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Protest vor dem Malteser Marienheim

Seit 2020 über dem Limit

Warendorf

Stillen Protest gegen die Refinanzierung der Coronaschutz-Regeln zeigten Pflegekräfte jetzt am Malteser-Marienheim: Besuche fanden draußen statt.

Als Zeichen gegen die Überlastung der Langzeitpflege haben das Malteser Marienheim und das Malteserstift St. Marien in Drensteinfurt am gestrigen Mittwoch Besuche draußen auf dem Gelände des Malteser Marienheims stattfinden lassen. Gemeinsam mit den Angehörigen haben die Einrichtungen so auf die prekäre Personalsituation hingewiesen. Foto: Malteser Marienheim

Besuche in Malteser Pflegeeinrichtungen fanden am 7. September draußen statt. Während die Corona-Schutzverordnungen in den Einrichtungen der Langzeitpflege mit dem geänderten Infektionsschutzgesetz weiterhin umgesetzt werden müssen, ist deren Refinanzierung in Teilen ausgelaufen. Träger wie die Malteser Wohnen & Pflegen gGmbH befürchten nach eigenen Angaben, dass Zusatzaufgaben dauerhaft vom Einrichtungspersonal gestemmt werden müssen. Auf mehr Bürokratie folge weniger Personal und damit weniger Zeit für die Versorgung von Pflegebedürftigen.

Der Bundestag stimmte jetzt über das geänderte Infektionsschutzgesetz ab.

Einrichtungen der Langzeitpflege müssen weiterhin zeitintensive Maßnahmen zum Infektionsschutz, wie Einlasskontrollen, Zertifikatskontrollen und Dokumentation der Vorgänge, umsetzen. Bis Juni 2022 konnten Pflegeeinrichtungen die Aufwendungen, die durch die Umsetzung der Coronamaßnahmen entstanden, sowie coronabedingte Mindereinnahmen über den Pflegerettungsschirm geltend machen. Das ist durch das Auslaufen des Rettungsschirms nicht mehr möglich.

Marienheim-Leiter Karl-Eugen Weweler

Karl-Eugen Weweler, Hausleitung des Malteser Marienheims, sagt: „Während Corona in der Mitte der Gesellschaft keine Rolle mehr zu spielen scheint, ist die Pandemie in der Pflege noch lange nicht vorbei. Unsere Mitarbeitenden arbeiten seit zweieinhalb Jahren über ihr Limit hinaus. Die Vorgaben durch das ab Oktober geltende geänderte Infektionsschutzgesetz erzeugen einmal mehr Bürokratie und belasten unsere Beschäftigten. Wir fordern eine Entlastung der Pflege durch die dauerhafte und sichere Refinanzierung von Corona-Schutzmaßnahmen.“ Es brauche eine gesamtgesellschaftliche und politisch geförderte Solidarität – der Schutz vulnerabler Personen sei nicht allein Aufgabe der Langzeitpflege.

Als Zeichen gegen die Überlastung der Langzeitpflege haben das Malteser Marienheim und das Malteserstift St. Marien in Drensteinfurt am Mittwoch Besuche draußen auf dem Gelände des Malteser Marienheims stattfinden lassen. Gemeinsam mit den Angehörigen haben die Einrichtungen so auf die prekäre Personalsituation hingewiesen.

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