz aus Israel.

Pastor Volker Drewes

Durch die Änderung der Coronaschutzverordnung ist übrigens laut Stadtverwaltung ab dem morgigen Freitag ein unbeschwerter Rummelbesuch ohne Zugangsbeschränkungen möglich. Beim Zugang zum Festgelände muss kein Nachweis mehr vorgezeigt werden. Allerdings gibt es eine Obergrenze für die Zahl der Besucher, die sich gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten dürfen. Einsehbar ist die Anzahl auf www.linnenpark.de. Für einen sicheren Aufenthalt im Linnenpark bittet die Veranstalterin um das Einhalten der AHA-Regeln.

Wegen der Entbehrungen der letzten Monate hat sich die Stadt entschlossen, den Markt um ein Wochenende zu verlängern, er dauert also noch bis zum 29. August. Bürgermeister Horstmann: „Mit Rücksicht auf die Anwohner öffnet der Park am letzten Augustwochenende jeweils bis 22 Uhr.“

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